Finestkind Paramount+ Streamen online
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Finestkind

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„Finestkind“ // Deutschland-Start: 16. Dezember 2023 (Paramount+)

Inhalt / Kritik

Eigentlich hat Charlie (Toby Wallace) eine glänzende Zukunft vor sich, er hat bereits die Zusage bei einer renommierten Law School erhalten, um wie sein Vater Gary (Tim Daly) Anwalt zu werden. Doch bevor es so weit ist, will er noch einmal etwas anderes erleben und überredet seinen älteren Bruder Tom (Ben Foster), der aus einer früheren Ehe seiner Mutter Sonna (Lolita Davidovich) stammt, ihn mit zum Fischen zu nehmen. Die Fahrt mit dem Fischerboot endet beinahe in einer Katastrophe. Für Charlie bedeutet dies aber erst recht, diese Richtung einschlagen zu wollen. Während er im Anschluss Mabel (Jenna Ortega) näherkommt, wird Tom von seinem Vater Ray (Tommy Lee Jones) gebeten, mit dessen Fischerboot „Finestkind“ auszufahren, da er selbst gesundheitlich angeschlagen ist …

Vielversprechender Anfang

Eigentlich ist Brian Helgeland ja für seine Drehbücher bekannt. Für L.A. Confidential erhielt er seinerzeit einen Oscar, Mystic River brachte ihm eine weitere Nominierung ein. Seine Karriere als Regisseur ist im Vergleich weniger ruhmreich. Und auch weniger produktiv: Sein letzter Film Legend über zwei kriminelle Brüder liegt inzwischen schon acht Jahre zurück. Seither passierte allgemein nicht sehr viel bei dem US-Amerikaner. Da durfte man schon neugierig sein, wie sein neuester Film ausfallen würde. Dass ihm Finestkind weitere Preise einbringen wird, ist jedoch ziemlich unwahrscheinlich. Tatsächlich ist die Resonanz sehr verhalten. Die Veröffentlichung erfolgt auch eher ein bisschen versteckt auf Paramount+, viel Werbung wurde für das Werk nicht gerade gemacht.

Dabei fängt der Film eigentlich recht vielversprechend an. Wenn sich zwei ungleiche Halbbrüder beim gemeinsamen Fischen näherkommen, dann bietet sich das für verschiedene Themen an. Allen voran ist da natürlich der Familienaspekt, wenn wir nach und nach mehr über die beiden und die Hintergründe erfahren. Unterschiedlicher könnten die kaum sein: Während die eine Familie im Geld schwimmt, gelingt es der anderen nur mit Mühe, den Kopf über Wasser zu halten. Bei Finestkind geht es also auch um Klassenunterschiede, veranschaulicht anhand einer Familie. Der Film gibt zudem wie Wild wie das Meer kürzlich einen Einblick in das Leben im Fischermilieu. Eine Mischung aus Familien- und Sozialdrama, wenn man so will.

Unentschlossen und frustrierend

Stattdessen lässt Helgeland die Ereignisse aber auf seltsame Weise eskalieren. Nach wenigen Minuten gibt es ein schweres Unglück, was einen Survivalthriller wie Der Sturm erwarten lässt. Das Thema ist aber sofort abgehakt, stattdessen taucht ein Love Interest auf und es gibt ein zweites schwieriges Vater-Sohn-Gespann. Zu dem Zeitpunkt wartet man noch darauf, dass der Film mal klar macht, worum es denn eigentlich gehen soll. Und gerade wenn man denkt, dass die Antwort endlich da ist, bewegt sich Finestkind abermals in eine andere Richtung, wird zum Krimi, später zum Thriller. Um die Familie geht es dann kaum mehr, sondern diverse kriminelle Aktivitäten, in die sie hineingezogen werden. Das ist schon sehr extrem, so als habe man die Drehbücher verschiedener Filme einfach zusammengeschnitten.

Das ist schade, weil der Film immer mal wieder gute Szenen hat. Schließlich stand ein sehr talentiertes Ensemble zur Verfügung, das in anderen Kontexten immer wieder Klasse bewiesen hat. In Finestkind bekommt es aber trotz der zahlreichen Genre-Ausflüge zu wenig Gelegenheit dazu. Der seltsame Mix, der beim Toronto International Film Festival 2023 Premiere feierte, will so viel auf einmal und bietet deshalb von allem zu wenig. Ob es das Sozialdrama ist, die familiären Schwierigkeiten oder später der Thrillerpart, das bleibt alles unter den Möglichkeiten. Übrig bleibt ein Film, der zwar noch genügend Momentaufnahmen hat, für die sich das Einschalten lohnt, letzten Endes aber verwirrt, frustriert, manchmal auch langweilt.

Credits

OT: „Finestkind“
Land: USA
Jahr: 2023
Regie: Brian Helgeland
Drehbuch: Brian Helgeland
Musik: Carter Burwell
Kamera: Crille Forsberg
Besetzung: Ben Foster, Toby Wallace, Jenna Ortega, Tommy Lee Jones, Ismael Cruz Córdova, Aaron Stanford

Trailer

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Finestkind
fazit
Was zunächst wie eine Mischung aus Sozial- und Familiendrama wirkt, soll später zu einem Thriller umfunktioniert werden. Der Film will ganz viel, bietet damit letztendlich aber zu wenig. „Finestkind“ frustriert vor allem, weil ein gutes Ensemble zu Verfügung stand, das aber nur streckenweise mal Klasse demonstrieren darf, der seltsame Genremix bleibt unter seinen Möglichkeiten.
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