
Für Henry Broadway (Brandon Lessard) bricht eine Welt zusammen, als er mitansehen muss, wie sein Vater Isaac (Tim Daly) für ein Verbrechen gehängt wird, das er gar nicht begangen hat – so zumindest dessen Aussage. Der sterbende Patriarch nimmt seinem Sohn sogar das Versprechen ab, dass dieser sich an Saul Butler rächen wird, dem korrupten Sheriff der Kleinstadt Trinity. Also macht sich der junge Mann auf den Weg, um diesen letzten Wunsch zu erfüllen. Aber irgendwie läuft das alles anders. Nicht nur, dass Saul inzwischen tot ist, wie er von dessen Nachfolger Gabriel Dove (Pierce Brosnan) erfährt. Es kommt zudem zu einer Auseinandersetzung, bei der er einen lokalen Minenarbeiter in Notwehr erschießt. Auf der Flucht lernt er den Priester und Ex-Sklaven St Christopher (Samuel L. Jackson) kennen, der Henrys Vater gut kannte …
Prominent besetzter Western
Das Western-Genre ist eines, das schon viele Male totgesagt wurde. Und tatsächlich ist die Zeit, als es noch Massen in die Kinos lockte, schon eine ganze Weile her. Das heißt aber nicht, dass es nicht doch immer mal wieder populäre Beispiele gibt. In den letzten Jahren waren diese vor allem im Fernsehen zu entdecken, allen voran Yellowstone, dessen Erfolg zahlreiche Kopien und Spin-offs nach sich zog. Aber es werden auch immer mal wieder Filme produziert, teilweise sogar mit einer richtig prominenten Besetzung. Ein Beispiel hierfür ist The Unholy Trinity, das sowohl bei den Hauptrollen wie auch einigen Nebenrollen bekannte Gesichter vorweisen kann. Gebracht es hat es nicht viel, zumindest in kommerzieller Hinsicht, kaum jemand nahm von dem Werk Notiz. Hierzulande musste man sich mit einer DVD-Veröffentlichung zufriedengeben.
Wobei der überschaubare Erfolg durchaus mit der Qualität zu begründen ist. Denn auch die ist nicht so wahnsinnig hoch. Teilweise liegt das am Inhalt. Zu erzählen hat der Film schon einiges. Anfangs meint man noch, dass es sich bei The Unholy Trinity um einen dieser Rachethriller handelt, wenn der junge Protagonist auszieht, um den Namen seines Vaters reinzuwaschen und für Gerechtigkeit zu sorgen. Stattdessen sind es die Brüder des Minenarbeiters, die den ganzen Film über ihrer Rache nachjagen. Und dann ist da noch die Sache mit dem Gold, das vor vielen Jahren gestohlen wurde und nun verschwunden ist. All diese Stränge verbindet der Film miteinander – ohne sie wirklich zu verbinden. Das bleibt am Ende Stückwerk, zusammengebastelt aus verschiedensten Bestandteilen, die alle nicht so wirklich interessant sind.
Zu wenig Spannung
Die inhaltliche Schwäche macht sich auch bei den Figuren bemerkbar. Gerade Henry ist schon sehr blass geworden, Hauptdarsteller Brandon Lessard gelingt es nicht, ihm mehr Kontur zu verleihen. Richtig verschwendet sind zudem St Christopher und die Indigene Running Cub (Q’orianka Kilcher), der vorgeworfen wird, den vorherigen Sheriff getötet zu haben. An diesen Stellen hätte The Unholy Trinity das Potenzial gehabt, ein bisschen mehr zu liefern und gesellschaftliche Aspekte einzubauen. Das wollte man aber wohl nicht, aus dem Material wird ziemlich wenig herausgeholt. Natürlich muss ein Western keinen Tiefgang haben, um sehenswert zu sein. Er darf auch einfach nur Spaß machen, um sein Dasein zu rechtfertigen.
Aber selbst das ist nicht wirklich der Fall. Regisseur Richard Gray hat zwar eigentlich passende Erfahrungen zuvor gesammelt, inszenierte mehrere Thriller und den Western Mord in Yellowstone City. Spannend ist das Ergebnis aber kaum, die Actionszenen sind nicht so wirklich mitreißend. Die Bilder sind zudem gemischt. Während die Gegend schon die eine oder andere stimmungsvolle Aufnahme mitbringt, sind die Kulissen zu spartanisch und sauber. Man nimmt dem Film, der auf dem Zurich Film Festival 2024 Weltpremiere hatte, einfach nicht ab, dass er in einer verstaubten Kleinstadt spielt. Tatsächlich schlecht ist The Unholy Trinity zwar nicht. Aber auch nicht gut genug, um das unbedingt weiterempfehlen zu müssen.
OT: „The Unholy Trinity“
Land: USA
Jahr: 2024
Regie: Richard Gray
Drehbuch: Lee Zachariah
Musik: Marco Beltrami, Tristan Beltrami
Kamera: Thomas Scott Stanton
Besetzung: Pierce Brosnan, Samuel L. Jackson, Brandon Lessard, Veronica Ferres, Gianni Capaldi, Q’orianka Kilcher
Amazon (DVD „The Unholy Trinity“)
Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.
(Anzeige)











