(„Svecenikova djeca“ directed by Vinko Bresan, 2013)

Gott verhuete

„Gott verhüte!“ ist seit 20. Februar auf DVD und Blu-ray erhältlich

Seit Längerem schon sind die Einwohnerzahlen auf der kleinen dalmatinischen Insel rückläufig, der junge Geistliche Fabian (Krešimir Mikić) muss mitansehen, wie seine frisch erworbene Herde bereits ihrem Ende entgegengeht. Dabei ist nicht einmal so, dass seinen Mitbürgern die Bereitschaft zum Beischlaf fehlen würde. Nur machen sie das inzwischen aus reiner Fleischeslust, dank des eifrigen Einsatzes von Verhütungsmitteln wird kaum jemand mehr schwanger. Also beschließt er, zusammen mit dem Kioskbesitzer Petar (Nikša Butijer) und dem Apotheker Marin (Dražen Kuhn) Kondome und Antibabypillen zu manipulieren. Der Erfolg stellt sich schnell ein, tatsächlich steht nun so manche Niederkunft bevor – mit ungewollten Nebenwirkungen.

Hilfe, wir sterben aus! Der demographische Wandel beschäftigt nicht nur Forschung und Politik, auch der Stammtisch hat das Thema längst für sich entdeckt. Höchste Zeit, dass das Kino im folgt. Gott verhüte! zeigt nun eine etwas unorthodoxe Lösung, die aber genauso wenig ernst gemeint ist wie der Rest des Films. Für den Zuschauer ist das zunächst eine gute Nachricht, denn eine Komödie über einen stocksteifen Pfarrer, skurrile Bewohner und eine andere Form der Geburtenkontrolle, das verspricht viel schwarzen und grotesk übersteigerten Humor. Eingelöst wird dieses Versprechen jedoch nur manchmal.

Witzig ist dabei vor allem die erste Hälfte. Schon die erste Begegnung des konservativen Geistlichen mit dem wenig zimperlichen Petar regt zum Schmunzeln ab und nimmt vorweg, was uns bei Gott verhüte! erwartet: Nach außen hin gibt sich die Gemeinde zugeknöpft, doch hinter den zugezogenen Vorhängen macht jeder, was er will. Enthaltsamkeit und Monogamie? Nicht, wenn es nicht sein muss. Die starken Kontraste zwischen den ungleichen Protagonisten sind Teil des Konzepts. Richtig komisch sind dann auch die surreal gefärbten Szenen, in denen die Verschwörer versuchen, sich einen Überblick über das Sexleben der anderen zu verschaffen, Fabian mit steifer Miene in den Sündenpfuhl hinabsteigt. Und auch die gelegentlichen Spitzen gegen die Kirche sind vergnüglich, teilweise regelrecht böse.

Doch sind diese viel zu selten, insgesamt vertraut die serbisch-kroatische Komödie lieber auf handfesten Klamauk. Der ist nett, sicher, so wie der gesamte Film mit seinen eigenwilligen Charakterköpfen recht sympathisch ist. Nur wird aus der Vorlage kaum etwas gemacht, am Ende bleibt erstaunlich wenig von dem vielversprechenden Beginn übrig. Gerade zum Schluss hin wird Gott verhüte! doch sehr seicht und neigt zudem zur Sentimentalität. Unterhaltsam ist das neueste Werk von Vinko Bresan trotz allem zwar schon, mehr als ein harmloser, zuweilen absurder Spaß ist es aber nicht geworden.

Gott verhüte!
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Gott verhüte!
Weg mit den Kondomen, her mit den Kindern! Der verrückte Versuch eines Pfarrers, die Geburtsraten in seinem Dorf zu steigern, gefällt durch seine skurrilen Figuren und die gelegentlichen bösen Spitzen. Insgesamt ist „Gott verhüte!“ jedoch zu harmlos und klamaukig, um wirklich im Gedächtnis zu bleiben.
5von 10

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