
Bungies neuster Beitrag zum Extraction-Shooter Line-Up der letzten Monate und Jahre ist hier und nach dem neusten Update – Cryo Archive – nun auch vollständig. Marathon funktioniert im Grunde wie viele andere Extraction-Shooter, etwa ARC Raiders oder Helldivers. Die Grundstruktur steht auf soliden Füßen, der Gameplay Loop ist in den Grundzügen schnell gelernt und die Welt der verschollenen Kolonie Tau Ceti IV und der UESC Marathon eröffnen sich nach einem kurzen Tutorial den Spieler:innen. Es gibt ein paar Aspekte, die sehr positiv herausstechen, aber auch einige, die den Spielspaß etwas bremsen können.
Das sieht man gerne
Marathon überzeugt als erstes schonmal optisch. Hier haben es die Entwickler geschafft, sich einen ganz eigenen Stil zu erschließen, der dem Spiel schon äußerlich ein Gefühl der Originalität gibt. Natürlich lassen sich Vergleiche mit anderen Spielen, wie etwa VOID/BREAKER – ein Roguelite-FPS – ziehen, aber Marathon schafft es, sich durch seinen retro-futuristischen Arcade Look visuell von der Masse abzusetzen.
Auf der Gameplayebene überzeugt vor allem das Gunplay, was aber von Bungie nicht anders zu erwarten war. Das überträgt sich auch auf den Gameplayloop, der dadurch Intensität gewinnt. Die Kämpfe, in die man sich begibt, werden zu adrenalingeladenen PvP oder PvE Gefechten. Auch die Maps, auf denen sich diese Kämpfe austragen, bieten reichlich Abwechslung und niedrige oder höhere Schwierigkeitsgrade, bestimmt durch die Menge der möglichen Encounters.
Grundsätzlich ist Marathon auf Teams von drei Spieler:innen ausgelegt, was wohl das beste Spielerlebnis bietet und auch bei den Charakteren oder Runner-Hüllen, in deren Rolle man schlüpfen kann zu den besten Synergien und dynamischen Gruppenkämpfen führen kann. Am besten funktioniert das natürlich mit Freund:innen, es gibt aber auch die Möglichkeit übers Matchmaking mit Spieler:innen auf der ganzen Welt und auf verschiedenen Plattformen zusammenzuspielen. Das kann aber Schwierigkeiten in der Kommunikation und somit im Gelingen der Missionen hervorrufen.
Aber auch für Einzelgänger:innen gibt es die Möglichkeit die unterschiedlichen Maps von Marathon zu erkunden, entweder als eine der sechs Runner-Hüllen – Triage, Recon, Destroyer, Assassin, Vandal oder Thief – oder als eine Sonderklasse, die darauf ausgelegt ist, alleine gegen den Rest zu spielen, den Rook.
Marathon wird zum Hürdenlauf
An dieser Stelle muss gesagt werden, dass Marathon sehr stark auf seine Dreiergruppen ausgelegt ist. Zwar wird das Spielen alleine durch etwa den Rook unterstützt, aber die Figur ist mehr ein Disruptor und lässt z.B. keine Progression bei den Missionen auf die die Spieler:innen sonst geschickt werden zu.
Eine Sache, die leider ebenfalls negativ auffällt, ist die UI und die Fülle an Informationen, die gerade zu Beginn auf die Spieler:innen einprasseln. Man bekommt einen langen Einblick in die Lore von Marathon und darf sich sofort mit endlosen Mechaniken auseinandersetzen, die, wenn man nicht besonders vertraut mit Spielen dieser Art ist, auch abschreckend wirken können. Die Hürde für absolute Neulinge ist also recht hoch. Diese wird leider noch verstärkt von einer unübersichtlichen UI, die dich auch mal einige Sekunden suchen lässt, bevor du den richtigen Button entdeckst.
Zu guter Letzt muss man sich im Klaren darüber sein, dass Marathon ein schweres Spiel ist. Es ist schnell passiert, dass man in eine Runde lädt, ein paar Minuten unterwegs ist, von einem rivalisierenden Trupp niedergemacht wird und wieder von vorne beginnen darf. Von vorne auch deswegen, weil man all seine Ausrüstung, die man dabei hat, verliert, wenn man nicht extrahiert wird. Es kann also sein, dass man jedes Mal bei Null startet, wenn man jedes Mal vor der Extraction stirbt. Und das kann nach einigen Runden äußerst frustrierend werden.
OT: „Marathon“
Land: USA
Jahr: 2026
Director: Joe Ziegler
Musik: Ryan Lott
Publisher: Bungie
Entwickler: Bungie
Plattformen: PC, PlayStation 5, Xbox Series
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