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© ZDF/Susanne Bernhard

München Mord: Im Zweifel für den Zweifel

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„München Mord: Im Zweifel für den Zweifel“ // Deutschland-Start: 31. Januar 2026 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Die Wut ist groß bei Chefkoch Maximilian Dobek (Manuel Cortez), der in dem Gourmetrestaurant Tanoshimi arbeitet, als der Gast Lukas Benedikt (Thomas Loibl) sich über dessen Essen beschwert. Nach einer lauten Auseinandersetzung reicht es Franz-Josef Penkofer (Lukas Turtur), Inhaber des Restaurants, und er entlässt den Koch. Nur wenig später wird Dobek ermordet. Aber weshalb? Und von wem? In Verdacht gerät dabei Oliver Gerg (Shenja Lacher), der nun sein Nachfolger wird und erst vor Kurzem aus dem Gefängnis gekommen ist, nachdem er wegen Totschlag verurteilt wurde. Harald Neuhauser (Marcus Mittermeier), Angelika Flierl (Bernadette Heerwagen) und Ludwig Schaller (Alexander Held) ermitteln in dem Fall und geraten dabei bald mit Benedikt aneinander. Denn der ist Staatsanwalt und hatte seinerzeit auch für die Verurteilung von Gerg gekämpft …

Zwischen Trauer und Wut

Fans von München Mord dürfen sich freuen: Gerade einmal wenige Wochen ist es her, dass Eine echte Täuschung gelaufen ist. Damals musste der Mord an einer Taxifahrerin geklärt werden, deren Leiche so übel zugerichtet wurde, dass die Identifizierung kaum noch möglich war. Nun gibt es schon wieder Nachschub. Mit Im Zweifel für den Zweifel steht der 22. Film der beliebten ZDF-Krimireihe auf dem Programm. Und es ist ein Film, der auf verschiedene Weisen Eindruck hinterlässt, da es einer der stärksten Teile seit Langem ist. Aber auch einer der emotionalsten, da er einen mit einer Mischung aus Trauer und Wut zurücklässt, die man von dieser eigentlich meist humorvoll angelegten Reihe so nicht erwartet hätte.

Dabei ist auf den ersten Blick nicht viel anders als sonst. Ein Mann wird ermordet, mehrere Leute könnten dafür in Frage kommen. Also wird das Umfeld befragt, wird nach Spuren gesucht, werden Hypothesen aufgestellt – wie das bei Whodunit-Krimis üblich ist. Das Ermittlertrio tritt auch nicht wirklich anders auf als sonst, business as usual also. Was bei München Mord: Im Zweifel für den Zweifel anders ist, ist jedoch der Verdächtige. Sicher, dass ein Vorbestrafter in Verdacht gerät, ist ebenfalls nicht ungewöhnlich. Das gibt es oft. Hier ist es zwischenzeitlich aber fast schon zweitrangig, ob Gerg der Mörder ist. Im Fokus steht vielmehr, wie er – vermutlich unschuldig – ins Gefängnis geworfen wurde und er seither ein Außenseiter ist. Aber auch, wie einige wenige ihm zu Hilfe eilen, sich vor ihn werfen und alles dafür tun, dass er nicht erneut ins Gefängnis muss.

Überraschendes Ende

Während dieser Part der traurige ist, kommt die Wut über den selbstgefälligen Staatsanwalt, der noch nicht einmal versucht, die Wahrheit herauszufinden. Er pöbelt im Restaurant, beleidigt alle bei der Polizei, die es wagen, nicht für ihn zu arbeiten, droht ihnen irgendwann auch. Sonderlich nuanciert geht München Mord: Im Zweifel für den Zweifel nicht dabei vor, die Figurenzeichnung ist bei ihm recht einfach. Aber es ist doch wirkungsvoll, wie das Gefühl erzeugt wird, den Oberen einfach ausgeliefert zu sein, ohne dass man etwas dagegen tun kann. Der Film kritisiert dabei das Justizsystem, gerade auch das von Bayern. Manche werden sich da vielleicht an den Fall von Gustl Mollath erinnert fühlen, der auf skandalöse Weise verurteilt und in eine psychiatrische Klinik überwiesen wurde.

Bemerkenswert ist dabei auch, dass der Film nicht das einfache Happy End wählt, wie man es in Filmen der öffentlich-rechtlichen Sender in solchen Fällen gern wählt. Tatsächlich wird es zum Ende hin richtig bitter. Das Gefühl der Erleichterung, das meistens mit Krimis einhergeht, wenn zum Schluss alles aufgeklärt wird, fehlt hier. Da fällt es schon fast nicht mehr auf, dass München Mord: Im Zweifel für den Zweifel zugleich der schon länger angekündigt Abschied von Helmut Zangel (Christoph Süß) ansteht. Fans wird es womöglich nicht gefallen, wie der sonst so heitere Ton hier nur gelegentlich durchkommt. Wer aber einen tatsächlich bewegenden Krimi sehen möchte, der auch ein gelungenes überraschendes Ende hat, ist an einer guten Adresse – was auch dem starken Ensemble zu verdanken ist.

Credits

OT: „München Mord: Im Zweifel für den Zweifel“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Anno Saul
Drehbuch: Peter Kocyla
Musik: Stephan Massimo
Kamera: Nathalie Wiedemann
Besetzung: Bernadette Heerwagen, Marcus Mittermeier, Alexander Held, Christoph Süß, Michele Cuciuffo, Shenja Lacher, Thomas Loibl, Pauline Fusban, Julius Feldmeier, Adrian Topol, Lukas Turtur

Bilder

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München Mord: Im Zweifel für den Zweifel
fazit
In „München Mord: Im Zweifel für den Zweifel“ wird ein Koch erschlagen, verdächtig ist dabei vor allem ein vorbestrafter Kollege. Der Film wird dabei überraschend emotional, macht mal wütend, mal traurig. Und auch das Ende, welches ebenso bitter wie unerwartet ist, machen den Krimi zu einem der besten der letzten Zeit.
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