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© ZDF/ARTE/Nik Konietzny

Der gute Bulle: Heaven can wait

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„Der gute Bulle: Heaven can wait“ // Deutschland-Start: 9. Februar 2024 (arte)

Inhalt / Kritik

Samir Berri (Husam Chadat) weiß sehr genau, wie man zu Geld kommt, mit mal mehr, mal weniger legalen Mitteln. Sein neuester Coup ist ein Wohnblock, den er gekauft hat und nun sanieren will, um anschließend groß absahnen zu können. Nur müssen dafür die lästigen Mieter und Mieterinnen raus. Das klappt aber alles nicht so wie gedacht, der Widerstand ist groß. Kurze Zeit später ist der Sicherheitsmann tot, der mit den neuen Besitzern unterwegs war, um sie vor Angriffen zu schützen. Hängt der Mord mit der Mietgeschichte zusammen? Oder sind es doch mehr die Drogengeschäfte von Berri, die zu dem gewaltsamen Ende führten? Hauptkommissar Fredo Schulz (Armin Rohde) versucht, dies mit seinem jüngeren Kollegen Radu Lupescu (Sabin Tambrea) herauszufinden. Dabei gibt es noch etwas anderes, das ihn beschäftigt: Er hat Darmkrebs, sein Arzt gibt ihm nur noch drei Monate …

Schmerzhafter Abschied?

Wie viele andere deutsche Schauspieler und Schauspielerinnen ist Armin Rohde Dauergast in Krimis, wird dieses Genre doch wie kein anderes im hiesigen Fernsehen bedient. Seine bekannteste Rolle ist dabei ohne Zweifel die von Hauptkommissar Erich Bo Erichsen in der Reihe Nachtschicht. 18 Mal spielte er diesen bislang, zuletzt im Herbst 2022 in Die Ruhe vor dem Sturm. Etwas in Vergessenheit gerät dabei, dass er auch in Der gute Bulle einen solchen spielt. Aus gutem Grund. Obwohl sie bereits 2017 gestartet ist, wurden bislang erst drei Filme produziert. Der letzte ist auch schon einige Jahre alt, Nur Tote reden nicht stammt aus dem Jahr 2020. Das ist schon sehr wenig für einen Bereich, der durch ständige Fortsetzungen auffällt. Insofern ist bei Fans die Freude groß, wenn nun mit Heaven can wait ein vierter Film ausgestrahlt wird.

Ob es noch einen fünften geben wird, ist dabei offen. Zumindest sind die Aussichten, dass Rohde der Reihe erhalten bleibt, ziemlich gering. Recht früh erfahren wir, dass seine Figur Krebs hat und die Prognose düster. Zwar beschließt Schulz später, den Kampf gegen die Krankheit aufzunehmen, nachdem er sie zuvor zu ignorieren versuchte. Dennoch ist klar, dass Sabin Tambrea, der letztes Mal eingeführt wurde, als potenzieller Nachfolger aufgebaut wird. Für Fans der Filme könnte das eine gute Nachricht sein, zumindest wenn die Alternative die Einstellung der auf arte und im ZDF gezeigten Krimis ist. Richtig vorstellen kann man sich das aber kaum, da Rohde in Der gute Bulle: Heaven can wait eine derart dominierende Präsenz hat, dass neben ihm alle anderen unweigerlich verblassen.

Gut gespielt und atmosphärisch

Dabei ist Schulz, auch wenn es der Titel der Reihe behauptet, weit davon entfernt, ein vorbildlicher Polizist zu sein. Er hält sich an keine Regeln, säuft ohne Ende, hat im weiteren Verlauf auch kein Problem damit, Leute zu bedrohen. Schließlich läuft ihm die Zeit davon, diesen einen Fall will er noch abschließen. Der gute Bulle: Heaven can wait hat dadurch eine fatalistisch-tragische Note. Düster ist er sowieso, dafür sorgen die diversen anderen Figuren, die Unheil bedeuten. Ein Miethai, der Drogengeschäfte macht und Geld wäscht? Ein Wohnblock, der mehr Ghetto ist als Nachbarschaft und wo Drohungen Teil der täglichen Begrüßung sind? Das ist nicht sonderlich einladend. Hoffnungsschimmer oder positive Menschen sind in der Minderheit. Jeder Schritt führt nur weiter ins Elend und in irgendwelche Abgründe.

Das mag inhaltlich alles nicht übermäßig originell sein, Regisseur und Drehbuchautor Lars Becker (Die Macht der Frauen) hat im Laufe seiner langjährigen Karriere schon interessantere Geschichten erzählt. Atmosphärisch überzeugt der Krimi aber durchaus. Schauspielerisch sowieso: Selbst wenn Schulz zum Ende hin ein bisschen bemüht nachdenklich ist, die Dialoge bzw. Monologe ein bisschen holprig sind, die Präsenz des Darstellers lässt einen einiges vergessen. Zu den stärkeren Szenen gehören die, wenn der abgehalfterte, sterbende Polizist und die Kneipenbesitzerin Esra Filipovic (Anica Dobra) unter sich sind. Insofern wäre es schade, wenn Der gute Bulle: Heaven can wait der Schwanengesang der Reihe sein sollte, hat diese doch mehr Persönlichkeit als die vielen Langeweiler, die jede Woche über deutsche Bildschirme trotten.

Credits

OT: „Der gute Bulle: Heaven can wait“
Land: Deutschland
Jahr: 2024
Regie: Lars Becker
Drehbuch: Lars Becker
Musik: Stefan Wulff, Hinrich Dageför
Kamera: Alexander Sachs
Besetzung: Armin Rohde, Sabin Tambrea, Johann von Bülow, Nele Kiper, Sabrina Amali, Husam Chadat, Yasmina Djaballah, Mo Issa, Farba Dieng, Lena Kalisch, Anica Dobra

Bilder



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Der gute Bulle: Heaven can wait
fazit
„Der gute Bulle: Heaven can wait“ steht im Zeichen des Abschieds, wenn der sterbende Kommissar noch einen brutalen Fall lösen will. Die Geschichte selbst ist dabei nicht sonderlich interessant. Armin Rohde als grober Polizist, der sich mit seinem eigenen Verfall auseinandersetzen muss, entschädigt aber für vieles.
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