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Unternehmen Capricorn

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„Unternehmen Capricorn“ // Deutschland-Start: 3. August 1978 (Kino) // 8. März 2018 (DVD / Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Es hätte der große Triumph der US-amerikanischen Raumfahrt werden sollen: eine Expedition zum Mars! Als diese jedoch zum Desaster wird, wird beschlossen, dass irgendwie der Schein bewahrt werden muss. Zu diesem Zweck nötigt Dr. James Kelloway (Hal Holbrook), Leiter des NASA-Marsprogramms, die drei Astronauten Charles Brubaker (James Brolin), Peter Willis (Sam Waterston) und John Walker (O.J. Simpson) dazu, den Fortgang der Mission vorzutäuschen. Ein abgelegener Militärstützpunkt wird zum Schauplatz einer groß angelegten Täuschungsaktion. Das Wagnis geht zunächst auf, den Menschen fällt nicht auf, was da gespielt wird. Doch mit der Zeit werden mehrere Leute misstrauisch, darunter auch der Journalist Robert Caulfield (Elliot Gould) …

Eine astronomische Verschwörungstheorie

In den letzten Jahren hatten Verschwörungstheorie wieder Hochkonjunktur. Gerade im Umfeld von QAnon waren die sonderbarsten Geschichten zu hören. Natürlich gab es aber auch vorher schon reichlich davon. Eine besonders hartnäckige betrifft die Mondlandung von 1969, da diese angeblich nie stattgefunden hat. Schon in den 1970ern munkelten manche davon, bis heute wird diese These vertreten. 2016 griff der Film Operation Avalanche diese These auf und machte daraus eine unterhaltsame Mischung aus Komödie, Mockumentary und Thriller. Deutlich älter ist Unternehmen Capricorn, der schon 1977 eine solche Geschichte erzählte. Damals ging es jedoch um den Mars, der noch immer die Fantasie der Menschen anregt und davon träumen lässt, ihn eines Tages zu besiedeln.

Im Gegensatz zu dem oben genannten Film ist dieser hier aber weniger humorvoll angelegt. Angeboten hätte sich das natürlich. Wenn eine Regierung keine Mühen scheut, nur um die Wahrheit nicht verraten zu müssen, hätte sich das ohne Zweifel für eine bissige Satire angeboten. Regisseur und Drehbuchautor Peter Hyams, der 1981 in Outland – Planet der Verdammten von einer geglückten Kolonisierung eines Jupitermondes erzählte, nutzt das Szenario aber in erster Linie, um daraus einen Verschwörungsthriller zu machen. Von Anfang an geht in Unternehmen Capricorn der Versuch, die Menschen im großen Stil zu belügen, mit der Androhung von Gewalt einher. Später wird die Situation immer brenzliger, wenn die NASA zur Wahrung des Scheins über Leichen geht.

Übertrieben, aber spannend

Das ist alles natürlich völlig over the top. So sehr, das man sich fragt, warum man nicht gleich die besagte Komödie draus gemacht hat. Und doch geht der Plan auf, der Film ist gleich in mehrfacher Hinsicht spannend. Zunächst fragt man sich, ob diese dreiste Lüge aufgeht. Später, als die Ereignisse eskalieren, darf man neugierig sein, wie weit die obere Verschwörungsliga geht, um alles zu vertauschen. Und natürlich gibt es in Unternehmen Capricorn mehrere Helden, die – zum Teil notgedrungen – den Kampf aufnehmen und dabei Mut sowie Einfallsreichtum beweisen müssen, um irgendwie aus der Sache rauszukommen. Werden sie es schaffen oder siegt am Ende doch das Böse? Bei den meisten Geschichten ist das Ergebnis von vornherein klar, hier darf man jedoch Zweifel haben – an vielem.

Klar, man sollte nicht wirklich über alles nachdenken, was hier gezeigt und erzählt wird. Einiges ist völliger Quatsch. An anderen Stellen hätte Hyams hingegen gern mehr machen dürfen, gerade bei den Figuren zeigt er sich von seiner genügsamen Seite. Wenn man mit ihnen mitfiebert, dann legt das eher an dem engagierten Ensemble, weniger an den ausgefeilten Charakteren. Wer sich daran nicht stört, wird aber mehr als 40 Jahre später noch immer gut unterhalten. Die Mischung aus beklemmenden Momenten, der Spurensuche und später groß aufgezogenen Actionszenen macht Spaß und kann sich sehen lassen. Auch wenn Unternehmen Capricorn inhaltlich vielleicht mehr hätte liefern können, ist der Film doch ein sehenswerter Vertreter dieses Segments und zumindest in mancher Hinsicht erstaunlich aktuell.

Credits

OT: „Capricorn One“
Land: USA, UK
Jahr: 1977
Regie: Peter Hyams
Drehbuch: Peter Hyams
Musik: Jerry Goldsmith
Kamera: Bill Butler
Besetzung: Elliot Gould, James Brolin, Brenda Vaccaro, Sam Waterston, Telly Savalas, O.J. Simpson, Karen Black, Hal Holbrook

Bilder

Trailer

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Unternehmen Capricorn
fazit
„Unternehmen Capricorn“ erzählt von einer Marsexpedition, die von der NASA nur vorgetäuscht wird, weil niemand von dem Scheitern erfahren soll. Das hätte auch als Satire gut funktioniert, wird hier jedoch zu einem klassischen Verschwörungsthriller. Dieser schwankt zwischen übertrieben und genügsam, ist aber auch mehr als 40 Jahre später unterhaltsam.
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