Trouble ohne Paddel
© Paramount Pictures

Trouble ohne Paddel

Trouble ohne Paddel
„Trouble ohne Paddel“ // Deutschland-Start: 13. Januar 2005 (Kino) // 16. Juni 2005 (DVD)

Inhalt / Kritik

Der Schock ist groß bei Jerry Conlaine (Matthew Lillard), Tom Marshall (Dax Shepard) und Dan Mott (Seth Green), als sie erfahren, dass ihr Kindheitsfreund Billy Newwood bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Nach der Beerdigung finden sie zufällig eine alte Schatzkarte, die Billy gehört hat und die aufzeigen soll, wo die Beute eines Raubüberfalls geblieben ist. In Andenken an ihren Freund beschließen die drei daraufhin, gemeinsam eine Kanutour zu beginnen, in der Hoffnung, tatsächlich diesen Schatz zu finden. Das ist aber nicht so einfach wie gedacht, immer wieder geraten die drei in brenzlige Situationen, auf die niemand von ihnen vorbereitet ist …

Alles egal

Es gehört zu den in Filmen immer wieder gern verwendeten Szenarien: Ein Mensch stirbt, dessen Familie und Freunde kommen zusammen und müssen sich dann mit unterdrückten Konflikten und der Vergangenheit auseinandersetzen. Aber es geht auch anders, wie das Beispiel Trouble ohne Paddel beweist. Dort ist der Tod letztendlich nur ein Anlass dafür, dass die drei Freunde sich auf eine Schatzsuche begeben. Anfangs wird zwar noch so getan, als wäre der Verstorbene irgendwie wichtig für das ganze Unternehmen. Die US-Komödie wirft ihn aber ziemlich schnell weg. Anders als bei der sehenswerten Thrillerkomödie How To Get To Heaven From Belfast, wo der Tod einer Freundin ebenfalls der Anfang einer verrückten Odyssee ist, braucht die Geschichte hier Billy gar nicht, hätte ihn komplett weglassen können, ohne dass es einen Unterschied gemacht hätte – was schon ein wenig befremdlich ist.

Nun muss das nicht unbedingt ein Problem sein, solange der Film an sich ja gut ist. Aber diese Gleichgültigkeit dem Toten gegenüber ist symptomatisch für eine Komödie, die alles Mögliche zusammenwirft, in dem Glauben, dass das schon irgendwie passen wird. Über weite Strecken spielt beispielsweise auch der Schatz keine Rolle. Gegen Ende hin wird dieser zwar erneut ausgepackt, man braucht schließlich einen Abschluss. Aufgrund der schlechten Vorbereitung der drei rückt die Schatzsuche in Trouble ohne Paddel aber in den Hintergrund. Sie sind mit allem möglichem beschäftigt, weil sie teilweise enormes Pech haben, teilweise aber so unfähig sind, dass man sich fragen darf, wie sie es überhaupt bis ins Erwachsenenalter geschafft haben.

Nicht wirklich witzig

So etwas kann schon Spaß machen. Es hat nicht wenige Komödien im Lauf der Zeit gegeben, die ihren Humor daraus beziehen, dass unbedarfte Leute einen Fehler nach dem anderen machen und in chaotische Situationen geraten. Ein Selbstläufer ist das Konzept aber nicht. Es braucht schon noch gute Ideen, um damit einen Film zu füllen. Und so richtig gut sind die in Trouble ohne Paddel nicht geworden. Manche sind etwas besser geworden, wenn es tatsächlich auch mal absurd wird. Vieles ist aber altbacken, war schon 2004 nicht ganz taufrisch. Es ist nicht einmal so, dass man sich darüber wahnsinnig ärgern müsste, wenn da ein schlechter Witz nach dem anderen kommt. Dafür ist das Ganze dann doch zu langweilig und einfallslos, es bleibt nur wenig hängen.

Dabei versucht das Ensemble schon, aus dem Stoff etwas zu machen. Da hat wirklich niemand Angst vor Übertreibungen, das Overacting wird geradezu zelebriert. Kann man machen. Es führt aber auch dazu, dass die emotionalen Momente, an denen man sich zuweilen versucht, kaum Wirkung zeigen. Warum sollte man jemandem menschliche Gefühle abnehmen, der vorher nicht sehr menschlich aufgetreten ist? Immerhin, durch das Setting finden sich schon noch ein paar sehenswerte Passagen in Trouble ohne Paddel. Es ist also nicht so, dass die Komödie ein völliger Reinfall ist. Insgesamt kann man sie sich aber recht leicht sparen, was es umso verwunderlicher macht, dass es Jahre später noch eine Direct-to-Video-Fortsetzung gab. Die drei Hauptfiguren waren da nicht mehr dabei. Aber irgendwie passt das dann ja auch zu dem Film.

Credits

OT: „Without a Paddle“
Land: USA
Jahr: 2004
Regie: Steven Brill
Drehbuch: Jay Leggett, Mitch Rouse
Musik: Christophe Beck
Kamera: Jonathan Brown
Besetzung: Seth Green, Matthew Lillard, Dax Shepard

Trailer

Kaufen / Streamen

Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.




(Anzeige)

Trouble ohne Paddel
fazit
In „Trouble ohne Paddel“ begeben sich drei Freunde auf eine gemeinsame Kanufahrt, um einen versteckten Schatz zu finden. Die Komödie wirft Themen und Witze wahllos zusammen. Manches davon funktioniert, vieles ist langweilig – trotz des übertrieben spielenden Ensembles. Immerhin ist das Setting nett anzusehen.
Leserwertung0 Bewertungen
0
4
von 10