Im Feuer des Krieges
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Im Feuer des Krieges

„Im Feuer des Krieges“ // Deutschland-Start: 5. September 2025 (DVD / Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Neuseeland, 1864: Der maorisch-europäische Teenager Haki (Paku Fernandez) wird während des Kriegs vom Stamm der Tūhoe gegen die kolonialen Streitkräfte gefangen genommen. Dabei lernt er Kōpū (Hinerangi Harawira-Nicholas) kennen, von der einige sagen, sie habe übernatürliche Kräfte und sei ein Medium des Kriegsgottes. Während sich die Māori auf eine alles entscheidende Schlacht einstellen, kommen sich die beiden Jugendlichen näher und schließen Freundschaft. Sie beschützen einander in gefährlichen Situationen, von denen es einige gibt. Da sind nicht nur die Soldaten, welche das Dorf belagern. Auch innerhalb des Stamms kommt es zu Konfliktsituationen …

Eine brutale Geschichtsstunde

So wirklich oft kommen keine neuseeländischen Filme und Serien bei uns heraus. Die größten Chancen haben noch Krimis wie die beliebte Reihe Brokenwood – Mord in Neuseeland oder auch Queenstown Murders – Zum Sterben schön vor einigen Monaten. Der Bedarf nach mörderischen Geschichten ist hierzulande schließlich ungebrochen. Solche Produktionen können natürlich schon Spaß machen, sind aber meist eher weniger dazu geeignet, einem das Land als solches näherzubringen. Umso schöner ist, dass Im Feuer des Krieges seinen Weg zu und gefunden hat und dem hiesigen Publikum einiges über die Geschichte der fernen Insel zu erzählen hat, selbst wenn diese selbst alles andere als schön ist.

Genauer nimmt uns Regisseur Mike Jonathan mit in eine Zeit der Neuseelandkriege, eine Serie von Konflikten, die zwischen 1843 und 1872 stattgefunden haben. Dabei ging es zum einen um Land, da die Besitztümer nicht immer eindeutig geklärt waren. Es ging aber auch um Kolonisation und die Frage, welche Rechte die Māori eigentlich haben sollen. Was ein einzelner Aufstand begann, zog immer größere Kreise. Im Feuer des Krieges bezieht sich auf diese blutige Phase, die insgesamt rund 3000 Menschenleben kostete. Der Film arbeitet auch mit einigen tatsächlichen historischen Figuren, darunter der von Temuera Morrison (The Wrecking Crew) gespielte Häuptling Rewi Maniapoto. Die eigentliche Geschichte um die beiden Jugendlichen ist jedoch ebenso erfunden wie die Charaktere selbst. Diese dienen lediglich als Identifikationsfiguren.

Stimmungsvoll

Natürlich kann man sich darüber streiten, ob man bei der Darstellung eines derart prägenden Abschnitts der neuseeländischen Geschichte nicht ein wahres Schicksal hätte nehmen sollen. Andererseits gelingt es Im Feuer des Krieges gut, auf diese Weise aufzuzeigen, welche Auswirkungen die Kriegszeit für die normale Bevölkerung hatte. Interessant ist zudem die Figur Haki, der als Sohn eines Briten und einer Māori zwischen zwei Welten steht. Ein bisschen mehr hätte man diesen inneren Konflikt sicher ausarbeiten können, diese Zweiteilung wird für die Handlung genutzt, nicht aber die Figurenzeichnung. Dafür lernen wir später, dass der Vater des Jungen selbst hin und her gerissen ist und seine Lebenssituation komplizierter ist, als man das annehmen könnte.

Sehenswert ist das Historiendrama für solche Aspekte, aber auch die konkrete Umsetzung. Es ist hier schon ein stimmungsvolles Werk geglückt, das nicht nur durch die Ausstattung, Kostüme und Make-up überzeugt, sondern auch die Verwendung von Sprache. Ein Großteil des Films wird in der tatsächlichen Sprache der Māori verbalisiert. Insgesamt ist Im Feuer des Krieges ein sehr atmosphärisches Werk geworden, das die Balance hält aus persönlichen Geschichten und einer von Krieg geprägten Gesellschaft. Gerade auch die Bilder tragen dazu bei, dass interessierte Zuschauer und Zuschauerinnen einen Blick riskieren können und sich auf eine Zeitreise begeben. Schließlich wird einem hier ein Abschnitt nähergebracht, von dem man hierzulande eher selten etwas zu hören bekommt. Da bleibt nur zu hoffen, dass man in Zukunft mehr Filme von dort sehen darf, auch abseits des Krimigenres.

Credits

OT: „Ka Whawhai Tonu“
Land: Neuseeland
Jahr: 2024
Regie: Mike Jonathan
Drehbuch: Tim Worrall
Musik: Joan Vilà
Kamera: Federico Taus
Besetzung: Paku Fernandez, Hinerangi Harawira-Nicholas, Naatana Mika, Temuera Morrison, Cliff Curtis, Miriama Smith, Jason Flemyng, Te Wakaunua Te Kurapa

Bilder

Trailer

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Im Feuer des Krieges
fazit
„Im Feuer des Krieges“ erzählt von zwei Jugendlichen, die während der Neuseelandkriege im 19. Jahrhundert zwischen die Fronten geraten. Es gelingt dem Film dabei gut, die Auswirkungen für die Bevölkerung aufzuzeigen und dabei Kolonialismus anzuprangern. Gerade auch atmosphärisch überzeugt das Historiendrama.
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