(„Anger Management – Season 2“, 2014)

Anger Management Staffel 5Ein Therapeut, der anderen bei der Bewältigung ihrer Wut helfen soll, dabei aber einen Müllwagen abfackelt? Das ist keine besonders gute Idee. Aber Charlie Goodson (Charlie Sheen) war schon immer eher der impulsive Typ, der Lust und Laune selten etwas Rationales entgegensetzen kann – vor allem, wenn dabei das weibliche Geschlecht involviert ist. Während sein Nachbar und bester Freund Sean Healy (Brian Austin Green) sich gut damit identifizieren kann, ist dessen Freundin Dr. Jordan Denby (Laura Bell Bundy) weniger von Charlies amourösen Abenteuern angetan, denn die muss als seine Kollegin meistens auch seine Fehltritte ausbaden.

Einem alten Hund kann man keine neuen Tricks beibringen, so heißt es ja. Und offensichtlich einer alten Sitcom auch keine neuen Witze. Dass bei den letzten 20 von 100 Folgen Anger Management nicht unbedingt das Rad neu erfinden würde, war klar, zumal man sich auch in Staffel 4 kreativ ziemlich genügsam zeigte. Dennoch ist es recht enttäuschend, wie lieblos das Ende der Serie ausgefallen ist. Man versucht auch schon gar nicht mehr, Variation hineinzubringen: Die Folgen beginnen damit, dass Charlie seiner Therapiegruppe mit seltsamen Methoden Halt geben will, anschließend ist er auf Frauenfang, die verkorkste Gruppe erlebt eigene Abenteuer.

Letztere sind dabei noch der gelungenere Teil: die oberflächliche Goldgräberin Lacey (Noureen DeWulf) gegen den naiven Dauerkiffer Nolan (Derek Richardson), der schwule Designer (Michael Arden) gegen den bösartigen Rentner Ed (Barry Corbin) – das sorgte von Anfang für humorvolle Reibungen. Die gibt es auch dieses Mal, sie sind aber zu Standards erstarrt, irgendwann hat man diese Witze dann doch zu oft gehört. Nur an manchen Stellen darf sich die Situation etwas ändern; sehr schön ist zum Beispiel, als Nolan aus Geldgründen in ein Auto zieht. Die vereinzelten Lichtblicke reichen aber nicht, um Charlies eintönige Geschichten auszugleichen.

Umgekehrt bedeutet das für Langzeitfans, dass sie hier das Erwartete bekommen, plus ein paar unerwartete Gastauftritte früherer Darsteller der Serie als Sahnehäubchen oben drauf. Der Rest muss sich auf eine Sitcom einstellen, die nicht wirklich weh tut, aber auch nicht wirklich Spaß macht und dessen Schwachpunkt ausgerechnet die Hauptfigur ist. Die einzelnen Episoden sind schnell genug vorbei, gerade auch, weil immer mehrere Handlungsstränge gleichzeitig erzählt werden. Wer einen anspruchslosen Zeitvertreib zum Berieseln braucht, darf also auch bei der fünften Staffel – die in den USA eine zweite Staffel ist – einschalten. Man darf es aber auch genauso gut bleiben lassen.

Anger Management – Die komplette 5. Staffel
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Anger Management – Die komplette 5. Staffel
Neuerungen sucht man bei den letzten 20 Episoden der Sitcom vergebens, „Anger Management“ zieht sein Konzept bis zum Schluss durch. Als Zeitvertreib geht das durch, trotz einiger nette Einfälle und verkorkster Figuren ist der Serienabschluss aber lieb- und oft auch witzlos.
5von 10

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