
Das hat Sam (Kev Adams) dann richtig versemmelt. Eigentlich liebt er Sofia (Vanessa Guide) ja. Und doch hat er es nicht geschafft, ihre Beziehung zu retten. Nicht nur, dass Sofia ihn verlassen hat. Sie ist auch noch drauf und dran, Yanis (Jamel Debbouze) zu heiraten. Das will Sam nach Möglichkeit verhindern und fliegt deshalb sogar uneingeladen zur Hochzeit, um seine Angebetete umzustimmen. Der romantische Plan hat jedoch einen Haken: Der Hochzeitscrasher ist noch nie geflogen und hat panische Angst davor. Glücklicherweise zeigt sich eine Flugbegleiterin (Noémie Lenoir) sehr verständnisvoll und ermuntert ihn, eine Geschichte zu erzählen, um sich abzulenken. Also kommt er wieder auf Aladin (ebenfalls Kev Adams) zurück, der die Prinzessin Shallia (ebenfalls Vanessa Guide) davor bewahren will, den unmöglichen Shah Zaman (ebenfalls Jamel Debbouze) zu heiraten …
Fortsetzung des Überraschungshits
Dass die Figur von Aladin und seiner Zauberlampe eine dankbare Vorlage sind für Filme, ist zwar kein Geheimnis. Dennoch dürfte die Überraschung 2015 groß gewesen sein, als Aladin – Tausendundeiner lacht! in Frankreich zu einem derart großen Hit avancierte. Rund 4,4 Millionen Menschen wollten seinerzeit die humorvolle Neuinterpretation des bekannten orientalischen Märchens sehen. Weniger überraschend war, dass im Anschluss bald die Arbeit an einem Nachfolger begann. Drei Jahre später kam Aladin: Wunderlampe vs. Armleuchter in die heimischen Kinos, konnte aber an den enormen Erfolg nicht anknüpfen: Die Besucherzahl halbierte sich etwa beim zweiten Abenteuer. Hierzulande bekam man so oder so nicht viel von dem Ganzen mit. Wie schon der erste Teil wurde auch der zweite lediglich auf DVD veröffentlicht – und das auch erst Jahre später.
Das grundsätzliche Konzept wurde dabei beibehalten. Erneut bekommt man hier eine Komödie geboten, welche die bewährte Vorlage neu interpretierte. Erneut gibt es eine Rahmenhandlung, in der Protagonist Sam die Geschichte erzählt. Dabei vermischen sich wie schon beim ersten Film die Grenzen zwischen äußerer und innerer Erzählung, auch weil ein Großteil des Ensembles in Doppelrollen auftritt. Aladin: Wunderlampe vs. Armleuchter profitiert dabei von der Spielfreude, allen voran natürlich von Hauptdarsteller Kev Adams, der hier abwechselnd sein komödiantisches Talent und seinen Körper demonstrieren darf. Jamel Debbouze, der dieses Mal den Antagonisten mimen darf, ist in humoristischer Sicht zwar auch verlässlich. Er funktioniert als Gegenspieler aber weniger gut, da seiner Figur das Bedrohliche fehlt, was der Großwesir aus dem ersten Teil durchaus noch hatte.
Der Reiz ist weg
Der Humor ist dabei ähnlich schwach wie der des Vorgängers. Dann und wann ist mal ein gelungener Einfall dabei. Beispielsweise gibt es eine längere Passage, in der unser Protagonist noch in anderen bekannten Abenteuern und Zeiten auftaucht – mit einem unerwarteten Gastauftritt eines berühmten Kollegen. Auch an anderen Stellen hat man sich bei Aladin: Wunderlampe vs. Armleuchter etwas überlegt, um sich ein bisschen von dem ersten Teil zu unterscheiden. So richtig viel Spaß macht der Film in der Summe dennoch nicht. Hinzu kommt, dass das grundsätzliche Konzept sich eben schon abgenutzt hat und in der Neuauflage weniger reizvoll ist. Die Sache mit der Rahmenhandlung war beim letzten Mal doch deutlich witziger.
Die Optik funktioniert dafür schon gut. Gerade bei den Settings und den Kostümen hat man einiges zusammengebracht, was es sich anzuschauen lohnt. Die Spezialeffekte sind zumindest auf einem brauchbaren Niveau. Wer den ersten Teil geliebt hat, kann daher erneut vorbeischauen, vor allem Fans von Adams können das unbesorgt tun. Wem aber schon Aladin: Tausenduneiner lacht! zu doof war, braucht es hiermit erst gar nicht zu versuchen. Aladin: Wunderlampe vs. Armleuchter ist insgesamt dann doch eine eher öde Komödie, die zwar sehr bemüht darum ist, das Publikum zum Lachen zu bringen, dafür aber einfach nicht gut genug ist.
OT: „Alad’2“
Land: Frankreich
Jahr: 2015
Regie: Lionel Steketee
Drehbuch: Daive Cohen
Musik: Michael Tordjman
Kamera: Stéphane Le Parc
Besetzung: Kev Adams, Jamel Debbouze, Éric Judor, Ramzy Bedia, Vanessa Guide, Noémie Lenoir
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