Familie Bundschuh Wir machen Abitur TV Fernsehen ZDF Streaming Mediathek DVD
© ZDF/Volker Roloff

Familie Bundschuh: Wir machen Abitur

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„Familie Bundschuh: Wir machen Abitur“ // Deutschland-Start: 16. Dezember 2019 (ZDF) // 17. Januar 2020 (DVD)

Inhalt / Kritik

Eigentlich dachten Gundula (Andrea Sawatzki) und Gerald Bundschuh (Axel Milberg), dass es jetzt vielleicht etwas ruhiger in ihrem Leben werden könnte. Aber nichts da. Nicht nur dass es Stress mit Tochter Ricarda (Amber Marie Bongard) gibt, deren Abitur auf der Kippe steht. Gundulas Bruder Hadi (Stephan Grossmann) und seine hochschwangere Frau Rose (Eva Löbau) stehen plötzlich vor der Tür und nisten sich bei ihnen ein. Als wäre das nicht alles schon furchtbar genug, hat sich Mutter Ilse (Thekla Carola Wied) auch noch das Nachbarhaus gekauft und mischt sich in alles ein. Und dann wäre da noch die Schüler-Theater-AG, welche Gundula vorübergehend übernimmt. Da ist nicht nur Ricarda überpeinlich, sondern lädt auch noch den Rest der Familie ein, seinen Senf dazuzugeben …

Aus Spaß am Chaos

Die liebe Familie: Ohne sie ist das Leben einsam, mit ihnen aber oft ein einziges Chaos. Zahlreiche Filme nutzen das aus, um die Protagonisten und Protagonistinnen in absurde Situationen zu zwingen, die für die Beteiligten ein Alptraum sind, das Publikum dafür umso mehr erheitern dürfen. So auch die ZDF-Reihe Familie Bundschuh. Basierend auf den Romanen von Hauptdarstellerin Andrea Sawatzki dürfen wir hier jedes Mal zusehen, wie sich zwei Geschwister und deren Familien sich gegenseitig das Leben zur Hölle machen. Nachdem bei den ersten drei Filmen typische Familienereignisse als Anlass dienten – Weihnachten, Urlaub und Hochzeit –, fehlte beim vierten Teil ein solcher. Auch wenn Wir machen Abitur impliziert, dass es sich um eine Komödie handelt, die sich um die Schule dreht, spielt dieser Aspekt eine nur recht kleine Rolle.

Stattdessen fand man einen anderen Weg, um die Figuren zu der notwendigen Enge zu zwingen, die solche Reibereien erst ermöglicht. Mussten die einzelnen Teile der Familie zuvor noch erst versammelt werden, entscheiden sie zu Beginn von Familie Bundschuh: Wir machen Abitur, alle zusammen oder nebeneinander zu wohnen. Für Gundula und Gerald ist das natürlich eine Katastrophe, ein Mitspracherecht haben sie dabei aber nicht. Es ist auch nicht so wirklich nachzuvollziehen, wie es zu diesem Arrangement kommt. Aber um Logik geht es bei den TV-Filmen nicht. Zwar sind sie so gestaltet, dass man sich als Zuschauer und Zuschauerin darin wiederfindet. Um reinen Realismus geht es aber nicht, die Filme wollen lieber nur zum Lachen bringen.

Spielfreudiger Stillstand

Das gelingt ihnen auch, mal mehr oder weniger. Die Adaption des Romans Andere machen das beruflich setzt dabei erneut vor allem auf die Figuren. Die sind zum Teil sehr überzogen, zum Teil sehr geerdet, was zu reizvollen Kontrasten und Konflikten führt. Sehr viel Spaß machen in Familie Bundschuh: Wir machen Abitur beispielsweise die beiden Mütter. Neben einer wunderbar bissigen Thekla Carola Wied ist Judy Winter mit an Bord, die als Geralds Mutter die weltgewandte Lebefrau gibt. Zumindest nach außen hin. So wie einiges hier an der Oberfläche etwas anders aussieht, als es im Inneren der Fall ist. Da müssen erst noch ein paar klärende Gespräche geführt werden, alternativ wird gedroht, gemotzt und geschrien. Am Ende ist dann wieder alles gut, zumindest bis es zu dem nächsten Ereignis und damit dem nächsten Streit kommt.

So richtig viel Neues hat der Film dabei nicht zu erzählen. Sawatzki wie auch Drehbuchautor Florian Hanig wissen, was funktioniert, und setzen daher auf minimal variierte Wiederholungen. Eine tatsächliche Entwicklung gibt es nicht. Da die Reihe nur einmal im Jahr fortgesetzt wird, stört das aber nicht so wahnsinnig. Man hat bei Familie Bundschuh: Wir machen Abitur vielmehr das Gefühl, selbst Teil eines Familientreffens zu sein, bekannte Macken und Rituale inklusive. Amüsante Momente gibt es schließlich einige, seien es Gundulas Fantasien oder die diversen Auseinandersetzungen. Darauf freut man sich, im Anschluss tut ein bisschen Pause aber ganz gut.

Credits

OT: „Familie Bundschuh: Wir machen Abitur“
Land: Deutschland
Jahr: 2019
Regie: Thomas Nennstiel
Drehbuch: Florian Hanig
Vorlage: Andrea Sawatzki
Musik: Jacki Engelken
Kamera: Reiner Lauter
Besetzung: Andrea Sawatzki, Axel Milberg, Amber Marie Bongard, Levis Kachel, Thekla Carola Wied, Stephan Grossmann, Eva Löbau, Judy Winter, Uwe Ochsenknecht, Josepha Walter

Bilder

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fazit
In „Familie Bundschuh: Wir machen Abitur“ darf sich die Chaos-Familie mal wieder so richtig gegenseitig auf die Nerven gehen. Das ist nicht neu, eine Entwicklung bleibt zudem aus. Aber da sind doch eine Reihe amüsanter Momente dabei, die auch von dem spielfreudigen Ensemble getragen werden.
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