
Als die Leiche von Charlotte Mauser gefunden wird, scheint der Fall klar zu sein: Sie wurde zum Opfer eines Serienmörders, der schon mehrere andere Frauen getötet hat. Zumindest Corinna Giebelhausen (Katja Weitzenböck), Leiterin der zuständigen SOKO, ist dieser Ansicht. Nils Makowski (Lucas Reiber) hat jedoch seine Zweifel daran und überzeugt Otto Garber (Florian Martens) und Linett Wachow (Stefanie Stappenbeck) davon, parallel eigene Ermittlungen zu erstellen. Dabei nehmen sie vor allem die Gemeinschaftspraxis unter die Lupe, welche die Tote mit ihrem Mann Jörg (Artjom Gilz) und dem befreundeten Pärchen Roland (Franz Dinda) und Ruby (Jessica Ginkel) betrieb und wo es offensichtlich zu Konflikten kam. Doch dann taucht eine andere Leiche auf und stellt damit den bisherigen Fall auf den Kopf …
Zwei Fälle in einem
Ein starkes Team ist eine der derzeit produktives Krimireihen im deutschen Fernsehen, drei bis vier neue Filme werden pro Jahr gedreht. Und das, obwohl seit dem Start 1994 schon zahlreiche ausgestrahlt wurden. So feierte man vor einigen Wochen einen Meilenstein: Für immer jung war der inzwischen 100. Film der Reihe. Zwar war der Krimi um ein Lebenselixier und illegale Pokerrunden nicht besonders gut. Mit rund 6,5 Millionen Zuschauern und Zuschauerinnen war aber auch dieser ein Publikumsmagnet. Und so verwundert es nicht, dass das ZDF kräftig weiter produziert. Mit Das letzte Opfer wird der erste neue Teil des Jahres gesendet, ein halbes Dutzend weiterer sind zumindest schon im Planungsstadium. Für Nachschub ist also auch weiterhin gesorgt.
Ob das wirklich eine gute Nachricht ist, darüber lässt sich zwar streiten. Zumindest aber ist Teil 101 des Dauerbrenners wieder besser geworden als die beiden direkten Vorgänger, die im belanglosen Mittelfeld versandeten. Dabei ist Ein starkes Team: Das letzte Opfer vom Prinzip her nicht wirklich anders als andere Teile. Man folgt grundsätzlich schon dem bewährten Konzept, dass am Anfang eine Leiche gefunden wird und danach anderthalb Stunden ermittelt wird, wer den Mord begangen hat. Business as usual also. Ungewöhnlich aber ist, dass dieser Fall mit einem Serienmörder in Verbindung gebracht wird, obwohl dieser offensichtlich hier nicht der Täter war. Dadurch gibt es zwei parallele Ermittlungen, bei denen man zwar ahnt, dass sie irgendwie zusammenhängen, ohne zusammenzugehören. Nur wie?
Viel Rätselstoff
Zu grübeln gibt es also einiges. Wer bei Krimis vor allem gern rätselt, wird hier daher schon gut bedient. Allerdings sollte man nicht davon ausgehen, von sich aus auf die Lösung zu kommen. Teile der Auflösung lassen sich zwar schon vorhersagen. Andere hingegen nicht, auch weil entscheidende Information vorenthalten werden. Ein starkes Team: Das letzte Opfer zieht da zum Ende hin noch diverse Kaninchen aus dem Hut, was je nach Ansicht spannend oder ärgerlich ist. Glaubwürdigkeit sollte man sowieso nicht erwarten. Die Geschichte ist dieses Mal schon sehr konstruiert, vieles ist da an den Haaren herbeigezogen. Ein Publikum, das lieber alltägliche Fälle sieht, braucht es hiermit erst gar nicht zu versuchen.
Die Absurdität fällt auch dadurch stärker auf, weil der Humor diesmal reduziert ist. An manchen Stellen schimmert er zwar schon durch, etwa bei den eigenwilligen Verhörmethoden von Nils, der dieses Mal eine prominentere Rolle innerhalb des Teams einnimmt. Die Szene ist zwar auch nicht so wirklich nachzuvollziehen, sorgt aber für etwas frischen Wind in diesem doch recht gleichförmigen Urgestein. Insgesamt ist Ein starkes Team: Das letzte Opfer dadurch wieder eine der besseren Folgen geworden. Ein absoluter Höhepunkt ist der Krimi dann zwar auch nicht, dafür machte man es sich an mehreren Stellen zu einfach. Man kann sich aber schon ganz gut die Zeit vertreiben, sofern man in der Stimmung ist für diese Art Rätselkrimi, der zudem mit einer Reihe bekannter Gesichter besetzt wurde.
OT: „Ein starkes Team: Das letzte Opfer“
Land: Deutschland
Jahr: 2025
Regie: Bettina Braun
Drehbuch: Timo Berndt
Musik: Dirk Leupolz
Kamera: Felix Beßner
Besetzung: Florian Martens, Stefanie Stappenbeck, Arnfried Lerche, Lucas Reiber, Jaecki Schwarz, Eva Sixt, Maja Bons, Franz Dinda, Katja Weitzenböck, Artjom Gilz, Jessica Ginkel, Kathleen Morgeneyer
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