„Papa Moll und die Entführung des fliegenden Hundes“, Schweiz, 2017
Regie: Manuel Flurin Hendry; Drehbuch: Matthias Pacht, Manuel Flurin Hendry; Vorlage: Edith Oppenheim-Jonas; Musik: Fabian Römer
Darsteller: Stefan Kurt, Luna Paiano, Maxwell Mare

„Papa Moll und die Entführung des fliegenden Hundes“ läuft ab 12. April 2018 im Kino

Familienvater Papa Moll (Stefan Kurt) lebt mit seiner Frau Mama Moll (Isabella Schmid) und den Kindern Fritz (Maxwell Mare), Willi (Yven Hess) und Evi (Luna Paiano) in einem beschaulichen Dörfchen in der Schweiz. Papa Moll arbeitet in der ortsansässigen Schokoladenfabrik in der Qualitätssicherung und muss sich mit dem neuen Fabrikleiter Stuss (Martin Rapold) rumschlagen, dem die Qualität seiner Ware völlig egal ist. Zu all dem Stress muss er sich auch noch ein Wochenende lang alleine um seine drei quirligen Kinder und sogar die unerzogenen Kinder seines Chefs kümmern. Ein turbulentes Wochenende mit vielen Pannen und Pleiten beginnt.

Die Vorlage des Films ist eine berühmte Schweizer Comic-Reihe
Die Figur Papa Moll wurde 1952 von Edith Oppenheim-Jonas in die Welt gerufen und bis heute werden die beliebten Papa-Moll-Klassik-Bände verkauft. Der liebevolle Familienvater mit der chaotischen Familie und dem kleinen Dackel Tschips hat sich zum Star der Schweizer Kinderliteratur gemausert.

Die Verfilmung des Comics weist leider einige Schwächen auf. Papa Moll und die Entführung des fliegenden Hundes schwebt zwischen zwei Stühlen der modernen Inszenierung und der damaligen Comic-Erzählzeit. Man konnte sich nicht entscheiden, ob man den Film komplett neu und den heutigen Maßstäben angepasst inszeniert, oder ob man in längst vergangene Jahrzehnte eintaucht. Dieser Mix aus beidem funktioniert leider nicht gut. Die hochauflösenden Aufnahmen, die übertriebene Farbsättigung und die Special Effects passen hier nicht zu den Röhrenfernsehern, der längst vergessenen Kleidermode und dem überspitzt dramatisierenden Humor.

Turbulente Action ohne Pause – positive Szenen sind rar
Von Anfang bis Ende galoppiert der Film in einem rasanten Tempo davon. Dem Zuschauer bleibt keine Zeit, Luft zu holen. Dabei wird jede Handlung bis ins Unendliche aufgebauscht und mit der passenden hektischen Musik noch mehr hervorgehoben. Egal ob die Kinder, die sich gegenseitig mobben und Streiche spielen, oder die Schokoladenfabrik, die in die Luft zu gehen droht, oder Papa Moll selbst – wie angestachelt wird hier die vollgepackte Handlung in Kinofilmlänge gepresst.

Dabei wird das Hauptaugenmerk auf die Katastrophen im Dorf Murmlikon gelenkt. Der unverschämte Chef, der die ganze Fabrik herunterwirtschaftet, der böse Dompteur Rasputin (Yevgeni Sitokhin), der den Hund Kartovl quält, die beiden Kinder Jackie (Lou Vogel) und Johnny (Livius Müller Drossaart), die Molls Kinder schikanieren – sehr viele negative Ereignisse schmälern den Spaß am Schauen. Einer der wenigen Lichtblicke ist Mama Moll, die sich mit ihren Freundinnen ein Wellness-Wochenende mit attraktivem Poolboy gönnt. Die Frauen schreien sogar vor Freude, einmal aus ihrem Alltag ausbrechen zu können, was wirklich herrlich anzusehen ist.

In Kinderaugen hineinversetzt kann Papa Moll und die Entführung des fliegenden Hundes schnell überfordern. Die Charaktere, vor allem die drei Kinder von Papa Moll, sind positiv hervorzuheben, wobei die Handlung zu vollgestopft und hochtrabend ist. Der Film ist vergleichbar mit einer überlebensgroßen Packung bunter Süßigkeiten, die anfangs lockt, eine Weile lecker schmeckt, aber zu viel davon zu gewaltigen Bauchschmerzen führt. 

Papa Moll und die Entführung des fliegenden Hundes
3.78 (75.56%) 18 Artikel bewerten

Papa Moll und die Entführung des fliegenden Hundes
Die Comic-Verfilmung ist etwas überzeichnet und altbacken. Ohne Pause prasselt der Film mit Musik und Action auf einen ein. Aufwändig gemacht, aber auch ziemlich anstrengend.
6von 10

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