
Als der US-Soldat Kyle Wincott (Robbie Amell) bei einem Manöver in Afghanistan ums Leben kommt, bricht für seine Familie eine Welt zusammen. Seine Eltern Raymond (Thomas Haden Church) und Pamela (Lauren Graham) wissen ebenso wenig, wie sie mit dem Verlust umgehen sollen, wie sein kleiner Bruder Justin (Josh Wiggins). Und dann ist da auch noch die Sache mit Kyles Hund Max, der seit dem Tod kaum zu bändigen ist und damit unbrauchbar geworden ist für das US-Militär. Nur in Justins Nähe ist das Tier ruhig, vermutlich, weil es spürt, dass er der Bruder seines Herrchens ist. Während die Familie Max bei sich aufnimmt und langsam eine Verbindung aufbaut, hat Kyles Kamerad Tyler Harne (Luke Kleintank) eine schockierende Geschichte zu erzählen …
Eine Freundschaft, die keine ist
Zumindest dem Klischee nach gibt es keine innigere Freundschaft zwischen Mensch und Tiere als die mit einem Hund. Darüber kann man sich natürlich streiten. Zumindest in filmischer Hinsicht wird das Klischee aber immer wieder bestätigt, regelmäßig werden Titel produziert, in denen eine solche Freundschaft thematisiert wird. Das geschieht gern im Rahmen eines Kinderfilms, siehe etwa Lassie – Ein neues Abenteuer. Und auch bei Max – Bester Freund. Held. Retter. handelt es sich offiziell um einen. Allerdings geht es bei diesem deutlich düsterer zur Sache, wenn wir anfangs in einem Kriegsgebiet sind und auch zum Ende hin reichlich gefährliche Action unsere Protagonisten auf eine harte Probe stellt – menschliche wie tierische.
Ob das bei einem Kinderfilm angemessen ist, darüber lässt sich natürlich streiten. Grundsätzlich ist es zwar nicht verkehrt, wenn der Nachwuchs nicht zu sehr in einer heilen Welt aufwächst und frühzeitig mit den dunklen Seiten der Menschheit vertraut gemacht wird. Dann sollte man das aber auch richtig machen und sich wirklich thematisch damit auseinandersetzen. Bei Max – Bester Freund. Held. Retter. wird der Krieg ebenso wie der Verlust des Sohns bzw. des Bruders aber zu einem Vorwand, um von der Freundschaft zwischen dem Jungen und dem Vierbeiner zu erzählen. Und selbst damit ist der Film überfordert, das ist alles eher behauptet als gefühlt. Man merkt dann schon, dass Regisseur Boaz Yakin (Safe – Todsicher, Boarding School) im Genrekino zu Hause ist und hiermit nicht ganz so viel anfangen kann.
Von allem ein bisschen
Die Actionszenen sind dabei brauchbar, mehr aber nicht. Im Rahmen eines Kinderfilms kann man da wohl nicht mehr erwarten. Wo man aber durchaus mehr einfordern durfte, waren die Figuren. In Max – Bester Freund. Held. Retter. sind diese allesamt eindimensional, zeichnen sich bestenfalls durch eine Charaktereigenschaft aus. Und selbst diese ist stereotyp. Die schwierige Beziehung zwischen dem typischen Soldatenvater und dem jüngeren Sohn, der nur Videospiele zocken will, besteht aus lauter Klischees. Auch wenn das Motiv der Annäherung grundsätzlich eins ist, das oft ein Wohlgefühl auslöst, ein Selbstläufer ist das nicht. Da muss man schon ein bisschen investieren, anstatt sich darauf zu verlassen, dass das alles von selbst läuft.
Dafür hätte es von dem Patriotismus weniger geben dürfen, das wird zuweilen schon ziemlich aufdringlich. Das größte Problem von Max – Bester Freund. Held. Retter. ist aber, dass da einfach zu viel zusammengeworfen wird. Die Vater-Sohn-Probleme, das Trauerdrama, die tierische Freundschaft, später kommen noch Waffenhandel und andere kriminelle Aktivitäten hinzu: Der Film ist ein Sammelsurium aus Themen und Genres, das sich nie für etwas entscheiden kann oder will und daher auch nichts konsequent verfolgt. Große Hundefans können trotzdem reinschauen, die Titelfigur erfüllt da durchaus ihren Zweck. Aber das war es auch schon. Dennoch kam zwei Jahre später mit Max – Agent auf vier Pfoten eine Fortsetzung heraus, die aber bis auf den Schäferhund nichts mit dem ersten Teil gemeinsam hat und eine reine Direct-to-Video-Produktion war.
OT: „Max“
Land: USA
Jahr: 2015
Regie: Boaz Yakin
Drehbuch: Boaz Yakin, Sheldon Lettich
Musik: Trevor Rabin
Kamera: Stefan Czapsky
Besetzung: Josh Wiggins, Lauren Graham, Thomas Haden Church, Luke Kleintank, Dejon LaQuake, Joseph Julian Soria
Amazon (DVD „Max – Bester Freund. Held. Retter.“)
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