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© Franck Daubry

Der inszenierte Mord

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„Der inszenierte Mord“ // Deutschland-Start: 2. März 2026 (arte)

Inhalt / Kritik

Die deutsche Terroristin Birgitt Haas (Lisa Kreuzer) muss sterben, so viel steht fest. Das Team um den französischen Agenten Athanase (Philippe Noiret) soll sich darum kümmern. Nur wie? Schließlich darf niemand mitbekommen, dass es sich um einen Mord handelt. Auf Anregung des jungen neuen Kollegen Colonna (Bernard Le Coq) wird der Beschluss gefasst, dass ein Lockvogel die als nymphomanisch verschriene Terroristin verführen und die Situation für die Liquidierung genutzt werden soll. Die Wahl fällt dabei auf den unbedarften Charles-Philippe Bauman (Jean Rochefort). Denn der befindet sich in einer Krise und ist deshalb besonders empfänglich. Und tatsächlich scheint alles nach Plan zu laufen …

Ambivalente Agenten-Alternative

Wenn in Filmen Verbrechen begangen werden, dann geht es meistens darum, dass diese anschließend aufgeklärt werden müssen. Ebenfalls beliebt sind Thriller, in denen Verbrechen verhindert werden müssen, etwa bei der Jagd auf Serienmörder. Dass die Hauptfiguren selbst das Verbrechen begehen und man ihnen bei den Vorbereitungen zusieht, ist ein reizvolle Alternative zu den üblichen Heldengeschichten, wie man sie in dem Segment gern erzählt. Meistens geht es dabei dann darum, dass irgendwo eingebrochen wird oder jemand bestohlen werden soll – klassische Heist Movies wie Rififi eben. Ungewöhnlich ist hingegen Der inszenierte Mord, wenn es darum geht, wie eine Gruppe von Agenten den heimtückischen Mord an einer Terroristin plant und den zu vertuschen versucht.

Dabei ist der Film von Anfang an von einer starken Ambivalenz geprägt. Auf der einen Seite ist Haas eine Terroristin, weshalb da wohl nur die wenigsten Mitleid haben dürften. Der inszenierte Mord ist da auch noch stark von der damaligen Zeit geprägt, 1981 waren die Erinnerungen an die RAF noch recht frisch. In der Hinsicht ähnelt das hier schon regulären Agentenfilmen, bei denen ebenfalls regelmäßig Jagd auf Böse gemacht wird. Die Art und Weise, wie ein nichtsahnender Niemand, der gerade durch eine schwere Krise geht, für diese Zwecke missbraucht werden soll, ist aber mehr als fragwürdig. Vor allem, als durch eine spätere Wendung klar wird, was es mit der Geschichte wirklich auf sich hat und weshalb Colonna so eifrig bei der Sache ist.

Ruhig und menschlich

Dabei verschwimmen dann schon die Grenzen zwischen gut und böse, man kann gar nicht so genau sagen, wer da wohin gehören soll. Basierend auf dem Roman Il faut tuer Birgitt Haas von Guy Teisseire erzählt Regisseur und Co-Autor Laurent Heynemann von einem moralischen Graubereich, der eine Reihe von Fragen provoziert. Wie weit darf man gehen bei der Bekämpfung von Verbrechern? Was bin ich zu dem Zweck bereit zu opfern? Aber auch: Woher weiß ich eigentlich, was richtig und was falsch ist? Der inszenierte Mord verstärkt diese Unschlüssigkeit, indem es innerhalb des Teams zu verschiedenen Ansichten kommt. Wo normalerweise Agenten gemeinsam gegen Terroristen kämpfen, sind in der französischen Produktion die Allianzen komplexer.

Der Film setzt dabei stark auf die menschliche Komponente. Natürlich geht es um die Frage, ob der Anschlag auf die Terroristin durchgeführt wird und wie dieser ausgeht. Mit dieser wird ordentlich Spannung erzeugt. Aber es geht eben auch maßgeblich um die Figuren und ihre jeweiligen Geschichten. Dabei überzeugt natürlich die französische Leinwandlegende Philippe Noiret (Kopf oder Zahl, Die Bestechlichen) als Agent, der zwischen den Fronten steht. Aber auch drumherum gibt es in Der inszenierte Mord viel zu sehen und zu bewundern. Wie sich der Verlierer in die Frau verliebt und an sein Glück glaubt, darf schon zu Herzen gehen. Insofern ist es schön, dass arte das Thrillerdrama mehr als 40 Jahre später doch noch nach Deutschland holt. Allerdings sollte man nicht viel Action erwarten, das ist hier dann doch eine recht ruhige Angelegenheit und kein herkömmlicher Agententhriller.

Credits

OT: „Il faut tuer Birgitt Haas“
Land: Frankreich
Jahr: 1981
Regie: Laurent Heynemann
Drehbuch: Pierre Fabre, Laurent Heynemann, Caroline Huppert
Vorlage: Guy Teisseire
Musik: Philippe Sarde
Kamera: Jean-Francis Gondre
Besetzung: Philippe Noiret, Jean Rochefort, Lisa Kreuzer, Maurice Teynac, Michel Beaune, Bernard Le Coq

Bilder

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Der inszenierte Mord
fazit
In „Der inszenierte Mord“ wollen französische Agenten eine deutsche Terroristin töten, indem sie einen nichtsahnenden Mann als Lockvogel nutzen. Die Romanadaption arbeitet ausgiebig mit Ambivalenzen, wenn man gar nicht mehr sagen kann, was nun richtig und was falsch ist. Viel Action sollte man aber nicht erwarten, das ist doch eher ein ruhiger Film.
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