
Kathryn Carlyle (Ashley Benson) hat einen Traum: Sie möchte Karriere als Schauspielerin machen! Bislang klappte das jedoch kaum. Zwar ist sie mit dem Produzenten Richard (Jay Pharoah) verheiratet, den sie seinerzeit bei einem Filmdreh kennengelernt hat und der ihr mit Sicherheit Rollen besorgen könnte. Doch sie will es lieber selbst schaffen und sich den Erfolg verdienen. Während sie so noch auf ihren Durchbruch hinarbeitet, verbringt sie die Tage in dem luxuriösen Anwesen, welches Richard gekauft hat. Meistens ist sie dabei allein, weil ihr Mann beruflich viel unterwegs ist. Da trifft es sich doch gut, dass der neue attraktive Gärtner Ben (Shiloh Fernandez) da ist. Zunächst kann die einsame Ehefrau zwar nicht viel mit ihm anfangen. Mit der Zeit kommen die beiden sich aber immer näher …
Mehrfache Mogelpackung
Manchmal sind die Dinge anders, als sie auf den ersten Blick erscheinen. Neuestes Beispiel hierfür ist Private Property – Somebody’s Always Watching, ein Film, der einen in mehrfacher Hinsicht in eine falsche Richtung locken will. Das fängt schon mit der Art und Weise an, wie er hierzulande verkauft wird. So gehen sowohl der hinzugefügte Untertitel wie auch das deutsche Artwork, welches tiefe Einblicke gewährt, in eine stark voyeuristische Richtung. Außerdem soll das hier ein Erotikthriller sein, so zumindest wird das Ganze beworben. Das weckt jedoch alles falsche Eindrücke. Tatsächlich gibt es eine Affäre zwischen den beiden Hauptfiguren. Diese braucht aber eine Weile, wird nie so umfangreich, wie man das erwarten konnte, und ist zudem sehr züchtig. Nackte Haut gibt es keine.
Stattdessen wird versucht, eine Verbindung zwischen den Charakteren aufzubauen. Diese bleibt aber immer an der Oberfläche. Viel gemeinsam haben der einfach gestrickte Gärtner und die verwöhnte Möchtegernschauspielerin mit den künstlerischen Ansprüchen nicht. Es wird dann zwar irgendwann behauptet, dass beide irgendwie zueinander passen. Private Property – Somebody’s Always Watching verrät aber nie, weshalb das der Fall sein soll. Da gib es keinerlei Chemie zwischen den beiden, die über eine körperliche Anziehungskraft hinausgeht. Zwischendurch sieht es so aus, als könnte das hier eine Auseinandersetzung mit Klassenunterschieden und Privilegien sein. Ben führt ihr irgendwann auch vor Augen, dass er nicht nachvollziehen kann, warum sie so unzufrieden ist, wenn sie ein Leben in Luxus führt und nichts dafür tun muss.
Doch irgendwie anders
Der Film verfolgt das zunächst aber nicht weiter. Das wirkt wie ein Manko. Tatsächlich ist Private Property – Somebody’s Always Watching über weite Strecken ein eher weniger anregendes Werk, weder sexuell noch intellektuell. Es ist vielmehr langweilig, manchmal auch ärgerlich. Es wird nie klar, warum man sich das alles überhaupt anschauen sollte. Interessanter wird es erst gegen Ende hin. Ein Grund ist, dass Regisseur und Drehbuchautor Chadd Harbold bei seinem Remake des Films Privatbesitz von 1960 die Erzählstruktur abgewandelt hat. Anstatt die Geschichte chronologisch zu erzählen, wie es das Original noch getan hat, kommen entscheidende Informationen hier erst zum Schluss.
Ob es diese Änderung gebraucht hätte, darüber lässt sich streiten. Zumindest teilweise gleicht dieser Twist das Vorangegangene aus, weil manches, was zuvor völlig missglückt wirkte, dann doch eine Daseinsberechtigung erfährt. Aber es gleich nicht alles aus. So sind diverse Dialoge selbst mit diesem Hintergrundwissen schwach geworden. Das Verhalten der Figuren ist nicht immer nachvollziehbar. Auch schauspielerisch ist das ein gemischtes Vergnügen: Während Shiloh Fernandez (Mob Land) zumindest ansatzweise Vielseitigkeit demonstriert, bleibt Ashley Benson ziemlich blass. In der Summe kann man sich Private Property – Somebody’s Always Watching schon anschauen. Aber der Film macht zu wenig aus dem Stoff, bei der Balance stimmt einiges nicht.
OT: „Private Property“
Land: USA
Jahr: 2022
Regie: Chadd Harbold
Drehbuch: Chadd Harbold
Musik: Com Truise
Kamera: Antonio Cisneros
Besetzung: Ashley Benson, Shiloh Fernandez, Jay Pharoah, Logan Miller
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