
Es läuft nicht so wirklich im Leben von Larry Daley (Ben Stiller). Seine Ehe mit Erica (Kim Raver) ist gescheitert, sein Sohn Nick (Jake Cherry) entfernt sich langsam von ihm. Und auch beruflich hapert es bei ihm, es gelingt ihm nicht, einen dauerhaften Job an Land zu ziehen. Seine große Hoffnung ist nun die Stelle als Nachtwächter in dem New Yorker Museum Of National History. Aber es dauert nicht lang, bis es zu ersten Problemen kommt. Schlimm genug, dass er mit einigen älteren Kollegen aneinandergerät, muss er zu seinem Entsetzen feststellen, dass nachts die Exponate zum Leben erwachen. Ob Elefant, Dinosaurier-Skelett oder Plastikfigur, in dem nach außen hin so gewöhnlichen Museum ist nach Sonnenuntergang die Hölle los …
Adaption eines Kinderbuchs
Auf der Suche nach dem nächsten Kinohit halten die Studios bekanntlich gern mal Ausschau nach bekannten Büchern, die sich für die große Leinwand adaptieren lassen. Verfilmungen sind immer eine Möglichkeit, mit weniger kreativem Aufwand Kasse zu machen. Und doch dürften manche überrascht gewesen sein, als es hieß, dass man aus dem 1993 veröffentlichten Kinderbuch The Night at the Museum des kroatischen Autors Milan Trenc machen würde. Die Geschichte um Museumsexponate, die nachts zum Leben erwachen, war zwar durchaus mit Potenzial verbunden. Allerdings war die Vorlage nur ein knappes Büchlein mit 32 Seiten Umfang. Wo andere Adaptionen damit zu kämpfen haben, dass da einfach zu viel Stoff ist, um ihn in handelsübliche Laufzeiten zu pressen, ist bei Nachts im Museum das Gegenteil der Fall.
Dieses Problem merkt man dem Film auch durchaus an. Zwar ist es nicht so, als habe man nicht versucht, die Geschichte zu erweitern und neue Themen einzubauen. Beispielsweise kam der Strang um das Verhältnis zwischen dem Protagonisten und seinem Sohn hinzu. Das ist einerseits verständlich, weil das dadurch etwas emotionaler wird. Nur ist der Einfall ein bisschen sehr einfallslos. Solche Konstellationen gibt es andauernd. Wenn Nachts im Museum den tollen neuen Stiefvater einführt, hier verkörpert von Paul Rudd, ist das auch nicht mehr als das Abhaken von Klischees. Von den Figuren darf man ohnehin nicht viel erwarten. Zumindest bei den regulären Menschen ist recht wenig zu holen, man versuchte nicht einmal, irgendwelche interessanten Charaktere zu entwerfen.
Viel Aufwand um nichts
Besser sieht es da schon bei den Exponaten aus. Diese sind teilweise recht schrullig und sorgen für Humor. Man fand hierfür auch ein bekanntes Ensemble: Unter anderem treten Robin Williams und Owen Wilson auf. Der spätere Star Rami Malek gab hier als Pharao sogar sein Debüt. Hinzu kommen die diversen Tiere, die für Chaos sorgen. Man kann Nachts im Museum nicht vorwerfen, in der Hinsicht zu wenig anzubieten zu haben. Wenn die Sonne untergeht, passiert schon einiges. Dass das alles nicht viel Sinn ergibt, ist klar, man gab sich nicht wirklich Mühe, das Phänomen nachvollziehbar zu erklären. Die Mischung aus Tempo und Humor funktioniert aber einigermaßen, gerade auch, wenn die unterschiedlichsten Exponate zusammenkommen.
Dennoch, insgesamt ist das alles recht dünn. Für ein junges Publikum mag das ausreichen, wenn auf einmal Elefanten durch das Museum rennen oder kleine Soldaten den Kampf mit dem Riesen aufnehmen. Nachts im Museum ist aber prinzipiell nicht mehr als eine aufwendig inszenierte Beschäftigungstherapie mit vielen Stars. An den Kinokassen schlug das richtig ein, bei einem üppigen Budget von 110 Millionen US-Dollar wurde mehr als das Fünffache wieder eingespielt. Es gab zudem mehrere Nachfolger. Dennoch ist es ein bisschen schade, dass das Szenario und die Materialschlacht nicht anderweitig und besser genutzt wurden. Anstatt wirklich aus dem Vollen zu schöpfen und etwas Verrücktes auf die Beine zu stellen, ist das hier trotz des Aufwands eher etwas langweilig.
OT: „Night at the Museum“
Land: USA, UK
Jahr: 2006
Regie: Shawn Levy
Drehbuch: Robert Ben Garant, Thomas Lennon
Vorlage: Milan Trenc
Musik: Alan Silvestri
Kamera: Guillermo Navarro
Besetzung: Ben Stiller, Carla Gugino, Dick Van Dyke, Mickey Rooney, Bill Cobbs, Robin Williams, Jake Cherry, Patrick Gallagher, Owen Wilson, Rami Malek
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