
Die Angst ist groß bei Tara Berkel (Taneshia Abt), als eines Nachts jemand bei ihr einbricht. Der Täter ist dabei schnell gefasst: Uwe Petric (Andreas Anke) war es. Denn der sucht Beweise dafür, dass Tara ihren Mann Jakob (Philipp Zemmrich) umgebracht hat, den Sohn von Petrics Partnerin Vicky (Judith Engel). Letztere ist davon überzeugt, dass Jakob etwas zugestoßen ist, weil er sich schon länger nicht mehr bei ihr gemeldet hat, was ganz untypisch für ihn ist. Tara Berkels Erklärung, er sei zum Wandern fortgegangen, glaubt sie nicht. Ina Zimmermann (Melanie Marschke), Kim Nowak (Amy Mußul) und Moritz Brenner (Johannes Hendrik Langer) müssen nun der Sache nachgehen, obwohl sie nicht einmal wissen, ob da überhaupt ein Verbrechen begangen wurde …
Verbrechen oder nicht?
Nachdem die 26. Staffel von SOKO Leipzig über längere Zeit eigentlich recht verlässlich war im Hinblick auf die Qualität, kam es zuletzt doch wieder zu starken Schwankungen. Zwar arbeitet die ZDF-Krimiserie nicht mit so extremen Unterschieden bei der Tonalität, wie das in der Vorgängerstaffel der Fall war. Aber man neigt gerade wieder zu seltsamen Einfällen. War Weihnachten im April, ein Thriller um eine psychisch kranke Ex-Soldatin, die ihr Kind zurückhaben will, dabei noch ganz ordentlich, verkam Disco Kind letztes Mal zu einer Seifenoper, die auch wegen ihres bizarren Endes negativ in Erinnerung blieb. Jakobs Weg, die 22. Folge der besagten Staffel, ist da wieder etwas besser geworden, ohne aber wirklich zu überzeugen.
Dabei ist das anfängliche Szenario ganz vielversprechend. Üblicherweise beginnt ein Krimi mit dem Aufdecken eines Verbrechens, danach muss herausgefunden werden, wer das Verbrechen begangen hat. Hier ist es hingegen so, dass unklar ist, ob überhaupt ein Verbrechen stattgefunden hat. Vielleicht ist Jakob, wie es gesagt wurde, auf einer Wanderung und will seine Ruhe. Vielleicht ist er tot. Vielleicht ist er aber auch abgehauen, bei den zum Teil furchtbaren Leuten in seinem Umfeld wäre das kein Wunder. Man bekommt bei SOKO Leipzig: Jakobs Weg also schon ein bisschen was zum Grübeln und Spekulieren, muss dafür aber in Kauf nehmen, dass die Figuren anstrengend sind. Das gilt nicht nur für die im Fall, auch das Polizeitrio nervt, da die Verhältnisse seit dem Tod von Jan einige Wochen zuvor kaputt sind.
Bescheuertes Ende
Das muss man dann nicht alles immer nachvollziehen können. Es war aber auch schon mal schlimmer gewesen in den letzten Wochen, weshalb das hier nach einer weiteren durchschnittlichen Folge aussieht. Dann kommt aber das Ende. Dieses ist tatsächlich überraschend, bringt eine unerwartete Wendung, die das Ganze aufwertet. Nur ist die Geschichte selbst, Auflösung inklusive, so willkürlich und bescheuert, dass man das kaum ernstnehmen kann. Auf diese Weise ist SOKO Leipzig: Jakobs Weg dann doch wieder ein nur mäßiger Beitrag des Publikumslieblings. Nächstes Mal geht es in Unsterblich um einen Fitnesscoach, der die Unsterblichkeit erlangen wollte, nun aber tot im Eisbad liegt.
OT: „SOKO Leipzig: Jakobs Weg“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Robert Del Maestro
Drehbuch: Axel Hildebrand
Musik: Vanessa Donelly
Kamera: Christian „Buenos“ Diaz
Besetzung: Melanie Marschke, Amy Mußul, Johannes Hendrik Langer, Daniel Steiner, Michael Rotschopf, Carlotta Bähre, Andreas Anke, Taneshia Abt, Judith Engel
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