The Killgrin – Es lebt von deiner Angst
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The Killgrin – Es lebt von deiner Angst

„The Killgrin – Es lebt von deiner Angst“ // Deutschland-Start: 5. Februar 2026 (DVD / Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Für Miranda (Konstantina Mantelos) bricht eine Welt zusammen, als ihr Freund Noah (Fuad Ahmed) Selbstmord begeht – auch weil er kurz vorher noch sagte, dass alles in Ordnung ist. Wochen später ist sie immer noch in Schock, geht in Gedanken die letzten Momente durch. Zwar besucht sie eine Selbsthilfegruppe. Doch auch dort findet sie nicht mehr zu sich, In ihrer Not besucht sie eine Wahrsagerin, die ihr sagt, sie sei von einem Wesen verfolgt, das von ihrer Trauer lebt. Miranda hält nicht viel von der Erklärung, zumal man ihr auch gleich irgendwelche Glückssteine verkaufen will. Dass zudem ihr Ex-Freund Damien (Cristo Fernández) sie wohl aufs Neue stalkt, sorgt für sehr irdischen Ärger. Aber dann macht sie eine Reihe unerklärlicher Beobachtungen – und es kommt zu mehreren mysteriösen Todesfällen …

Das Monster in dir

Manchmal ist ein Monster nicht einfach nur ein Monster. Natürlich gibt es viele Horrorfilme, in denen die Hauptfiguren gegen Dämonen oder Vampire kämpfen. Immer wieder findet man aber auch Beispiele, wo diese Bedrohungen stärker symbolisch genutzt werden. In The Woman in the Yard sorgt eine schwarz bekleidete Frau für Psychoterror, bevor sich herausstellt, wer sie wirklich ist. Auch Der Babadook arbeitete mit einer stark psychologisierten Bedrohung, wenn eine alleinerziehende Mutter und ihr Sohn von einem bizarren Wesen eingeholt werden. Insofern steht The Killgrin – Es lebt von deiner Angst in einer guten Tradition, wenn auch hier eine Figur im Mittelpunkt steht, die sich mit einem äußeren Monster und inneren Belastungen auseinandersetzen muss.

Tatsächlich beginnt der Film auch eher als eine Art Trauerdrama. Der Einstieg um den Selbstmord des Freundes hinterlässt großen Eindruck, sowohl bei der Protagonistin wie auch dem Publikum – zumindest wenn dieses sich in die Situation einfühlen kann. Danach nimmt sich The Killgrin – Es lebt von deiner Angst Zeit, um die Lebenssituation von Miranda zu zeigen, ihren Kampf gegen die Trauer und den Schock. Wie sie einfach keinen Halt mehr findet in dem Alltag. Der Horror ist da eher sparsam eingesetzt, beschränkt sich auf seltsame Schatten. Erst später wird es dann konkreter und deftiger, wenn sich der Fokus weg von der Trauerarbeit hin zu den grausigen Morden bewegt.

Wenig Horror

Manchen wird das zu spät und vielleicht auch zu wenig sein. The Killgrin – Es lebt von deiner Angst ist kein Genrevertreter, der für sehr viel Spannung sorgt. Wenn das Monster sich dann doch einmal aus den Schatten wagt und sich in seiner ganzen Hässlichkeit zeigt, ist das nicht gerade ein Höhepunkt des Films. Zwar hat man sich schon Mühe gegeben, dass es scheußlich ist. Aber es sorgt weniger für Angst und Schrecken, dafür ist es dann doch zu billig. Insofern ist der Film für ein Publikum, das sich primär gruseln möchte, nicht so wirklich gelungen. Ein weiteres Manko ist, dass die Geschichte manchmal etwas unschlüssig ist und nicht weiß, was sie erzählen soll. Da werden nach und nach Stränge eröffnet und nicht wirklich zu einem Ende geführt. Da merkt man doch, dass Regisseurin und Autorin Joanna Tsanis, die hier ihren älteren Kurzfilm ausdehnt, noch keine Erfahrung mit Langfilmen hat.

Das heißt aber nicht, dass das Ergebnis schlecht ist. Sofern man mit dem Themenkomplex Trauer, Depression und Selbstmord etwas anfangen kann, dann zeigt der Film durchaus Wirkung. Der Kampf gegen das Monster bedeutet hier , sich mit den eigenen Abgründen und Dämonen zu beschäftigen, die ebenso gefährlich sein können wie eine externe und rein physische Bedrohung. Nur hapert es eben an der Umsetzung. The Killgrin – Es lebt von deiner Angst ist ein holpriges Debüt, dem es zwar nicht an Ideen mangelt, das aber damit Probleme hat, ein umfassendes Konzept zu erstellen. Da kommt dann auch eine engagiert auftretende Konstantina Mantelos nicht wirklich an.

Credits

OT: „The Killgrin“
Land: Kanada
Jahr: 2024
Regie: Joanna Tsanis
Drehbuch: Joanna Tsanis
Musik: Nima Fakhrara, Charlie Chaoli Sun
Kamera: Alvin Sun
Besetzung: Konstantina Mantelos, Adam Tsekhman, Cristo Fernández, Peter MacNeill

Bilder

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The Killgrin – Es lebt von deiner Angst
fazit
In „The Killgrin – Es lebt von deiner Angst“ kommt eine Frau nicht über einen persönlichen Verlust hinweg und macht zunehmend unheimliche Erfahrung. Der Film funktioniert als Trauerdrama ganz gut, als Horrorfilm eher weniger. So wird er nie so wirklich spannend, die Enthüllung des Monsters hätte man sich auch sparen können.
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