
Als Werner (Uwe Ochsenknecht), Tarik (Aram Arami) und Motte (Marc Oliver Schulze) bei ihrer Route an dem alternativen Kultur- und Jugendzentrum „Venceremos“ vorbeikommen, werden sie Zeuge, wie drei vermummte Männer die Menschen dort überfallen und dabei nicht einmal vor der Rollstuhlfahrerin Jelena (Hannah Schiller) Halt machen. Werner kann da nicht tatenlos zusehen und geht beherzt dazwischen. Das bringt ihm jedoch jede Menge Ärger ein, wird er nun doch von einem der Täter wegen Körperverletzung angezeigt. Während der Vorfall große Wellen schlägt, nimmt seine Tochter Annika (Laura Louisa Garde) den 17-jährigen Angreifer Florian Brandner (Laurids Schürmann) unter die Lupe. Denn da ist etwas an der Geschichte, was ihr seltsam vorkommt. Da muss noch mehr hinter allem stecken …
Die Menschen hinter dem Müll
Seit 2019 schon gehört Die Drei von der Müllabfuhr zum wiederkehrenden Programm am Freitagabend dazu. Zwar ist das Publikum nicht so wahnsinnig groß, rund 3,5 Millionen Menschen schalten meistens ein. Der ARD scheint das aber genug zu sein, um fast jährlich für Nachschub zu sorgen. Letztes Jahr war da Der Neue um einen Sorgerechtsstreit und ein verschwundenes Paket zu sehen. Danach erzählte Schutzgeld von erpresserischen Jugendlichen und großen Liebeskonflikten. Jetzt steht das nächste Doppel an. Den Auftakt macht dabei Hand in Hand, der 13. Teil der Reihe. Und auch wenn das mit der Unglück bringenden Zahl natürlich ein reiner Aberglaube ist, dem man nicht viel Beachtung schenken sollte: Das hier ist doch eindeutig einer der schwächeren Filme geworden.
Das Konzept ist dabei nicht anders als sonst auch. Wir folgen dem beruflichen Alltag der drei, die es irgendwie dauernd schaffen, auf ihren Touren neuen Leuten mit besonderen Problemen zu begegnen. Bei Die Drei von der Müllabfuhr: Hand in Hand sind es nun eben die Alternativen, die ein lange leerstehendes Gebäude in Berlin besetzt haben und damit zu einem Reizfaktor für andere geworden sind. Das Konzept ist auch Jahre später nicht verkehrt. Zum einen wirft es ein Schlaglicht auf einen Beruf, mit dem niemand etwas zu tun haben will, obwohl er so wichtig ist für das Funktionieren der Gesellschaft – besonders in den Städten. Zum anderen kommen Müllwerker zwangsläufig mit den unterschiedlichsten Menschen in Berührung. Denn Müll produzieren sie alle, ob alt oder jung, reich oder arm. Das erlaubt es, die unterschiedlichsten Geschichten zu erzählen und in den verschiedensten Milieus unterwegs zu sein.
Gutes Thema, plakativ umgesetzt
Das heißt aber nicht, dass deswegen auch alles plausibel ist. Dass Werner dazwischengeht, wenn er sieht, wie die Leute in dem Zentrum angegriffen werden, das ist zwar zu erwarten. So kennen wir ihn. Die Drei von der Müllabfuhr: Hand in Hand nimmt das zum Anlass, um sich allgemein sehr politisch zu äußern. Dieses Mal geht es unter anderem um die Frage, wie mit illegal besetzten Gebäuden umgegangen werden soll. An und für sich ist auch das ein spannendes Thema, darüber hätte man ebenso gern diskutieren können wie über die zunehmend schwierige Suche nach Wohnraum. Stattdessen geht es irgendwann dann nur noch um den Kampf zwischen gierigen Immobilienhaien und den guten Besetzern, die sich für eine bessere Welt einsetzen.
Leider wird es dabei aber so plump und eindimensional, dass jeder Anflug einer Diskussion im Keim erstickt wird. Besonders schlimm ist die Figur des von Shenja Lacher gespielten Immobilienunternehmers, die so überzeichnet ist, dass sie höchstens als Karikatur funktioniert. Die Drei von der Müllabfuhr: Hand in Hand verzichtet darauf, sich wirklich mit den angeschnittenen Themen auseinanderzusetzen und begnügt sich mit billigem Populismus. Dass die drei unendlich viel Zeit haben, um sich da einzubringen, ist auch nicht unbedingt realistisch. Das ist ärgerlich, weil der Film es damit den Gegnern, die sowieso die öffentlich-rechtlichen Sender als Bildungsfernsehen diffamieren, einfach macht und damit den eigenen Inhalt entwertet. Nächstes Mal geht es in Miese Abzocke um einen fiesen Sperrmülltrick.
OT: „Die Drei von der Müllabfuhr: Hand in Hand“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Christiane Balthasar
Drehbuch: Gernot Gricksch
Musik: Johannes Kobilke
Kamera: Hannes Hubach
Besetzung: Uwe Ochsenknecht, Aram Arami, Marc Oliver Schulze, Hannah Schiller, Laurids Schürmann, Shenja Lacher, Birte Hanusrichter, Rainer Strecker, Laura Louisa Garde
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