My Mothers Wedding
© Universal Pictures

My Mother’s Wedding

„My Mother’s Wedding“ // Deutschland-Start: 5. Februar 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Diana (Kristin Scott Thomas) heiratet. Mal wieder. Bisher haben ihr die Ehen nicht sehr viel Glück gebracht, Gleich zwei Männer sind jung gestorben. Jetzt erhofft sie sich, mit Geoff (James Fleet) vielleicht auch mal etwas Längerfristiges aufbauen zu können. Ihre Töchter Katherine (Scarlett Johansson), Victoria (Sienna Miller) und Georgina (Emily Beecham) sind jedoch weniger von der Geschichte angetan. Dabei haben sie noch andere, eigene Probleme. So führen die drei sehr unterschiedliche Leben und haben sich im Laufe der Zeit voneinander entfremdet. Diese Unterschiede kommen bei dem Treffen an die Oberfläche, auch weil über vieles nie wirklich gesprochen wurde. Aber auch im Verhältnis mit der Mutter ist eine Aussprache überfällig …

Holpriges Regiedebüt

Als Schauspielerin ist Kristin Scott Thomas natürlich schon seit Langem etabliert. Viele Male war sie für bedeutende Filmpreise im Rennen, unter anderem war sie für Der englische Patient als beste Hauptdarstellerin bei den Oscars nominiert. Und auch jenseits der 60 ist die Britin immer wieder in neuen Produktionen zu sehen. Aber wie bei so vielen Kollegen und Kolleginnen reicht ihr das Erreichte wohl nicht mehr, weshalb sie versuchsweise auf dem Regiestuhl Platz genommen hat. Erfolgreich war ihr Debüt My Mother’s Wedding aber kaum. Nicht nur, dass die Kritiken bescheiden waren. Es dauerte nach der Weltpremiere beim Toronto International Film Festival 2023 auch zwei Jahre, bis die Tragikomödie in den USA in die Kinos kam. Hierzulande erfolgt die Veröffentlichung sehr kurzfristig, der eigene Verleih macht keinerlei Pressearbeit.

Das stimmt dann natürlich nicht sonderlich hoffnungsvoll. Ganz so übel wie erwartet ist das Ergebnis aber nicht. Das liegt natürlich auch daran, dass sich Thomas auf bewährte Elemente verlässt. Das fängt schon mit dem Szenario an: Es gibt unzählige Filme darüber, wie ein Ereignis Familienmitglieder zusammenführt und diese sich wieder miteinander und der Vergangenheit auseinandersetzen müssen. Oft wird zu dem Zweck ein Todesfall bemüht. Aber auch Geburtstage oder Weihnachten sind beliebte Anlässe. Bei My Mother’s Wedding ist es eben eine Hochzeit, was ebenfalls immer mal wieder als Anlass genommen wird. Gut möglich, dass sich Thomas, die gemeinsam mit John Micklethwait das Drehbuch geschrieben hat, dabei von Vier Hochzeiten und ein Todesfall inspirieren ließ. Schließlich spielte sie selbst damals in dem Hit mit und erhielt dafür auch einen BAFTA.

Zwischen uninteressant und bewegend

Während der Hit von 1994 aber auch durch die diversen kuriosen Figuren hervorstach, da ist in My Mother’s Wedding eher weniger zu holen. Der Film ist auch weniger lustig als der Klassiker. Das heißt nicht, dass es keinen Humor gibt, zwischendurch wird es schon lockerer. Stärker aber als bei der Liebeskomödie geht es um die diversen Probleme und Traumata, welche die Figuren mit sich herumtragen. Das Ergebnis ist etwas gemischt. So sind die Konflikte zwischen den Schwestern recht langweilig geworden. Zwar wird auf große Kontraste gesetzt, welche durch die Berufswahl verdeutlicht werden. Eine Kapitänin der Royal Navy, eine Schauspielerin und eine Krankenschwester – viel unterschiedlicher geht es nicht. Trotz der bekannten und talentierten Besetzung wird daraus aber nichts Interessantes, auch weil sich das alles doch zu sehr nach Drehbuchkonstrukt anfühlt, weniger nach echtem Leben.

Spannender wird es, wenn es darum geht, wie die Frauen mit dem Verlust umgehen. Wenn beispielsweise die Annahme eines Nachnamens zu einer Existenzfrage wird und sich eine Tochter dagegen wehrt, dann ist das nachzuvollziehen. Die Leerstelle, die das Aufwachsen ohne Vater hinterlassen hat – vergleichbar zu Winter in Sokcho –, bietet Identifikationsfläche für das Publikum. Emotional wird es auch in einer Szene, wenn die Mutter ihre Töchter dazu aufruft, sich nicht länger von dieser Vergangenheit bestimmen zu lassen. Schließlich seien sie inzwischen älter als ihre Väter, als diese gestorben sind. An dieser Stelle läuft Thomas zur Hochform auf, ihr Film nutzt dann auch mal das Potenzial. Ansonsten ist My Mother’s Wedding aber ein unauffälliger Film, der weniger in Erinnerung bleibt.

Credits

OT: „My Mother’s Wedding“
Land: UK, USA
Jahr: 2023
Regie: Kristin Scott Thomas
Drehbuch: Kristin Scott Thomas, John Micklethwait
Musik: Rolfe Kent
Kamera: Yves Bélanger
Besetzung: Scarlett Johansson, Sienna Miller, Emily Beecham, Freida Pinto, Thibault de Montalembert, Kristin Scott Thomas, James Fleet

Bilder

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My Mother’s Wedding
fazit
In „My Mother’s Wedding“ kommen drei Schwestern anlässlich der Hochzeit ihrer verwitweten Mutter zusammen. Trotz eines namhaften Ensembles hinterlässt der Film keinen großen Eindruck, was gerade auch an den langweiligen Konflikten der Schwestern liegt. Interessanter ist da schon die Auseinandersetzung mit Verlust und Identität.
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