Eine bessere Welt TV Fernsehen ZDF Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
© ZDF/Julia Feldhagen/Willi Weber/Frank Hempel

Eine bessere Welt

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„Eine bessere Welt“ // Deutschland-Start: 23. März 2026 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Als kurzfristig eine Teilnehmerin einer Talkshow ausfällt, sagt die Wissenschaftlerin Elena Stanat (Peri Baumeister) zu, die Lücke zu füllen. Doch das wird sie bald bereuen. Schon auf der Bühne muss sie ihr Plädoyer für mehr Umweltbewusstsein und persönlichen Verzicht verteidigen. Während ihr das aber noch einigermaßen gelingt, ist sie mit dem anschließenden Shitstorm völlig überfordert. Hunderte von Hassnachrichten prasseln auf sie ein, nicht wenige drohen ihr mit Gewalt bis hin zum Tod. Völlig verunsichert von den zahlreichen Schreiben, fühlt sie sich zunehmend verfolgt. Selbst in ihrem schönen neuen Haus fühlen sie, ihr Mann Deniz (Serkan Kaya) und die Kinder Sami (Elyas Efe) und Ada (Soraya Marie Efe) nicht mehr sicher. Überall vermutet sie Gefahr und verliert dabei zunehmend die Kontrolle über ihr Leben …

Ein aktuelles und wichtiges Thema

Der Zeitpunkt der Ausstrahlung ist fast schon unheimlich schon gewählt. Nur wenige Tage, nachdem Collien Fernandes die Vorwürfe öffentlich machte, von ihrem Ex-Mann Christian Ulmen auf verstörende Weise online gedemütigt und missbraucht worden zu sein, trifft Eine bessere Welt auf jeden Fall einen Nerv. Zwar sind die Geschichten an sich kaum vergleichbar, die Umstände ganz anders. Doch sowohl die ZDF-Produktion wie auch der reale Vorfall führen vor Augen, wie Menschen im Internet quasi schutzlos Diffamierungen und psychischer Gewalt ausgesetzt sind. Allein deshalb schon ist es gut, wenn der Film einem größeren Publikum gezeigt wird und auf diese Weise dazu beitragen kann, für dieses Thema zu sensibilisieren und vielleicht auch die eine oder andere Debatte anzustoßen. Zumindest in der Theorie.

In der Praxis ist das Werk leider nicht wirklich durchdacht. Das fängt schon damit an, dass es anfangs um etwas ganz anderes geht. So erklärt die Protagonistin im Fernsehen, dass die schädlichen CO2-Emissionen nur dann wirklich gesenkt werden können, wenn wirklich alle sich einschränken und persönlichen Verzicht üben. Das mag schon richtig sein, will aktuell aber niemand hören. Die Diskussionen um das Heizungsgesetz haben das gezeigt. Nach dem Einstieg lässt Eine bessere Welt dieses Thema aber schlagartig fallen. Später spielen Umwelt und Klima praktisch keine Rolle mehr, die provokanten Aussagen sind nur ein Anlass, damit die Wissenschaftlerin und ihre Familie diesem Terror ausgesetzt werden. Grundsätzlich ist es zwar durchaus glaubwürdig, dass ein solcher Auftritt diese Reaktionen nach sich zieht. Ein bisschen seltsam ist es aber schon, wie beliebig der Anlass hier ist.

Reißerischer Psycho-Thriller

Das größere Problem des Films ist aber, dass er sich im Anschluss nur bedingt mit den realen Auswirkungen befasst. Stattdessen wandelt er sich in einen Psychothriller, in dem die Protagonistin komplett die Kontrolle verliert. Die ständigen Drohungen setzen ihr so sehr zu, dass sie überall eine Gefahr sieht – selbst da, wo keine ist. Eine bessere Welt bewegt sich dabei in klassischen Genregefilden. Es gibt nicht wenige Beispiele in der Filmgeschichte, in denen die Hauptfigur psychisch labil ist und das Publikum sich fragen soll, was real ist und was nicht. Wird sie tatsächlich verfolgt oder ist das eingebildet? Hängen die Vorfälle in ihrem Umfeld mit den Hassmails zusammen oder ist das reiner Zufall?

Das kann schon ganz spannend sein. Und doch ist das hier unpassend geworden. Zum einen sind die Szenen völlig übertrieben aufgezogen, man hat bei Eine bessere Welt kaum das Gefühl, dass das wirklich geschieht. Durch die Fokusverschiebung verliert der Film, der auf dem Filmfest München 2025 Premiere hatte, zudem das eigene Thema aus dem Blick. Anstatt sich wirklich mit Hass im Internet zu befassen und mit juristischen Problemen bei der Verfolgung wird ein reißerischer Thriller draus gemacht, der in erster Linie unterhalten will. Dem wichtigen Thema wird der Film so nicht gerecht. Da wäre es sinnvoller gewesen, vielleicht auch zu sagen, warum Morddrohungen von der Polizei nicht verfolgt werden. Stattdessen wird das sofort beiseitegeschoben und die Paranoia weiter befeuert. Schade, aber auf diese Weise bringt das nicht viel.

Credits

OT: „Eine bessere Welt“
Land: Deutschland
Jahr: 2025
Regie: Sebastian Hilger
Drehbuch: Nadine Gottmann
Musik: Stefan Benz
Kamera: Martin L. Ludwig
Besetzung: Peri Baumeister, Serkan Kaya, Soraya Marie Efe, Elyas Efe, Carl Benzschawel, Kayla Shyx, Seumas Sargent

Bilder

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Eine bessere Welt
fazit
In „Eine bessere Welt“ wird eine Wissenschaftlerin nach einem Auftritt im Fernsehen angefeindet und mit Hassnachrichten bombardiert. Das Thema ist zweifelsfrei ebenso wichtig wie aktuell. Umso ärgerlicher ist, dass dieses kaum bearbeitet wird. Stattdessen wurde ein reißerischer Psycho-Thriller daraus gemacht, der sich gar nicht mit all dem auseinandersetzen will.
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