
Wenn es nach Kaiserin Wu geht, soll die Hauptstadt ihres Reiches in Zukunft in Luoyang sein. Wäre da nicht der Dämon, der auf dem Weg dorthin sein Unwesen treiben soll. Mehr noch, es heißt, er habe mehrere Menschen getötet. Das darf natürlich so nicht weitergehen, weshalb der erfahrene Detective Dee (Wang Zi Hao) mit der Mission betraut wird, nach dem Rechten zu sehen. Diese droht gleich zu Beginn zu scheitern, als bis auf Dee alle Teilnehmenden von dem mutmaßlichen Dämon getötet werden. Doch aufgeben kommt für ihn nicht in Frage. Stattdessen setzt er seine Suche fort und kommt dabei einer düsteren Wahrheit auf die Spur …
Der bekannte Detektiv ermittelt wieder
Hierzulande eher wenigen vertraut, ist Detective Dee in China durchaus bekannt. Ursprünglich tauchte die von einem realen Politiker inspirierte Figur im 18. Jahrhundert in einem anonym veröffentlichen Kriminalroman auf. Seither wurde sie in einer Reihe von Büchern wiederbelebt, aber auch im Kino und im Fernsehen. Weltweit ist sicherlich die von Tsui Hark inszenierte Trilogie Detective Dee und das Geheimnis der Phantomflammen (2010), Detective Dee und der Fluch des Seeungeheuers (2013) und Detective Dee und die Legende der vier himmlischen Könige (2018) die bekannteste. Daneben gibt es aber auch diverse andere. Mit Detective Dee und der Dämonenkult ist unlängst ein weiterer Film rund um den historischen Ermittler hierzulande erschienen.
Prinzipiell ist das erfreulich, da das Konzept auch in der x-ten Fassung irgendwie einmal ist. Wie viele Beispiele für eine Mischung aus Martial Arts und Krimi, die in einem historischen Fantasy-Setting spielen, gibt es schon? Allerdings ist das Ganze dann auch kein Selbstläufer, ein bisschen Arbeit muss da schon investiert werden. Detective Dee und der Dämonenkult gibt sich jedoch in mehrfacher Hinsicht sparsam. Das fängt bereits bei der überraschend kurzen Laufzeit an. 76 Minuten? Das ist heute fast schon ein Kurzfilm. Vor allem überrascht es bei dieser Art Film, die ja eigentlich episch sein will und mit Spektakel zu überzeugen versucht. Aber dafür reichten wohl nicht die Mittel, was sich unter anderem bei den Spezialeffekten bemerkbar macht. Sie reichten auch nicht für große Namen, weder vor noch hinter der Kamera. Selbst wer sich viele fernöstliche Filme anschaut, wird mit den Credits wenig anfangen können. Sofern man sie überhaupt findet, die Informationslage ist spärlich – was immer einiges über die Produktion aussagt.
Alles eine Nummer kleiner
Das heißt aber nicht, dass man sich keine Mühe gegeben hat. Beispielsweise sind die Kämpfe schon ganz ordentlich. Es gibt ja auch nicht wirklich viele Vertreter dieser sogenannten Wuxia-Filme, bei denen im historischen China die Kampfkunst demonstriert wird. Da ist man ja nahezu für alles dankbar, was da kommt. Allerdings muss man seine Ansprüche auch da eher nach unten schrauben. Detective Dee und der Dämonenkult kann es nicht mit den großen Referenzen des Genres aufnehmen. Dafür sind die Choreografien doch zu simpel. Es hat auch niemand die Präsenz, die es bräuchte, um sich innerhalb dieses Filmsegments hervorzutun. Das Publikum wird sich im Anschluss eher nicht an die einzelnen Kämpfe erinnern.
Am ehesten ist es noch der besagte Fantasyaspekt, der für Aufmerksamkeit sorgt. So ist man von Anfang an neugierig, was es denn nun mit dieser Geschichte auf sich hat. Stärker als andere Genrebeiträge arbeitet dieser hier mit einem gewissen Mysteryfaktor. Das ist durchaus reizvoll, auch wenn es nach den anderen Filmen um den historischen Ermittler schon einen Gewöhnungseffekt gibt. Wen das nicht stört und mal wieder Lust hat auf diese Mischung, kann also durchaus mal reinschauen. Detective Dee und der Dämonenkult kommt nicht an die oben genannten Fassungen heran, wo dann doch in mehrfacher Hinsicht mehr geliefert wurde. Für sich genommen ist das hier aber noch ordentlich, es reicht als Zeitvertreib für Fans.
OT: „Di Ren Jie Tong Tian Shen Jiao“
Land: China
Jahr: 2022
Regie: Hao Zhao He
Besetzung: Wang Zi Hao, Ge Bu, Bosco Ho
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