
Es ist noch gar nicht so lange her, dass Brian Haller (Paul Wollin) beinahe seine Freundin Marissa Mey (Zoë Valks) ermordet hatte. Nur durch ein Eingreifen in letzter Sekunde durch Kim Nowak (Amy Mußul) konnte das Schlimmste verhindert werden. Zu fünf Jahren Haft wurde Haller daraufhin verurteilt. Nach rund der Hälfte ist er jedoch schon wieder auf Bewährung draußen, wegen guter Führung. Seither lebt Mey wieder in Angst. Aber auch an Nowak geht das nicht spurlos vorüber, die ohnehin bereits psychisch angeknackste Polizistin ist in einem Ausnahmezustand und will unbedingt verhindern, dass er seiner Ex wieder etwas antut. Ina Zimmermann (Melanie Marschke) und Moritz Brenner (Johannes Hendrik) versuchen zwar, sie dabei zu unterstützen. Doch auch ihnen sind die Hände gebunden …
Grotesk unprofessionell
Irgendwann ist alles mal vorbei, selbst die 26. Staffel von SOKO Leipzig. Eine schlechte Nachricht ist das nicht. Zwar war die beliebte ZDF-Krimiserie in den letzten Monaten überwiegend kontinuierlich Mittelmaß gewesen. Zuletzt hatte es aber mehrfach Ausschläge nach unten geben. Denn während Unsterblich über einen Gesundheitsfanatiker, der tot im Eisbad gefunden wird, noch interessante Ansätze hatte, war davor Jakobs Weg über einen womöglich verschwundenen Mann eher enttäuschend. Im Nachhinein war das aber noch immer vertretbar, zumindest im Vergleich zu der 24. Folge Die Zeit heilt alle Wunden, mit der die Staffel beendet wird. Denn die ist über wiete Strecken mal wieder eine einzige Zumutung geworden.
Zunächst einmal: Ja, schon wieder hat das Team mit dem Verlust von Jan zu kämpfen, der im Einsatz getötet wurde. Das mag durchaus verständlich sein, wenn ein langjähriger Kollege und Freund so tragisch stirbt. Aber diese exzessive Trauerphase, bei der auch niemand in der Lage ist, sich mit den eigenen Gefühlen auseinanderzusetzen, ist schon nervig. SOKO Leipzig: Die Zeit heilt alle Wunden ist da noch einmal schlimmer, weil sich Nowak auf groteske Weise beim aktuellen Fall unprofessionell verhält. Wenn es dafür mal Konsequenzen gäbe, ließe sich das verschmerzen. Aber die Serie fällt immer mal wieder dadurch auf, dass die Polizei sich nicht an Regeln und Gesetze hält, sondern allein von Gefühlen geleitet wird. Das wird hin und wieder kritisiert. Änderungen gibt es aber ebenso wenig wie eine Einsicht, dass das anders laufen sollte.
Wichtiges Thema verschenkt
Der Fall an sich ist sowieso missglückt. Dass sich die Krimiserie trauen würde, tatsächlich gegen die Erwartungen zu agieren, war kaum zu erwarten. Es passiert dann auch genau das, was die meisten vorhersagen werden. Obwohl da prinzipiell schon eine größere Bedrohung vorliegt, tatsächlich spannend wird SOKO Leipzig: Die Zeit heilt alle Wunden nie. Dabei hätte man aus dem Szenario tatsächlich etwas machen können, da es einige diskussionswürdige Punkte gibt und das Thema ebenso wichtig wie aktuell ist. Anstatt die aufgeworfenen Fragen aber wirklich aufzugreifen und diese zu verhandeln, gibt es wieder nur reißerische Hysterie und Gefühlexzesse, die einen hoffen lassen, dass die reale Polizei kompetenter und gefestigter auftritt.
OT: „SOKO Leipzig: Die Zeit heilt alle Wunden“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Jörg Mielich
Drehbuch: Markus Hoffmann, Marlon del Mestre
Musik: George Kochbeck
Kamera: Henning Jessel
Besetzung: Melanie Marschke, Amy Mußul, Johannes Hendrik Langer, Michael Rotschopf, Anton Weil, Zoë Valks, Paul Wollin
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