
Früher arbeitete Michael Mason (Jason Statham) als Auftragskiller für die britische Regierung, bevor er sein Gewissen entdeckte – sehr zum Ärger seines Vorgesetzen Manafort (Bill Nighy). Seither lebt er zurückgezogen auf einer einsamen Insel, wo er jeglichen Kontakt zur Außenwelt vermeidet. Sein Hund reicht ihm. Die einzige Ausnahme ist die junge Jessie (Bodhi Rae Breathnach), die einmal pro Woche vorbeikommt und ihn mit Nahrungsmitteln versorgt. Und auch bei ihr achtet er streng darauf, kein Wort zu viel zu sagen, was das Mädchen sehr ärgert. Das ändert sich, als Jessie eines Tages auf der Rückfahrt von der Insel kentert und Mason sie rettet. Wohl oder übel muss er sich anschließend um sie kümmern. Das eigentliche Problem ist jedoch, dass Manafort seinen ehemaligen Lieblingskiller gefunden hat und nun die letzten losen Fäden beseitigen will …
Neuer Auftrag für die Ein-Mann-Armee
Kaum ein Schauspieler dürfte derzeit vergleichbar verlässlich sein wie Jason Statham. So hat der Brite zuletzt immer einen Film pro Jahr veröffentlicht. Jedes Mal handelte es sich um einen Actionthriller, in dem der Protagonist gegen seinen Willen in eine schmutzige Geschichte hineingezogen wird und im Alleinkampf sämtliche Feinde ausschaltet. Der größte Unterschied war dann noch, welchen Beruf seine jeweilige Figur gerade ausübte. In The Beekeeper spielte er einen ehemaligen Kämpfer einer Geheimorganisation, der jetzt Bienen züchtet. In A Working Man war er als ehemaliger Royal Marine zu sehen, der jetzt als Bauarbeiter tätig ist. Nun also ein ehemaliger Auftragskiller in Shelter. Einen tatsächlichen aktuellen Beruf hat dieser nicht. Wie er sein Leben auf der Insel finanziert, wird nicht thematisiert.
Damit fällt ein Teil der Komik weg, welche die beiden letzten Filme prägte und bei der man sich nie ganz sicher sein konnte, ob sie freiwillig oder unfreiwillig ist. Dieses Mal gibt sich Statham, der erneut auch als Produzent beteiligt war, deutlich ernster. Das zeigt sich einerseits bei der Optik, welche die verschiedensten Grautöne zelebriert. Aber auch inhaltlich versucht sich Shelter daran und packt eine tragische Vorgeschichte rund um das Mädchen aus. Mason wird zu einer Art Ersatzvater, der sich um das Wohl von Jessie kümmern und sie beschützen muss. Zu dem Zweck gibt es immer wieder ruhige Passagen, in denen die Figuren im Mittelpunkt stehen und in denen das Publikum eine emotionale Bindung zu den beiden aufbauen soll. Eine wichtige Voraussetzung, um mitfiebern zu können.
Weniger lächerlich, dafür beliebig
Das bedeutet aber nicht, dass Shelter sehr viel realistischer geworden ist. Wenn es dann doch mal zur Sache geht, wird es gewohnt übertrieben. Der genreerfahrene Regisseur Ric Roman Waugh (Greenland, Angel Has Fallen) lässt Statham wieder mal als Ein-Mann-Armee auftreten. Und auch wenn dieser natürlich in die Jahre kommt, mittlerweile Ende fünfzig ist, das Ergebnis kann sich schon sehen lassen. Da wird gehauen und getreten. Manchmal kommen Waffen zum Einsatz oder der Eremit versucht, mit Fallen den übermächtigen Feind aufzuhalten. Dass eine Gruppe bestens ausgebildeter Kämpfer nicht dazu in der Lage sein sollen, einen einzelnen Mann auszuschalten, der seit Jahren nicht mehr im Dienst ist, muss man natürlich glauben wollen, wenn man sich das hier anschaut.
Wen das alles nicht stört und sich auch an der Formel nicht sattgesehen hat, kann es durchaus hiermit versuchen. Zumindest wird Shelter nicht ganz so lächerlich, wie es die letzten beiden Filme von Statham waren. Dafür ist der Film dezent langweilig, wenn wirklich gar nichts mehr zu finden ist, das ihn von anderen Genrevertretern unterscheidet. Man kann sich hierüber nicht einmal wirklich ärgern, dafür ist das zu beliebig. Wie viele Geschichten über Ex-Agenten, Ex-Killer oder andere Ehemalige, die von ihrer Vergangenheit eingeholt werden, braucht es denn noch? Lediglich Nighy als finsterer Geheimdienstantagonist hilft etwas dabei, dem Film so etwas wie eine Persönlichkeit zu geben.
OT: „Shelter“
Land: UK, USA
Jahr: 2026
Regie: Ric Roman Waugh
Drehbuch: Ward Parry
Musik: David Buckley
Kamera: Martin Ahlgren
Besetzung: Jason Statham, Bodhi Rae Breathnach, Naomi Ackie, Daniel Mays, Harriet Walter, Bill Nighy
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