Für immer ein Teil von dir Reminders of Him
© Universal Pictures

Für immer ein Teil von dir – Reminders of Him

Für immer ein Teil von dir Reminders of Him
„Für immer ein Teil von dir – Reminders of Him“ // Deutschland-Start: 12. März 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Sechs Jahre sind vergangen, seit Kenna Rowan (Maika Monroe) unter Einfluss von Rauschmitteln einen Autounfall hatte, bei dem sie verletzt wurde und ihr damaliger Freund Scotty (Rudy Pankow) ums Leben kam. Von Schuldgefühlen geplagt, akzeptierte die damals bereits schwangere Kenna ein Schuldeingeständnis und die resultierende Gefängnisstrafe. Nach ihrer Entlassung kehrt sie zurück in ihre alte Stadt, in der Hoffnung, ihre vierjährige Tochter zumindest sehen zu können. Sowohl ihre Schwiegereltern als auch Scottys ehemaliger bester Freund, der NFL Spieler Ledger (Tyriq Withers), verweigern ihr jedoch den Zugang. Nach und nach lernt Ledger sie jedoch besser kennen und könnte ihre Möglichkeit zu einer zweiten Chance werden.

Besteller-Bauplan 

Für immer ein Teil von dir ist nach Nur noch ein einziges Mal und All das Ungesagte zwischen uns bereits die dritte Romanverfilmung der Bestsellerautorin Colleen Hoover. Nach den Adaptionen durch Justin Baldoni und Josh Boone nimmt sich diesmal mit Vanessa Caswill eine Frau einer Geschichte an, die erneut durch Lebensnähe, Romantik und Tragik bestechen soll. Wie bereits bei den vorangegangenen Verfilmungen ist Hoover auch wieder eng in den kreativen Schaffensprozess eingebunden, was trotz alleinstehender Handlung ein atmosphärisches Déjà vu erzeugt.

Klischees im Gewand der Erlösung 

Für immer ein Teil von dir eröffnet mit Kennas Rückkehr und dem Abbauen eines Holzkreuzes an der Unfallstelle, Scotty habe Memoranden gehasst. Mit dem Kreuz im Schlepptau setzt sie ihren Weg zurück in ihre frühere Heimat fort. Die biblische Analogie könnte offensichtlicher kaum sein. Wie Jesus auf seinem letzten Gang bürdet sie sich eine selbst auferlegte Last auf, obwohl sie frei von Schuld ist. Nach dieser vergleichsweise subtilen Eröffnung wird Vanessa Caswills Bildsprache noch klarer. Kennas Erinnerungen an eine glücklichere, unbeschwerte Zeit mit Scotty sind durch warme Farben unterlegt, die Gegenwart ist in kühleren Tönen gehalten, reflektiv zu ihrem aktuellen Gemütszustand. Gleichermaßen verhält es sich mit der musikalischen Untermalung. Trotz des Versuchs erzählerischer Rechtfertigung bleibt sie manipulativ und offensichtlich darauf ausgerichtet, die Stimmung des Publikums zu lenken.

Hoffnungslosigkeit und Reue für einen Istzustand, dessen Charakteristik Zuschauer in den ersten Minuten voraussehen können, bevor er trotz allem über 120 Minuten minutiös ausgebreitet wird. Dabei bleibt jedoch kein Raum für stimmige Figurenzeichnung und echte Charakterentwicklung. Während Nebenfiguren zu bloßen Expositionsgebern degradiert sind, ist die Dynamik zwischen Kenna und Ledger espritlos und frei von Chemie. Letzteres liegt weniger an der schauspielerischen Leistung von Maika Monroe und Tyriq Withers als an der Oberflächlichkeit des Drehbuchs.

Abseits dessen bleibt Für immer ein Teil von dir seinem Untertitel treu. „Jeder verdient eine zweite Chance“ verrät im Vorfeld, wohin die narrative Reise geht. Wie bereits der Roman bietet auch die filmische Adaption keine echte Fallhöhe. Stattdessen bekommen Kinogänger ein Feel-Good-Märchen über Reue, Mutterschaft und ehrliche Bemühung. Kennas Geschichte ist gerade so tragisch genug, ihre angeblichen Fehler leicht zu verzeihen. Ab der ersten Minute ist man als Zuschauer an sie gebunden, fühlt sich zugehörig und dementsprechend bereit für ein erhofftes Happy End. Für immer ein Teil von dir konstruiert eine Welt, die es leicht macht, auf der Seite der Protagonistin zu sein. Echte moralische Ambivalenzen existieren nicht, der Wunsch nach dieser zweiten Chance ist nur inhärent menschlich. Wenn diese Grundbereitschaft für Feel Good vorhanden ist, funktioniert der Film genau wie konzipiert.

Credits

OT: „Reminders of him“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Vanessa Caswill
Drehbuch: Lauren Levine, Colleen Hoover
Vorlage: Colleen Hoover
Musik: Tom Howe
Kamera: Tim Ives
Besertzung: Maika Monroe, Tyriq Withers, Rudy Pankow, Lainey Wilson, Lauren Graham, Bradley Whitford, Nicholas Duvernay

Bilder

Trailer

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Für immer ein Teil von dir – Reminders of Him
fazit
"Für immer ein Teil von dir" ist ein formelhaftes Sommermärchen über Reue, Verantwortung, Akzeptanz und zweite Chancen. Statt liebevoller Charaktergestaltung konzentriert sich Regisseurin Vanessa Caswill aber auf die Inszenierung generalisierter emotionaler Schlüsselmomente. Getragen von audiovisueller Bevormundung, funktioniert der Film in Momenten der Melodramatik, solange Publikum und Fans genug Bereitschaft mitbringen, über die narrativen Schwächen hinwegzusehen.
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