Down a Dark Hall

„Down a Dark Hall“ // Deutschland-Start: 7. März 2019 (DVD/Blu-ray)

Kit (AnnaSophia Robb) ist eine überaus schwierige Teenagerin, die immer mal wieder Ärger verursacht. So auch diesmal, als sie sich für Sachbeschädigung verantworten muss. Das war einmal zu viel, auf der Blackwood Boarding School soll sie unter der Leitung der strengen Madame Duret (Uma Thurman) endlich mal ein bisschen Disziplin lernen. Worauf sie natürlich keine Lust hat, ebenso wenig die anderen vier Schülerinnen (Victoria Moroles), Izzy (Isabelle Fuhrman), Ashley (Taylor Russell) und Sierra (Rosie Day). Es sind jedoch weniger die vielen Übungen, welche den Jugendlichen zu schaffen machen, sondern die eigenartigen Erfahrungen, die sie in den alten Gemäuern machen. Denn irgendetwas scheint in der Schule nicht ganz richtig zu sein.

Alte, düstere, verwinkelte Gebäude sind ja immer ein dankbarer Schauplatz für unheimliche Vorkommnisse. Schulen wiederum sind auch in der modernen Form zuweilen blanker Horror. Kein Wunder also, dass es immer wieder Filme gibt, die beides miteinander kombinieren. Ob nun The Awakening oder Boarding School, was eigentlich aufbauende Lehranstalt sein sollte, wird so zu einem Ort des Schreckens, selbst für Zuschauer, die schon längst dem Schulalter entflohen sind. Denn manche Traumata verjähren einfach nicht.

Zurück zu alten Zeiten
Down a Dark Hall greift ebenso auf dieses Setting zurück, um sein Publikum wenn schon nicht die schönen Künste, so doch wenigstens das Fürchten zu lehren. Und er greift auch auf eine etwas betagte Vorlage zurück: 1974 erschien der gleichnamige Roman des Autors Lois Duncan, der Kinogängern auch dank Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast ein Begriff sein könnte. Viel ändern musste man an dem Szenario nicht, um es für heutige Zuschauer und Zuschauerinnen kompatibel zu machen. Die einzige Verbindung zur Moderne – die Handys – werden gleich zu Beginn des Aufenthalts konfisziert, was für die Zielgruppe der erschreckendste Faktor der Geschichte sein könnte.

Aber auch von dieser Enteignung einmal abgesehen wird deutlich, dass sich Down a Dark Hall weniger an Genreveteranen richtet als vielmehr an Neulinge, die sich im selben Alter bewegen wie die fünf unglücklichen Mädels. So gibt es zwar immer mal wieder kleine Horrorelemente, die sich einschleichen. Aber die sind recht harmloser Natur, beschränken sich oft auf unheimliche Gestalten, die irgendwo herumschleichen oder sich in Fantasien manifestieren. Ansonsten verlässt sich der spanische Regisseur Rodrigo Cortés (Buried) darauf, dass die Schule schon alles mitbringt, was es für gepflegten Schauer mitbringt.

Schöne Kulisse für wenig Action
Damit hat er nicht ganz unrecht, es macht durchaus Laune, in den düsteren Gängen entlangzuschleichen, auf der Suche nach Antworten oder wenigstens einem funktionierenden Lichtschalter. Und auch die Besetzung ist gelungen. Vor allem Uma Thurman als undurchsichtige und eiskalte Schulleiterin trägt dazu bei, dass der Horrorstreifen zumindest ein wenig aus der Masse an Haunted-House-Vertretern hervorsticht. Viel Persönlichkeit hat ihre Figur nicht, braucht es aber auch nicht wirklich. Ärgerlicher ist da schon, dass bei den Jugendlichen so wenig Arbeit investiert wurde. Die sind so austauschbar, dass man sie selbst miteinander noch verwechseln könnte, ohne dass es weiter auffällt. Oder Folgen hätte.

Mehr als Mittelmaß ist da dann auch nicht drin. Und selbst das wird nur gerade so noch erreicht. Der Hang zum Kitsch – Kit hat natürlich eine schrecklich tragische Vorgeschichte – lädt beispielsweise eher dazu ein, mit den Augen zu rollen, als wirkliches Mitgefühl zu entwickeln. Auch die Zurückhaltung in puncto Horror aus Rücksicht für junge Zuschauer schadet dem Film ein wenig. Down a Dark Hall wird einfach nie so spannend, wie es das Setting verdient hätte, sondern schleicht ein wenig wie die Katze um den heißen Brei. Dafür ist die Auflösung zumindest eigenwillig, wenn es hier mal nicht darum geht, Reißaus vor rachsüchtigen Geistern nehmen zu müssen. Wirklich gesehen haben muss man den Film deswegen aber nicht.

Down a Dark Hall
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Down a Dark Hall
Fünf schwierige Jugendliche werden in ein altes Internat gebracht, wo sie andere Seiten an sich entdecken – von seltsamen Vorkommnissen ganz zu schweigen. Der Schauplatz von „Down a Dark Hall“ ist recht atmosphärisch, auch die Besetzung passt. Sie bekommt nur relativ wenig zu tun, die eher für ein jüngeres Publikum gedachte Romanadaption will sich nicht so recht zum Horror bekennen.
5von 10

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