13 Fanboy
© Pierrot le Fou

13 Fanboy

„13 Fanboy“ // Deutschland-Start: 10. Juni 2022 (DVD/Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Horrorfilme spielen im Leben der Schauspielerin und Fitnesstrainerin Kelsie Vorhees (Hayley Greenbauer) nicht nur von Berufs wegen eine große Rolle. Seit ihrer Kindheit hat besonders die Freitag der 13.-Reihe ihr Leben begleitet, da ihre Großmutter einst eine Nebenrolle im fünften Teil hatte und deshalb fester Bestandteil viele Fantreffen und Conventions war. Jedoch war diese auch ihr Verderben, denn Kelsie musste in jungen Jahren mitansehen, wie ihre Großmutter Opfer eines wahnsinnigen Killers wurde, der vermutlich durch die Morde in den Filmen inspiriert wurde. Dennoch fand sie als Darstellerin der beliebten Bloodlust-Reihe ebenso Einzug in die Herzen vieler Fans und ist, wie auch die alten Freunde der Familie, zu denen neben dem Schauspieler Kane Hodder ebenso die Schauspielerin Dee Wallace zählt, immer wieder auf Fantreffen zu finden. Als die dank des schmierigen Produzenten Mike Merryman (Corey Feldman) eine Rolle in dessen nächster Produktion einheimst, scheint sich die Geschichte jedoch zu wiederholen, denn nicht nur sie, auch andere Darsteller, besonders jene aus den Freitag der 13.-Filmen, erhalten plötzlich seltsame Nachrichten eines besonders penetranten Fans. Was zunächst wie ein harmloser, wenn auch geschmackloser Scherz aussieht, wird schon bald blutiger Ernst.

„Das ist das echte Leben.“

In einem Gespräch mit ihrem Koautor Joel Paul Reisig, als es eigentlich um potenzielle neue Projekte ging, fragte dieser Regisseurin und Schauspielerin Deborah Vorhees, was sie von Fantreffen halte und ob sie eigentlich je ein Zusammentreffen mit einem Bewunderer hatte, welches sie erschreckt hätte. Auch wenn die meisten Fans immer sehr nett seien, wie Vorhees in Interviews berichtet, können sie, wie auch andere Darsteller der Freitag der 13.-Reihe von jenen Begegnungen erzählen, die ihnen Angst machten oder die unangenehm verliefen. Aus ihrer sowie den anderen Anekdoten kam die Idee zu 13 Fanboy zustande, für den Vorhees viele der bekannten Darsteller der Filmreihe verpflichten konnte, und welcher immer wieder die Grenze zwischen Fiktion und Realität zu sprengen droht.

Vielleicht ist es nur eine Requisite oder eine Kopie, doch auf den ersten Blick sieht die Machete eines Mannes, der sich in die lange Reihe vor dem Stand von Dee Wallace gestellt hat, täuschend echt aus, sodass sie, ohne lange zu überlegen, schließlich einen der Sicherheitsleute auf den Fan aufmerksam macht und diese ihn und seine vermeintliche Waffe etwas näher unter die Lupe nehmen. In 13 Fanboy kommt es immer wieder zu diesen Momenten, nach denen Vorhees bei der Entwicklung ihrer ursprünglichen Idee suchte und welche sie auf das Problem des Stalking aufmerksam machten, was unter ihren Kollegen noch weiter verbreitet ist, als sie anfangs vermutete. Vor diesem Hintergrund ist dieser Meta-Horror durchaus sehr überzeugend, zeigt sich doch, wie manche Filmfans Fiktion und Realität nicht mehr unterscheiden können. Es wäre mitunter mehr als ausreichend, wenn sich 13 Fanboy auf dieses Konzept beschränken würde. Doch er serviert darüber hinaus noch eine eher halbgare Slasher-Geschichte, die wohl eher nur jene Fans anspricht, die nicht nur die Anspielungen auf die Filmreihe verstehen, sondern auch die Darsteller dem spezifischen Eintrag der Filmreihe zuordnen können.

Opportunisten und Voyeure

Dabei hat die Geschichte sehr viel Potenzial, nicht nur was ihre Sicht auf die Beziehung von Schauspieler und Fans angeht, sondern ebenso auf jene Welt des Filmgeschäfts, die sich irgendwo zwischen Independentproduktion und Exploitation bewegt. Neben den schmierigen Produzenten, von denen der wohl vielen Zuschauern bekannte Corey Feldman ein wie die Summe aller Stereotypen und Klischees wirkendes Exemplar spielt, sind es ebenso die unabhängigen Produzenten, die einen Schauspieler meist nur für das sprichwörtliche Butterbrot engagieren wollen oder sich auf populäre Morde, also True Crime spezialisieren, und dabei mehr als einmal die Grenzen des guten Geschmacks überschreiten. In der Begegnung von Darstellern wie Wallace und der von Hayley Greenbauer gespielten Kelsey Vorhees zeigt sich der Umgang mit den Extremen jener Welt des Scheins und Seins, zwischen denen, die nur dabei sein wollen, und jenen Opportunisten, die nach dem nächsten Gehaltsscheck schielen.

Wie schon gesagt, all jene Facetten beinhaltet 13 Fanboy auf die ein oder andere Weise und wirkt dabei, auch von seiner Ästhetik her, wie jene Independent-Streifen, in denen sie Darsteller mitspielen sollen. Mehr noch scheint sich Vorhees in dieser Welt gar zu verlieren, was das teils quälend langsame Erzähltempo erklärt, und ebenso die wenig überzeugende Slasher-Handlung, die eigentlich den Kern bilden sollte und mehr als ein paar ansehbare Bluteffekte nicht sehr viel zu bieten hat.

Credits

OT: „13 Fanboy“
Land: USA
Jahr: 2021
Regie: Deborah Vorhees
Drehbuch: Joel Paul Reisig, Deborah Vorhees
Musik: Tamer Ciray
Kamera: Ben Meredith, Daniel Zollinger
Besetzung: Dee Wallace, Hayley Greenabuer, Deborah Vorhees, Kane Hodder, C.J. Graham, Judie Aronson, Drew Leighty, Lar Park Lincoln, Tracie Savage, Ron Sloan, Corey Feldman

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13 Fanboy
Fazit
„13 Fanboy“ ist eine zähe Mischung aus Meta-Horror und Slasherfilm. Fans des Genres, insbesondere der „Freitag der 13.“-Reihe werden mit Sicherheit ihren Spaß an Deborah Vorhees Film haben. Doch alle anderen werden weder mit den Darstellern noch der unfokussierten Handlung etwas anfangen können.
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