
Als innerhalb weniger Tage zwei Psychologen spurlos verschwinden, steht die Polizei vor einem Rätsel. Nicht nur, dass sich niemand erklären kann, was es damit auf sich hat und warum es jemand auf sie abgesehen haben sollte. Die Angehörigen erhalten im Anschluss zudem Marionetten, die den Männern nachempfunden sind. Die Salzburger Hauptkommissarin Anna Grünwald (Lisa Schützenberger) und ihr Kollege Kevin Ganslinger (Franz Josef Danner) wenden sich daraufhin an den Kriminalpsychologen Thomas Meiberger (Fritz Karl), in der Hoffnung, dass der dieses seltsame Verhalten erklären kann. Doch die Zeit drängt, denn kurze Zeit später verschwinden zwei weitere Menschen – und auch bei ihnen tauchen diese mysteriösen Marionetten auf …
Zweiter Film der Krimi-Neuauflage
Manchmal kommen sie wieder. Eigentlich sah es ja so aus, als wäre die österreichische Krimiserie Meiberger – Im Kopf des Täters mit dem 2021 veröffentlichten Film Meiberger – Mörderisches Klassentreffen abgeschlossen gewesen. Da man bei der ARD aber kontinuierlich auf der Suche nach weiteren Genrebeiträgen ist, stieg man selbst ein und sorgte so für eine Neuauflage. Während diese daheim denselben Titel trägt wie früher, wurde sie hierzulande in Der Salzburg-Krimi umbenannt, in Anlehnung an die unzähligen ähnlich betitelten Krimis im deutschen Fernsehen. Den Auftakt machte Tod am Wolfgangsee, wo mehrere junge Männer über Kopf gekreuzigt tot aufgefunden werden. Mit Am seidenen Faden – in Österreich Der Marionettenmörder genannt – kommt nun bereits ein zweiter Film um den Psychologen heraus.
Letzterer steht diesmal noch etwas mehr im Mittelpunkt als beim Debüt. Wo es bei diesem schon sehr forciert war, wie man den Mann in die Geschichte brachte, da ist das beim zweiten Auftritt nachvollziehbarer. Die Sache mit den Marionetten ist psychologisch schon erklärungsbedürftig. Später wird Der Salzburg-Krimi: Am seidenen Faden noch einen Schritt weitergehen, um Meiberger zu involvieren. Unbedingt gebraucht hätte es das nicht. Zum einen ist es oft ein wenig plump, wenn persönliche Bezüge aufgebaut werden sollen. Zum anderen kommen dabei Thrillerelemente heraus, die nicht so wirklich funktionieren, da man immer weiß, dass es gut ausgeht. Immerhin: Der Film provoziert damit eine Reaktion, die man so nicht erwartet hätte und der Sache schon guttut, auch wenn am Ende nicht viel draus gemacht wird. Ein solcher Zwischenfall sollte eigentlich Folgen haben, in mehrfacher Hinsicht, wird dann aber fallengelassen.
Stimmungsvoll, aber nicht sehr gehaltvoll
Ein reizvoller Aspekt des zweiten Films ist dabei die Sache mit den Marionetten. Nicht nur, dass die Geschichte ziemlich rätselhaft ist und man sich unweigerlich fragt, was das denn mit den Puppen soll. Der Salzburg-Krimi: Am seidenen Faden sorgt auf diese Weise auch für mehr Atmosphäre, das ist schon irgendwie unheimlich. Nicht ohne Grund greifen Horrorfilme immer mal wieder auf solche zurück, um für Stimmung zu sorgen. Allerdings sollte man auch nicht mehr als Stimmung in der Hinsicht erwarten. Der Film gibt nie eine plausible Erklärung, warum das mit den Marionetten unbedingt sein musste. Tatsächlich hätte man das fast alles komplett weglassen können, ohne dass es einen nennenswerten Unterschied gemacht hätte.
Überhaupt ist der Film inhaltlich nicht sonderlich gehaltvoll geworden. Die eigentliche Geschichte ist zwar schon tragisch und hätte sich angeboten, das Publikum emotional zu packen. Dafür hätte dann aber auch mehr Zeit investiert werden müssen. Immerhin: Dieses Mal wird darauf verzichtet, dass die beiden Hauptfiguren sich andauernd über Alleingänge und Kompetenzen streiten, das war beim ersten Mal schon eine ziemliche Zumutung. Allein deshalb ist Der Salzburg-Krimi: Am seidenen Faden besser geworden, man muss sich nicht so oft aufregen. Richtig gut ist das Ergebnis aber auch nicht, es bleibt bei einem durchschnittlichen Genrevertreter, der nach einem vielversprechenden Einstieg nicht mehr sehr viel zu erzählen hat.
OT: „Meiberger: Der Marionettenmörder“
Land: Österreich, Deutschland
Jahr: 2025
Regie: Till Franzen
Drehbuch: Peter Koller
Musik: Manfred Plessl
Kamera: Matthias Pötsch
Besetzung: Fritz Karl, Lisa Schützenberger, Franz Josef Danner, Anna Loos, Jan Georg Schütte, Tanja Raunig, Lino Gaier, Felix Rank, Lukas Weiss, Christoph von Friedl
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