(„Verliefd op Ibiza“ directed by Johan Nijenhuis, 2013)

Loving Ibiza – Die größte Party meines LebensKevin (Jan Kooijman) ist einer dieser Menschen, die auf den ersten Blick so ziemlich alles im Leben haben. Er ist ein berühmter Fußballer, weltweit beliebt, steinreich und noch dazu ein Bild von einem Mann. Klar dass so einer nicht einfach jemand X-Beliebiges an seiner Seite will, von X-Factor sollte sie schon sein. Was dann auch klappt: Elza (Kim Feenstra) heißt sie, sieht nicht minder perfekt an. Okay, ihr geistiges Niveau liegt etwa auf dem eines Backsteins, aber einen kleinen Schönheitsmakel hat ja jeder.

Dass sie ihre eigene Geburtstagsfeier organisiert, steht dennoch völlig außer Frage. Ein Glück gibt es dafür jedoch Lizzy (Sanne Vogel), die schon Erfahrung bei der Bespaßung Prominenter hat. Lizzy ist etwas kleiner als Elza, etwas fülliger und auch sonst nicht ganz Modelniveau, dafür ist die Event Managerin deutlich gewitzter. Was sie nicht daran hindert, sich dummerweise in Kevin zu verlieben. Und als wäre das nicht schon schwierig genug, muss sie sich auch noch mit den Kapriolen ihrer Familie herumärgern, die zusammengekommen ist, um den 55. Geburtstag von Familienoberhaupt und Ex-Rockstar Lex (Rick Engelkes) zu feiern.

Trost oder Masochismus? Sich eine Menge Urlauber auf Ibiza anzuschauen, während man selbst zu Hause hockt, kann schon recht frustrierend sein. Andererseits laden die Bilder auch Daheimgebliebene zum Träumen ein, denn zu sehen gibt es bei Loving Ibiza – Die größte Party meines Lebens mehr als genug. Das gilt für die fast schon zu perfekte Landschaft – wunderbare Sandstrände, leuchtend blaues Meer, kurz das Beste, was Ibiza zu bieten hat – genauso wie für die größtenteils attraktiven Hauptdarsteller.Loving Ibiza – Die größte Party meines Lebens Szene 1

Doch diese positiven Eindrücke verpuffen recht bald, wenn der eigentliche Inhalt beginnt, denn leider verläuft das vorsichtige Annähern des Stars und des Nobodys leider komplett nach Schema F. Originelle Einfälle? Die sucht man hier vergebens. Wenn der niederländische Film neben der Optik durch etwas überzeugt, dann ist das am ehesten noch durch die Nebencharaktere. Vor allem der Versuch von Jacky (Lone van Roosendaal) und Irma (Simone Kleinsma), zwei Urlauberinnen in den 40ern, noch einmal die große Liebe zu erleben, ist zwar geschönt aber doch irgendwo rührend und sympathisch.

Loving Ibiza – Die größte Party meines Lebens Szene 2

Was noch schlimmer ist als der Mangel an Originalität – wirklich einfallsreich sind Liebeskomödien schließlich selten – ist der Mangel an Witz. Nur wenige Stellen lädt Loving Ibiza tatsächlich zum Lachen ein, am Ende bleibt von der „größten Party meines Lebens“ recht wenig zurück. Elektrofans können dennoch aufhorchen, denn der bekannte niederländische DJ Armin van Buuren („Intense“) steuerte nicht nur die Musik bei, sondern übernahm auch eine kleine Gastrolle. Ob das Grund genug ist, sich den Film anzuschauen, muss jeder für sich selbst entscheiden. In den Niederlanden lockte er immerhin eine knappe Million Zuschauer in die Kinos und stand sechs Wochen an der Spitze. Ein Erfolg, der hierzulande eher nicht zu erwarten sein dürfte.

Loving Ibiza – Die größte Party meines Lebens ist seit 19. August auf DVD und Blu-ray erhältlich

Loving Ibiza – Die größte Party meines Lebens
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Loving Ibiza – Die größte Party meines Lebens
Loving Ibiza versammelt eine Reihe attraktiver Menschen vor der perfekten Kulisse der spanischen Insel, fängt aber nicht viel damit an. Weder sonderlich witzig noch originell erzählt der niederländische Kassenschlager eine formelhafte Liebesgeschichte, die am ehesten noch durch die Nebencharaktere gefällt.
4von 10

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