
Es ist eine abscheuliche Entdeckung, die da am Grund des Bodensees gemacht wird: ein Fass mit einer Leiche darin. Chiara Locatelli (Maria Wördemann) und Doro Beitinger (Franziska Weisz) gehen der Sache nach. Dabei stellt sich heraus, dass es sich bei dem Toten um Charly Lobinger handelt, der vor einigen Jahren beim Lotto groß abgeräumt hatte, später aber spurlos verschwand. Die Polizei nimmt sich Mona Reichel (Marlene Markt) vor, die mit ihrer Schwester Linda (Pia Zimmermann) eine Schnapsbrennerei betreibt und mit Charly zusammen war, als Charly verschwand. Aber auch seine Mutter Vera Schreiner (Barbara Romaner) und sein Stiefvater Peter Schreiner (Michael A. Grimm), zu dem er ein schwieriges Verhältnis hatte, werden befragt …
Teilverbesserte zweite Folge
Öfter mal was Neues, dachte man sich wohl beim ZDF und schickte mit Mordufer eine neue Krimiserie auf Zuschauerjagd, auf dem beliebten Freitagabendplatz, wo unter anderem Die Chefin und Der Alte laufen. Als Versuchsballon wurden vier Folgen produziert, danach wird geschaut, ob sich das alles lohnt. Zumindest im Hinblick auf die Quote war die Auftaktfolge Brennen soll sie erfolgreich. Mehr als fünf Millionen Zuschauer und Zuschauerinnen waren dabei, als sich das neue Duo zusammenfindet und klären muss, wer eine Schönheitschirurgin verbrannt hat. Mit Kurzes Glück kommt gleich eine zweite Episode hinterher und ist zumindest in mancher Hinsicht etwas besser geworden als die schwache Pilotfolge.
So ist man beim zweiten Mal etwas fokussierter, die Geschichte franst nicht annähernd so schlimm aus wie beim Auftakt. Außerdem musste man bei der neuen Folge die Figuren nicht mehr einführen, weshalb die ganze plumpe Exposition wegfällt. Dann und wann gibt es zwar auch bei Mordufer: Kurzes Glück noch Momente, wo die Dialoge nicht ganz so natürlich ablaufen. Aber im Vergleich zu den vermurksten Exemplaren der Vorwoche ist das schon ein Fortschritt. Das Team selbst geht auch in Ordnung, es ist ganz angenehm, wie gut die beiden Frauen zusammenarbeiten und die ältere der beiden kein Problem hat, dass die jüngere ihre Chefin ist. Streckenweise sieht das hier also nach einem ordentlichen Krimi aus, zumal der Einstieg wie schon letztes Mal besonders ist. Eine Leiche in einem versenkten Fass findet man nicht alle Tage.
Bescheuertes Ende
Aber es gibt auch ein paar Irritationen, welche den positiven Eindruck trügen. Zum einen überschreiten die beiden gern mal Grenzen und setzen andere unter Druck, Zum anderen hätte es wirklich nicht sein müssen, dass der Bankangestellte Alexander Hausmann (Alexandros Koutsoulis), der das Geld des Toten verwaltet, auch noch der Fußballtrainer von Beitlingers Sohn ist. Solche persönlichen Verwicklungen sind oft ärgerlich unnötig, so auch hier. Während man damit noch hätte leben können, ist die Auflösung wieder richtig bescheuert. Mordufer: Kurzes Glück liefert zwar vorher schon Hinweise, weshalb die Überraschung nicht ganz so groß ist. Dennoch, da hätte man sich doch etwas Besseres einfallen lassen können. Nächstes Mal geht es in Die große Gier um zwei ermordete Frauen.
OT: „Mordufer: Kurzes Glück“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Christoph Ischinger
Drehbuch: Regine Bielefeldt
Musik: Jens Langbein, Robert Schulte Hemming
Kamera: Constantin Campean
Besetzung: Franziska Weisz, Maria Wördemann, Lucas Prisor, Paul Ahrens, Ronald Kukulies, Anna Gesa-Raija Lappe, Ralf Bauer, Marlene Markt, Pia Zimmermann, Michael A. Grimm, Barbara Romaner, Alexandros Koutsoulis
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