Die Frau in Blau Tv Fernsehen Das Erste ARD Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
© SWR/Relevant Film/Andrea Kueppers

Die Frau in Blau

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„Die Frau in Blau“ // Deutschland-Start: 21. Januar 2026 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Durch den Unfall änderte sich für Denis (Jonas Nay) alles. Zwar wurde er dabei nicht verletzt. Doch dabei kam eine Frau ums Leben, was auch seine Beziehung mit Lu (Nairi Hadodo) schwer belastet hat. Seinen Führerschein ist er auch noch los. Um Letzteren wiederzubekommen, muss er auf Drängen der amtlichen Psychologin den Mann der Toten treffen, der ebenfalls bei dem Unfall dabei war und schwer verletzt wurde. Lange weigerte sich Denis, bis er sich doch einen Ruck gibt. Dabei stellt er fest, dass sich Alfred (Joachim Król) aufgrund der Hirnverletzung weder an den Unfall noch seine Frau erinnern kann. Er ist Teil einer Ateliergemeinschaft für Menschen mit geistiger Einschränkung und malt dort eifrig. Eines dieser Bilder scheint dabei unbewusst von dem Unfall zu handeln und hat daher eine besondere Bedeutung – für beide Männer …

Umgang mit der Schuld

Komplizierte zwischenmenschliche Verhältnisse sind natürlich immer wieder ein dankbares Thema für Filme. Ganz weit oben stehen dabei Liebesbeziehungen und familiäre Geschichten. Aber auch Freundschaften bieten sich an, um es wirklich menscheln zu lassen. Entsprechend viele Titel finden sich Woche für Woche im Programm der deutschen Fernsehsender. Schließlich gibt es dabei viel Identifikationsfläche. Die ARD-Tragikomödie Die Frau in Blau nimmt aber ein ganz anderes Beispiel, wenn hier zwei Fremde aufeinandertreffen, die durch einen Schicksalsschlag miteinander verbunden sind. Wie soll man mit jemandem umgehen, dessen Leben man auf mehrfache Weise zerstört hat? Und wie soll man selbst weitermachen, in dem Wissen, was man da angerichtet hat?

Dass Denis Schuld hat, das steht außer Frage. Nicht nur, dass er verurteilt wurde. Er weiß es auch selbst. Als das Publikum ihn kennenlernt, tut er sich dennoch schwer damit, sich dieser Schuld zu stellen. Auf der einen Seite hat es ihn aus der Bahn geworfen: Er hat seine Arbeit als Fotograf aufgegeben, die Beziehung ist kaputt, er weiß nichts mehr mit sich anzufangen. Gleichzeitig geht er der Konfrontation aus dem Weg, versucht sich durch den Kauf eines Bildes selbst freizukaufen. Die Frau in Blau handelt also durchaus von der Frage der Schuld und wie wir mit einer solchen umgehen können. Wobei sich der Film zumindest teilweise vor der Antwort drückt, indem Alfred sich an nichts erinnern kann. Auf diese Weise bleibt die Auseinandersetzung aus.

Leise und humorvoll

Die Geschichte hätte an der Stelle dann auch vorbei sein können. Doch Die Frau in Blau erzählt, wie der Protagonist trotz allem irgendwie die Nähe sucht und sich verantwortlich fühlt. Das Symbol dieser etwas eigenen Verbindung ist das Bild, welches offensichtlich die tote Ehefrau zeigt, auch wenn Alfred das gar nicht weiß. Das ist ein interessantes Szenario, welches hier zum Einsatz kommt. Regisseur Rainer Kaufmann (Petra geht baden, Trapps Sommer) geht dieses auch mit einer unerwarteten Leichtigkeit an. Eigentlich wäre das Thema naheliegend gewesen für ein schweres Drama mit großen emotionalen Szenen, vergleichbar zu All eure Gesichter, wo es zu Täter-Opfer-Begegnungen kommt. Man mag es hier aber zurückhaltender und leiser. Und eben humorvoller, streckenweise ist das einer Komödie näher.

Das könnte manche irritieren. Sehenswert ist der Film, der 2025 auf dem Filmfest Hamburg Premiere hatte, aber durchaus. Die Frau in Blau wechselt zwischen amüsanten und rührenden Momenten, wenn eine Verbundenheit entsteht, die nicht nur auf der Schuld fußt. Die Tragikomödie kann sich dabei auf sein Duo verlassen. Während Joachim Król mit kauzigem Charme sein Publikum einfängt, gibt sich Jonas Nay zunächst nordisch-spröde, ein bisschen abweisend und arrogant auch. Aber das bleibt bei solchen Filmen ja nicht. Wenig überraschend werden mit der Zeit versöhnliche Töne angeschlagen. Das ist dann zwar nicht so originell wie das anfängliche Szenario. Dennoch gehört das hier sicherlich zu den besseren deutschen TV-Produktionen der letzten Zeit.

Credits

OT: „Die Frau in Blau“
Land: Deutschland
Jahr: 2025
Regie: Rainer Kaufmann
Drehbuch: Ruth Toma
Musik: Stefan Will
Kamera: Martin Farkas
Besetzung: Joachim Król, Jonas Nay, Nairi Hadodo, Judith Bohle

Bilder

Trailer

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Die Frau in Blau
fazit
In „Die Frau in Blau“ kommen der Verursacher eines Unfalls und dessen Opfer zusammen. Das hätte sich für ein schweres Drama angeboten, wird hier aber mit viel Leichtigkeit erzählt. Der Mix aus amüsanten und rührenden Momenten funktioniert, auch dank der guten Besetzung.
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