
Für Carag (Emile Cherif), Brandon (Johan von Ehrlich), Holly (Lilli Falk) und Lou (Sophie Lelenta) hat ein neues Schuljahr an der Clearwater High begonnen, an der ausschließlich Kinder und Jugendliche unterrichtet werden, die sich in Tiere verwandeln können. Doch erst einmal müssen sie sich um die Vergangenheit kümmern: Wegen seiner Angriffe auf Menschen muss sich Carags Mentor Andrew Milling (Oliver Masucci), der sich ebenfalls in einen Puma verwandeln kann, vor dem Rat der Woodwalkers verantworten. Und ausgerechnet Carag ist der Kronzeuge! Eigentlich würde er auch gern dafür sorgen, dass Milling bestraft wird. Dummerweise ist dieser aber der Einzige, der dem Schüler helfen kann, seine Eltern zu finden, die irgendwo durch die Wälder streifen. Und der vermögende und einflussreiche Gestaltenwandler weiß das zu nutzen, während er bereits neue Pläne verfolgt …
Etwas besser als Teil eins
Hierzulande haben Adaptionen von Kinderbüchern wieder Hochkonjunktur. Sie gehören sogar zu den wenigen deutschen Filmen, die tatsächlich im Kino noch große Massen anlocken können. Vor einigen Monaten wurde Die Schule der magischen Tiere 4 zu einem Publikumsliebling, aktuell versucht Die drei ???: Toteninsel, an die großen Erfolge der beiden Vorgänger anzuknüpfen. Mit Woodwalkers 2 gibt es nun gleich die nächste Kinderbuchverfilmung. Denn auch wenn Woodwalkers nach der erfolgreichen Reihe von Katja Brandis im Herbst 2024 nicht an die Einspielergebnisse der beiden Konkurrenzreihen herankam, mehr als 750.000 wollten seinerzeit sehen, wie der Pumajunge ein neues Leben beginnt, Freundschaften schließt und dabei einer fiesen Verschwörung auf die Spur kommt. Das ist genug, um weitere Filme zu rechtfertigen.
Ob das eine gute Nachricht ist, darüber lässt sich aber streiten. Denn auch wenn der erste Teil ertragreich gewesen sein mag, qualitativ war er eine Katastrophe. Die gute Nachricht: Beim zweiten Anlauf hat man sich ein wenig gesteigert. Das mag auch damit zusammenhängen, dass mit Sven Unterwaldt ein Regisseur engagiert wurde, der über zahlreiche Erfahrungen im Bereich des Kinderfilms verfügt – anders als sein Vorgänger Damian John Harper, der eher düstere Thriller dreht. Gelungen ist Woodwalkers 2 deshalb aber nicht. Der Film ist ja nicht einmal durchschnittlich. Er ist nur weniger schlecht. So werden einige Probleme des Vorgängers übernommen. Ob es der willkürliche Umgang mit der Kleidung bei Verwandlungen ist, eine schlampige Synchronisation, der Englisch-Deutsch-Mischmasch oder zahlreiche Szenen, die schlicht und ergreifend dumm sind, da vergeht kaum eine Minute, die keinen Grund zum Ärger gibt. Erneut fällt die Detailarbeit sehr lieblos aus.
Inhaltliche und inszenatorische Mängel
Das ist schade, weil es durchaus auch interessante Ansätze gibt, aus denen man etwas hätte machen können. Da ist beispielsweise der Zwiespalt des Protagonisten, der zwischen zwei Welten gefangen ist und damit auch zwischen zwei Familien. Die Menschenfamilie darf nichts von seiner tierischen Identität wissen. Die Tierfamilie hat ihn hingegen verstoßen, weil sie alles Menschliche ablehnt. Woodwalkers 2 bringt zudem bei Milling noch mehr Ambivalenz hinein, was dem Film ganz guttut. Zumindest in der Hinsicht darf man gespannt sein, wie es in dem dritten Teil weitergeht, der bereits für Herbst 2027 angekündigt wurde. Die ökologische Botschaft ist sowieso nicht verkehrt, wenn es darum geht, dass Mensch und Natur in Einklang leben sollen. Auch das Setting ist wieder einladend geworden.
Das reicht aber nicht aus, um die Mängel auszugleichen. Zu denen neben der mangelnden Entwicklung zählt auch, dass der Film bei den Figuren schlampt. Teilweise ist das auf das Drehbuch zurückzuführen: Man versuchte bei den meisten nicht einmal, ihnen nennenswerte Persönlichkeiten zu geben, das wird schon sehr eindimensional. Aber auch bei der Umsetzung lässt Woodwalkers 2 zu wünschen übrig. Die menschliche Fassung krankt an den zuweilen schauspielerischen Mängeln. Die Tiere wiederum unterhalten sich nach wie vor alle telepathisch, was immer unfreiwillig komisch aussieht und so jede Verbindung verhindert. So schön es daher ist, wenn hiesige Produktionen noch Geld einspielen können und damit die Kinos am Leben erhalten, das muss auch besser gehen.
OT: „Woodwalkers 2“
Land: Deutschland
Jahr: 2025
Regie: Sven Unterwaldt
Drehbuch: David Sandreuter
Vorlage: Katja Brandis
Musik: Anne-Kathrin Dern
Kamera: Peter Joachim Krause
Besetzung: Emile Cherif, Oliver Masucci, Martina Gedeck, Lilli Falk, Johan von Ehrlich, Sophie Lelenta, Hannah Herzsprung, Moritz Bleibtreu, Tom Schilling, David Schütter, Olivia Sinclair, Emil Bloch
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