
Der Schock ist groß, als in der Demokratischen Republik Kongo ein Flugzeug abstürzt und dabei alle Menschen an Bord sterben. Wie konnte es nur zu diesem verheerenden Unglück kommen? Joshua (Gregg Sulkin), seine Freundin Delia (Céline Buckens), sowie Etienne (Grégory Montel), Lucas (Gijs Blom) und Aaron (Felix Mayr) wollen dieser Sache nachgehen. Schließlich hat sich das Netzwerk aus jungen Journalistinnen und Journalisten, welche sich selbst „The Kollektive“ nennen, der Wahrheitsfindung verschworen. Dabei stößt es jedoch an seine Grenzen, als ein Medienunternehmen bei der Sache zusammenarbeiten möchte. Schließlich fürchten einige, dadurch ihre Unabhängigkeit zu verlieren. Also macht sich Joshua allein auf den Weg nach Kinshasa, wo er nicht nur die Geschichte untersucht, sondern sich auch mit der Vergangenheit auseinandersetzen muss …
Die Grenzen des Journalismus
ZDFneo hat sich in den letzten Jahren als eine beständige Quelle für neue Serien etabliert. Da sind auf der einen Seite die zahlreichen Eigenproduktionen wie zuletzt Take the Money and Run über die gesuchte Betrügerin Ruja Ignatova. Hinzu kommen regelmäßig internationale Titel, die für den heimischen Markt lizenziert werden. Vor einigen Wochen strahlte der Sender das niederländische Thrillerdrama Elixir – The Pain Killers über schmutzige Machenschaften in der Pharmaindustrie aus, aufgezogen anhand einer dysfunktionalen Unternehmerfamilie. Jetzt gibt es mit The Kollective eine weitere Serie unseres westlichen Nachbars. Und erneut werden dabei eine Reihe gesellschaftlicher Themen verhandelt, welche die Menschheit beschäftigen.
Das erste betrifft dabei den Journalismus. Dass dieser seit Jahren in der Krise steckt bzw. in einem Wandel, ist kein Geheimnis. Das klassische Zeitungsgeschäft funktioniert nicht mehr, online lässt sich auch nicht in dem Maße Geld verdienen, wie das früher möglich war. Hinzu kommt, dass durch das Internet heute jeder Nachrichten verbreiten kann, egal, ob derjenige etwas von dem Thema versteht. Man muss nicht einmal die Wahrheit sagen, es gibt genug, die diese ohnehin nicht hören wollen. The Kollective diskutiert dabei nicht wirklich diese Rahmenbedingungen. Es spielt aber gerade anfangs eine Rolle, wenn es um die Frage geht, wie ein unabhängiger Journalismus heute aussehen kann. Da will ein transparentes Netzwerk nicht mit den Etablierten zusammenarbeiten, weil die Gefahr einer Kommerzialisierung zu groß ist. Das ist prinzipiell spannend, wird aber nicht so wirklich ausgearbeitet. Denn während sich die jungen Menschen auf die Schulter klopfen, darf man sich schon fragen: Und wer zahlt das? Womit finanzieren sie, dass sie einfach so in der Gegend rumfliegen?
Ordentlicher Verschwörungsthriller
Aber The Kollective will eben auch keine Serie sein, die sich dem Journalismus als solchen verschrieben hat. Vielmehr handelt es sich bei der niederländischen Produktion um eine dieser Geschichten, wo einige wenige aufrechte Wahrheitssuchende düstere Machenschaften aufdecken – siehe etwa Die Unbestechlichen oder Spotlight. Hier ist das Geschehen aber etwas globaler aufgezogen. Das zeigt sich nicht nur an den Hauptfiguren, die aus den unterschiedlichsten Ländern kommen. Auch bei dem Fall an sich wird Internationalität groß geschrieben: Da geht es um Korruption in Afrika, die Einmischung von Russland, dazu menschenunwürdige Bedingungen in Minen, womit das Erbe der Kolonialisierung fortgesetzt wird. Dazu wird dann auch mehrfach hin und her gereist.
Das sorgt dann schon für ein wenig Abwechslung, zu sehen gibt es hier einiges. Durch die verschiedenen Hauptfiguren ist auch ordentlich Dynamik drin. Richtig interessant ist die Geschichte dann aber doch nicht, da sie zu oft einfach Klischees abarbeitet. Das wirkt eher so, als habe man einige aktuelle Stichworte gesucht und diese zusammengeworfen. Während man anfangs noch neugierig ist, was es mit dem Flugzeugabsturz auf sich hat, lässt die Spannung dadurch mit der Zeit nach, weil aus dem Szenario nicht ganz so viel gemacht wird. Das bedeutet nicht, dass die Serie nichts in der Hinsicht unternimmt. Da geschieht schon noch einiges im weiteren Verlauf. Dabei wird es aber zu schnell überzogen, womit das nicht die erhoffte Wirkung erzielt. Insgesamt ist The Kollective schon noch ganz ordentlich geworden, wenn man einen Verschwörungsthriller sehen möchte. Dennoch ist es schade, dass da nicht mehr draus gemacht wurde.
OT: „The Kollective“
Land: Niederlande
Jahr: 2025
Regie: Assaf Bernstein, Randa Chahoud
Drehbuch: Leonardo Fasoli, Maddalena Ravagli, Edward Hemming, Francesco Baucia, Emiliano Ligas, Cristiana Regini
Musik: Merlijn Snitker
Kamera: Robrecht Heyvaert, Brecht Goyvaerts, Lennert Hillege
Besetzung: Céline Buckens, Felix Mayr, Natasha McElhone, Gregg Sulkin, Grégory Montel, Gijs Blom, Martha Canga Antonio, Karl Roden
Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.
(Anzeige)











