
Als Holzbaron ist Karl Zenker (Michael Kind) bei den Menschen sehr bekannt, er gehörte zu den wichtigsten Arbeitgebern der Gegend. Und doch ist er tot, jemand hat ihn ermordet. Aber wer? Und aus welchem Grund? Das Polizeiduo Robert Winkler (Kai Scheve) und Karina Szabo (Lara Mandoki) versucht, eben das herauszufinden. Dabei kommen die verschiedensten Leute dafür in Frage. Da ist zum Beispiel sein Sohn Heiko (André Kaczmarczyk), der seit Kurzem die Geschäfte leitete und dabei immer wieder mit dem Patriarchen aneinandergeraten ist. Aber auch Mitarbeiter Gregor Kampmann (Christian Erdmann) und Pfarrerin Schubert (Inka Friedrich) werden unter die Lupe genommen, da sie sich verdächtig verhalten …
Stimmiger Krimi
2019 an den Start gegangen erfreut sich die ZDF-Krimireihe Erzgebirgskrimi längst größerer Beliebtheit. Meistens schalten mehr als sechs Millionen ein, um in der ostdeutschen Provinz an der Seite der Polizei zu grübeln, wer ein Verbrechen begangen hat. Der Sender belohnte diese Treue letztes Jahr mit gleich drei neuen Teilen. Zuletzt war das Team vergangenen Sommer in Über die Grenze im Einsatz. Damals ging es um eine 30 Jahre alte Leiche, die bei Bauarbeiten entdeckt wurde, sowie einen ortsbekannten Säufer, der erhängt aufgefunden wurde. Seither pausierte die Reihe, obwohl sie eine ganze Zeit lang im Winter zu sehen war. Aber nun hat die Wartezeit ein Ende, mit Mordholz gibt es wieder Nachschub. Dabei ist der 14. Teil auch wieder etwas besser geworden als der direkte Vorgänger.
Grundsätzlich hält man sich natürlich eng an das Erfolgsrezept. Zwar wird dieses Mal auf die folkloristischen Elemente verzichtet, welche gerade in den ersten Teilen immer wieder eingebaut wurden, um für Flair zu sorgen. Aber es wird schon darauf geachtet, dass sich das alles irgendwie lokal anfühlt. So darf Försterin Saskia Bergelt (Teresa Weißbach) wieder mitmischen, obwohl es die Figur fast nie braucht. Vor allem aber der große Fokus auf die Holzgeschäfte tragen dazu bei, dass Erzgebirgskrimi: Mordholz stimmiger ist. Dabei gelang es, das Regionale mit gesellschaftlich-politischen Themen zu verbinden, ohne dass es sich dadurch aufgesetzt anfühlt. An der einen oder anderen Stelle lädt der Film sogar zum Diskutieren ein, wenn Antworten doch nicht so einfach sind.
Ermittlung im bekannten Kreis
Auffällig ist dieses Mal noch die Besetzung. Dass in deutschen Fernsehkrimis immer wieder bekannte Schauspieler und Schauspielerinnen Gastauftritte haben, ist zwar nicht ungewöhnlich. Bei Erzgebirgskrimi: Mordholz sind es aber besonders viele. Teilweise ist das gut, weil das Ensemble in den Schlüsselszenen überzeugt. Ein bisschen irritierend ist es aber schon, wie so viele vertraute Gesichter mitmischen, gerade auch wenn die dazugehörigen Menschen sonst im Fernsehen selbst ermitteln und in Krimis als Kommissare und Kommissarinnen zu sehen sind. So spielt neben André Kaczmarczyk (Polizeiruf 110) und Christian Erdmann (Ostfrieslandkrimis) unter anderem Jana Klinge (Nord bei Nordwest) eine der Verdächtigen. Irgendwie bleibt man dieses Mal fast ausschließlich unter sich.
Der Fall an sich ist schön wendungsreich und führt dabei in die unterschiedlichsten Richtungen. Nicht alle davon sind überzeugend, zwischendurch wird das schon ein bisschen zu sehr Seifenoper – zumal ähnliche Geschichten in anderen Krimis mehrfach verwendet wurden. Da hätte man sich besser für eine andere Erklärung entschieden. Die besagte schauspielerische Leistung sorgt aber dafür, dass das trotz eines fragwürdigen Inhalts emotional genug wird, um zu wirken. In der Summe ist Erzgebirgskrimi: Mordholz daher schon ein solider Krimi geworden, zumal die Aufnahmen aus der Gegend wie immer ganz hübsch geworden sind. Wer ein bisschen rätseln will, verbunden mit dem einen oder anderen menschlichen Drama, kann also einen Blick riskieren. Fans der Reihe können sowieso einschalten, da das hier eine der besseren Folgen ist.
OT: „Erzgebirgskrimi: Mordholz“
Land: Deutschland
Jahr: 2025
Regie: Lena Knauss
Drehbuch: Leo P. Ard, Rainer Jahreis
Musik: Moritz Schmittat
Kamera: Armin Dierolf
Besetzung: Kai Scheve, Teresa Weißbach, Lara Mandoki, Thomas Thieme, Masha Tokareva, André Kaczmarczyk, Leonie Brill, Inka Friedrich, Michael Kind, Jana Klinge, Shenja Lacher, Julia Richter, Christian Erdmann
Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.
(Anzeige)














