
Claire (Kat Graham) hat eine traurige Vorgeschichte. Erst verlor sie ihre Familie durch ein Feuer, welches durch den nachlässigen Vermieter verschuldet wurde. Und als sie dessen Zuhause aus Rache anzündete, erwischte es den Vermieter selbst, ohne dies zu wollen. Zumindest ist es das, was sie dem Richter seinerzeit sagte. Diese Geschichte hat sie inzwischen aber hinter sich gelassen, ihre Zukunft sieht sehr vielversprechend aus. So hat sie einen tollen Job bekommen bei dem Immobilienmogul Scott Crane (Sebastian Roché). Privat ist sie glücklich mit Eve (Merritt Patterson) liiert, die sie zufällig beim Schwimmen kennengelernt hat, auch wenn beide die Beziehung locker halten wollen. Aus gutem Grund, wie Claire kurze Zeit feststellt: Eve ist in Wahrheit die Frau von Scott. Und der ist kurze Zeit später verschwunden …
Eine unsinnige Affäre
Es gibt nicht eben wenige Filme, bei denen die Hauptfigur eine Affäre beginnt und dafür einen hohen Preis bezahlen muss. Das bekannteste Beispiel dürfte Eine verhängnisvolle Affäre sein, wo ein verheirateter Mann an eine Frau gerät, die sich als Psychopathin herausstellt. Neueren Datums sind die Filme Close to Me und The Sleeping Woman, auch dort nehmen Affären eine unheimliche Wendung. Heatwave geht grundsätzlich in eine ähnliche Richtung, mit einem großen Unterschied jedoch. Hier weiß die Protagonistin gar nicht, dass sie nur eine Geliebte ist. Das entlastet sie moralisch, weshalb der Film auch nicht direkt sie bestraft, wie es bei vielen solcher Thriller der Fall ist. Probleme hat sie dennoch mehr als genug, weil ihre Lage sich von Minute zu Minute verkompliziert.
Eines vorweg: Glaubwürdigkeit sollte man dabei nicht erwarten. Schon das anfängliche Szenario ist sehr konstruiert. Wie groß ist schon die Wahrscheinlichkeit, „zufällig“ privat die Frau des Chefs kennenzulernen und sich in diese zu verlieben? Manche Filme würden solche Enthüllungen später als große Wendung einbauen. Bei Heatwave wird das relativ schnell verraten. Dafür warten später andere Twists auf das Publikum, einer absurder als der andere. Wer gern Geschichten sieht, die zumindest irgendwo alltagstauglich sind, lässt das hier besser gleich ganz bleiben. Der Film richtet sich an ein Publikum, das sich an Überraschungen erfreut, koste es, was es wolle. Ein bisschen neugierig darf man auch tatsächlich sein, wie unsinnig es noch wird.
Minderwertiger Trash
Wenig überzeugend ist hingegen der emotionale Teil. Zwar ist Regisseur Ernie Barbarash sehr erfahren, was romantische Weihnachtsfilme angeht. Unter anderem hat er in den letzten Jahren Weihnachten unter den Polarlichtern und I’m Glad It’s Christmas gedreht. Und doch nimmt man das mit der Romantik zwischen den beiden Frauen einfach nicht ab. Tatsächlich ist das alles so unromantisch, dass man vermutet, dass auch das zu einer Wendung dazugehören könnte. Ganz falsch ist das nicht. Natürlich hat sich Heatwave auch zu diesem Aspekt etwas einfallen lassen. Denn hier ist irgendwie alles anders, als man es zunächst denkt. Nur nachdenken sollte man darüber dann eben nicht. Vielleicht ist es sogar ratsam, gar nicht erst aufzupassen.
Kann man damit Spaß haben? Sicherlich. Der Film erinnert an diverse Trash-Produktionen, die fürs Fernsehen und Streamingdienste entstehen. Und die haben ja durchaus ein Publikum. Heatwave ist etwas hochwertiger produziert, sieht nicht ganz so billig aus wie andere Machwerke. Das reicht aber kaum aus, um dem Ganzen eine Empfehlung auszusprechen. Gut ist der Film nicht, selbst Mittelmaß ist ziemlich weit weg. Daran trägt auch das Ensemble eine Mitverantwortung, wenn es diesem nicht gelingt, die Figuren tatsächlich menschlich erscheinen zu lassen. Zugegeben, bei diesem Drehbuch war das auch schwierig. Die Dialoge sind teilweise fürchterlich. Und wenn in einem Monolog das Feuer der Liebe heraufbeschworen wird, ist der Ofen endgültig aus.
OT: „Heatwave“
Land: Kanada, USA
Jahr: 2022
Regie: Ernie Barbarash
Drehbuch: Chris Sivertson
Musik: Rich Walters
Kamera: Tyler Walzak
Besetzung: Kat Graham, Merritt Patterson, Sebastian Roché
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