In Rental Family sehen wir die Geschichte des erfolglosen Schauspielers Phillip Vandarpleog, der sich in Tokio mit Werbefilmrollen durchschlägt. Um sich finanziell über Wasser zu halten, nimmt der US-Amerikaner schließlich einen Job bei einer Rental-Family-Agentur an, wo er fortan als Ersatzvater, -freund oder -ehepartner auf Zeit arbeitet. Zum Kinostart des Feel-Good-Movies am 8. Januar 2026 haben wir Regisseurin Hikari interviewt und spannende Details über den Dreh sowie die Zusammenarbeit mit Hauptdarsteller Brendan Fraser und dem restlichen Cast erfahren.
Wie war es, mit Brendan Fraser an diesem Projekt zu arbeiten?
Es war eine pure Freude, muss ich sagen … Er ist bereit, alles zu probieren. Und er war so offen für Vorschläge. Er sogar für die Rolle angefangen, Japanisch zu lernen. Es ist unglaublich, jemanden zu haben, dem ich vertrauen kann und der mir auch 100 Prozent vertraut, um auf diese Reise zu gehen. Es ist nicht einfach, in ein Land zu kommen, das so anders ist, als das, in dem man aufgewachsen ist. Aber er war wirklich offen.
Warum war es dir wichtig, einen Ausländer zu haben, der eine Kultur sieht, die er oder sie nicht kennt?
Ich war eine Ausländerin in Utah, als ich zuerst nach Amerika kam, und ich hatte die Erfahrung, die Einzige zu sein. Aber in diesem Zeitraum habe ich so viele tolle Freunde getroffen. Und die Verbindung, die ich damals hatte, wollte ich mit dieser Idee verknüpfen. Obwohl man aus einer anderen Kultur stammt, einen anderen Hintergrund oder eine andere Hautfarbe hat, können wir diese unglaubliche Freundschaft erhalten. Und ich glaube, dass das wirklich ein Weg ist, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Ich glaube, das ist der erste Schritt, um ein besseres Verständnis zu haben oder zusammenzukommen, als Team oder als Freunde. Also wollte ich die Idee in diesem Charakter vereinen. Wir sind immer noch in der Welt, in Amerika oder sogar in Japan, wo kein Krieg stattfindet. Es ist eine ganz andere Dynamik. Aber ich glaube, wenn man diese Praxis fortsetzen und dieses Verständnis haben kann, dann werden wir in Zukunft diesen Ort ein wenig besser machen, als er jetzt ist. Das wollte ich versuchen.
War es für dich wichtig, die Stadt selbst in den Mittelpunkt zu rücken? Für mich war der Film nämlich nicht nur eine Geschichte über die Bedeutung von menschlicher Nähe, sondern auch eine Liebeserklärung an Tokio.
Ich dachte, weil dieses Geschäft nur in Japan existiert – zumindest kenne ich kein anderes Land, das einen Rental-Family-Service hat –, war es wichtig für mich, zuerst in Tokio zu drehen. Ich wollte auch diesen Charakter Philip, der kein Japaner ist, durch die Stadt Tokio laufen lassen. Und ihn dort hingehen lassen, wo vielleicht die meisten Leute bisher nicht waren, also nicht nur in Shibuya Crossing oder Shinjuku, sondern dort, wo die Mehrheit der Menschen in Tokio lebt. Ich hoffe, dass die Zuschauer, die keine Japaner sind, in den gleichen Schuhen wie Brendans Charakter Philip die Welt erforschen und darüber nachdenken, wie es sich anfühlt, in Tokio zu leben. Eine Liebeserklärung? (lacht) Ich habe noch nie darüber nachgedacht. Ich mache nur Filme, ich bin Japanerin, ich mache Filme in Japan. Aber definitiv, es gibt einige Teile, die ich wirklich liebe an Japan, an dem Land selbst. Ich wollte das mit den Leuten auf der ganzen Welt teilen.
Du hast erwähnt, dass dieses Rental-Family-Geschäft sehr spezifisch für Japan, beziehungsweise die japanische Kultur ist. Was mich am meisten beeindruckt hat, war der Entschuldigungsservice, der mir eher frauenfeindlich und patriarchal vorkam. Was für Eindrücke hattest du von dieser Art Praktiken?
Ich habe mal jemanden interviewt, die diesen Service angeboten hat, und sie hat gesagt, es sei die schrecklichste Sache, die sie jemals in ihrem Leben gemacht habe. Ich kann mir das auch vorstellen. Warum du dich bei jemandem entschuldigen musst, dem du noch nichts getan hast. Das klingt faszinierend für mich, und der Grund, warum ich diese Ideen in zwei Szenen umgesetzt habe, ist, dass ich sagen möchte: Männer, die frauenfeindlich sind und diesen Service nutzen, werden irgendwann die Quittung bekommen und hätten besser ehrlich zu ihrer Frau oder ihrer Freundin oder wem auch immer sein sollen.
Du hast bereits darüber gesprochen, wie es war, mit Brandon zu arbeiten, und ich habe mich gefragt, wie die Verbindung zum Rest des Casts war, und besonders zu einer so talentierten Schauspielerin wie Shannon Mahina Gorman?
Sie hat tatsächlich noch nie vorher geschauspielert, also musste ich sie vor allem dazu bringen, sich ihre Lines zu merken und zuzuhören. Und vor ihren gemeinsamen Szenen hatten Brendan und sie nichts wirklich miteinander zu tun, weil wir frische Ideen von ihnen haben wollten, wenn sie zum ersten Mal zusammen vor der Kamera stehen. Aber dann, als sie insgesamt viel mehr Zeit zusammen verbracht haben, konnten sie sich auf einem anderen Level verbinden, und du weißt ja: Jeder Schauspieler arbeitet so anders. Akira Emoto, der ein legendärer Schauspieler in Japan ist, konnte nur ein Wort auf 1.000 verschiedene Arten sagen, weil er so eine Erfahrung hat. Mit ihm gab es mehr Improvisation. Und Brendan konnte seinen Charakter so spielen, dass wir bei drei verschiedenen Takes drei völlig verschiedene Filme haben würden. Es ging also einfach darum, die Balance am Set zu finden, wie es sich in dem Moment angefühlt hat.
Wie kamst du auf das Ende und diese Touching Message?
Okay, das Ende war eine der Szenen, die ich seit dem Anfang hatte. Ich denke, als Künstlerin, als Mensch, habe ich immer das Gefühl, wenn es einen Gott gibt, sind wir in einem Weltkreis geboren, in einer gewissen Art und Weise. Für mich bedeutet das, dass dein Gott, den du gebeten hast, eigentlich in dir ist. Das bedeutet, dass du vor allem dich respektieren musst. Mir hat es geholfen, durch einige schwierige Zeiten zu kommen. Und ich denke, es ist nicht nur ein Shintoismus, es könnte aus jeder Perspektive kommen. Für mich war es eine Message ans Publikum: Wenn du verloren gehst, ist deine Antwort in dir. Das wollte ich durch Philipps Charakter erzählen.
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