
Ihren ersten Arbeitstag als Notfallsanitäterin hat sich Elli Kempfer (Klara Deutschmann) auch anders vorgestellt. Denn noch bevor sie ihre Stelle antritt, muss sie einer Frau helfen, die sich lebensgefährlich verletzt hat. Aber auch sonst ist das alles andere als einfach. So kommt es rasch zu Konflikten mit ihrem neuen Kollegen Felix Sorell (Sebastian Griegel) und diversen Ärzten und Ärztinnen im Krankenhaus, darunter Dr. Jasper Graf (Lucas Reiber). Und dann ist da noch die rätselhafte Geschichte um die junge Alma Breitner (Renée Gerschke), die daheim die Treppe heruntergefallen ist und seither nichts mehr hören kann. Da ist es an der Zeit für eine von Ellis unkonventionellen Ideen, mit denen sie die anderen immer wieder aus dem Konzept bringt …
Auftakt einer neuen Krankenhausserie
Irgendwie nehmen sie einfach kein Ende, die Serien rund um Krankenhäuser, alternativ auch Ärzte und Ärztinnen. Zwar sollte man meinen, dass irgendwann der Bedarf nach solchen Produktionen gesättigt ist. Derzeit sieht es aber noch nicht danach aus. Und so versucht sich das ZDF an einer neuen Reihe mit dem Titel Einfach Elli. Ähnlich zu der ARD-Kollegin Die Notärztin folgen wir dabei keiner stationär arbeitenden Ärztin, sondern jemandem, der zu Einsätzen gerufen wird. Erst einmal wurden zwei Filme gedreht, vermutlich, um zu sehen, ob das Publikum überhaupt mitzieht. Denn auch wenn es prinzipiell mehr als bewährt ist, wenn da jemand kranken Leuten hilft, versucht man hier zumindest, das eine oder andere etwas anders zu machen. Ob die Leute daheim vor den Fernsehern mitziehen werden, bleibt abzuwarten. Zum Auftakt gibt es auf jeden Fall erst einmal Neuanfang zu sehen.
Dabei handelt es sich um eine typische Einstiegsfolge. Diese dient nicht nur dazu, dass die Figuren vorgestellt werden. Die Protagonistin fängt zudem eine neue Stelle an, was sich immer als Beginn einer Geschichte anbietet. Denn das bedeutet, dass sie sich gleichzeitig zum Publikum irgendwie orientieren muss. Vieles von dem, was hier zu Beginn erzählt wird, dürfte einem bekannt vorkommen. Einfach Elli: Neuanfang ist über weite Strecken ein recht formelhaftes Drama. Natürlich gibt es Konflikte bei der Arbeit, weil die Neue ganz unkonventionell ist und dadurch aneckt. Als Sanitäterin steht sie in der Hierarchie unten den „richtigen“ Ärzten. Aber auch sonst kommt es zu Meinungsverschiedenheiten. Da wird schon richtig viel gestritten in dem Film. Einiges davon lässt sich nachvollziehen, anderes eher weniger.
Hauptsache idyllisch
Begründet wird das Ganze zum Teil dadurch, dass die Titelheldin neurodivergent ist. Was das in ihrem Fall genau bedeutet, wird nicht verraten. Auf der einen Seite ist es natürlich gut, wenn der Film in der Hinsicht sich für mehr Diversität starkmacht. Wenn das alles so schwammig bleibt wie hier, dann wirkt das eher wie eine Pflichterfüllung. Zumal Einfach Elli: Neuanfang auch nicht viel mehr über die Protagonistin zu sagen hat, als dass sie brillant ist – wie immer bei Arztserien – und ihr der Alltag oft zu viel wird. Ein Glück spielt die Reihe aber in den Bergen, weshalb auf Schritt und Tritt eine Wiese wartet, so sie sich zum Entspannen hinlegen kann. Man setzt bei dieser Reihe wohl auf den Reiz von Idyllen, wie er auch in Der Bergdoktor oder Frühling praktiziert wird. Egal, wie schlimm die Geschichten um die Menschen stehen, es scheint immer die Sonne, die Natur ist paradiesisch schön.
Zum Ausgleich kommen dann die diversen persönlichen Probleme hinzu. Schon bei dem Zwischenfall um Grafs Vater darf man mit den Augen rollen, wenn mal wieder ein persönlicher Bezug hergestellt wird. Richtig übel ist aber die Auflösung zum Ende, durch die Einfach Elli: Neuanfang dann endgültig ein übles Seifenoper-Niveau erreicht. Als wäre das mit der klischeehaften dramatischen Zuspitzung davor nicht schon schlimm genug. Diese inhaltlichen Entgleisungen sind ärgerlich, weil es von solchen im deutschen Fernsehen schon mehr als genug gibt und der Beruf des Rettungssanitäters ebenso mehr verdient hätte wie das mit der Neurodiversität. Nächstes Mal erzählt Verzeihen von einem Mann, der sich schwer verletzt und zwischen zwei Frauen steht.
OT: „Einfach Elli: Neuanfang“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Gunnar Fuß
Drehbuch: Christiane Rousseau, Friedemann Goez
Musik: Tim Neuhaus
Kamera: Gunnar Fuß
Besetzung: Klara Deutschmann, Sebastian Griegel, Clelia Sarto, Rainer Bock, Lucas Reiber, Sophie von Kessel, Marcus Mittermeier, Mai Duong Kieu, Renée Gerschke, Anton Algrang
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