
Wenn jemand in Not ist, fackelt Marine John Triton (John Cena) nicht lange. Selbst ist schließlich der Mann. Das bringt ihm eine Menge Anerkennung ein, als er im Alleingang eine Reihe von Geiseln aus den Händen von Terroristen befreit. Leider wird er dafür aber auch entlassen, da er sich dem Befehl widersetzt hat, auf Verstärkung zu warten. Seither ist einige Zeit vergangen, John tut sich jedoch schwer damit, ein ziviles Leben zu führen. Und so schlägt seine Frau Kate (Kelly Carlson) vor, dass sie doch zusammen Urlaub machen können. Soweit kommt es aber nicht, da sich ihre Wege mit dem von Rome (Robert Patrick) und seiner Gang kreuzen, die gerade einen Juwelierladen ausgeräumt haben. Die tötet nicht nur diverse Leute bei der Flucht, sondern nehmen auch Kate als Geisel – was John natürlich nicht auf sich sitzen lassen kann …
Auftakt eines B-Movie-Franchises
Wenn ein Film erfolgreich ist, dauert es meist nicht lange, bis es erste Gedankenspiele zu einer Fortsetzung gibt. Schließlich muss das Eisen geschmiedet werden, solange es noch heiß ist. Das gilt offensichtlich auch für solche, die eher lauwarm sind, wie das Beispiel The Marine beweist. Obwohl die Kritiken für den Actionfilm richtig mies waren und er 2006 auch an den Kinokassen nicht so wirklich überzeugte, folgten bis 2018 gleich fünf Fortsetzungen. Dabei handelte es sich zwar um Direct-to-Video-Produktionen, die zudem mit anderen Hauptfiguren aufwarteten. Tatsächliche Nachfolger waren das also nicht. Aber offensichtlich haben diese Werke aus nicht wirklich ersichtlichen Gründen eine Fangemeine gefunden, welche den Dreh weiterer Filme rechtfertigten.
Dabei ist zumindest der erste Teil von historischem Interesse. Schließlich gab hier John Cena sein großes Schauspieldebüt. Inzwischen ist es zwar nichts Besonderes mehr, wenn er in Filmen zu sehen ist, mehrere Dutzend hat er in den vergangenen zwanzig Jahren gedreht. Damals kannte man ihn aber lediglich durch seine Wrestling-Auftritte. Dass der US-Amerikaner für The Marine verpflichtet wurde, ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite bringt er natürlich die notwendige Physis mit, die es für einen solchen Actionfilm braucht. Wo zuweilen in diesem Genres Leute vor die Kamera gestellt werden, denen man auch mit viel Wohlwollen keine Kämpfer abnimmt, da ist Cena um einiges überzeugender. Wenn es Regisseur John Bonito (Carjacked – Jeder hat seine Grenzen) krachen lässt, macht sein Hauptdarsteller also eine gute Figur.
Farbloses Debüt
Allerdings ist es fast schon schockierend, wie farblos der Sportler bei seiner ersten Hauptrolle agiert. Dass Cena in einem humoristischen Umfeld brilliert, ist inzwischen kein Geheimnis mehr. Nicht ohne Grund dreht er überwiegend Actionkomödien, etwa Heads of State und Ein Jackpot zum Sterben!. Bei seinem Debüt wusste das aber wohl niemand, weshalb man aus ihm einen 08/15-Helden gemacht hat, der völlig ohne Humor, dafür aber mit viel befremdlichem Haudrauf-Pathos Jagd auf seine Gegner macht. Das fällt auch deshalb auf, weil Robert Patrick in der Rolle des Gegenspielers in The Marine so richtig aufdreht und immer wieder so wirkt, als würde er in einem ganz anderen Film mitspielen als der Hauptdarsteller.
Inhaltlich ist der Film sowieso ein reines Wegwerfprodukt. Von dem heldenhaften Einsatz zu Beginn über die zufällige Begegnung mit den Bösen bis zu dem Twist, der nicht wirklich einer ist: Das Drehbuch klappert ein Klischee nach dem anderen ab, versucht weder bei den Figuren noch bei der Geschichte irgendetwas Eigenes zu erzählen. Natürlich ist das bei dem Genre kein Muss, Actionfilme schaut man sich nicht wegen tiefgründiger Inhalte an. Ganz so langweilig wie hier muss es dann aber auch nicht sein. Zumindest ein wenig Arbeit hätte man in The Marine investieren können. So bleibt ein Genrevertreter zurück, der sicherlich nicht die ganz große Katastrophe ist, den man aber auch nicht gesehen haben muss, sofern man nicht ein riesiger Fan von Cena.
OT: „The Marine“
Land: USA
Jahr: 2006
Regie: John Bonito
Drehbuch: Michelle Gallagher, Alan B. McElroy
Musik: Don Davis
Kamera: David Eggby
Besetzung: John Cena, Kelly Carlson, Robert Patrick, Anthony Ray Parker, Abigail Bianca
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