(“The Runaways”, directed by Floria Sigismondi, 2010)

Auf diesen Film passt mal wieder der berühmte Ausdruck Sex, Drugs & Rock ‘n RollThe Runaways erzählt die, sich an wahren Begebenheiten orientierende, Geschichte der ersten Mädchenrockband der 1970er Jahre. Joan Jett (Kristen Stewart) träumt bereits mit ihren jungen fünfzehn Jahren von einer Karriere als Rockstar. Als sie Bekanntschaft mit dem begabten Musikproduzenten Kim Fowley (Michael Shannon) macht, bringt dieser alles in Gang. Mir nichts dir nichts entsteht ein fetziges Rockgeschwader mit der schönen Cherie Currie (Dakota Fanning) als Frontsängerin. Die Mädels flitzen von einem Auftritt zum anderen, der Medienhype und somit der Druck, welcher auf den jungen Frauen lastet nimmt immer mehr zu. Vor allem Frontfrau Cherie frönt den Drogen in immer größerem Maße, bis sie schließlich einen Zusammenbruch erleidet und erkennt, dass es wichtigere Dinge als den beruflichen Erfolg gibt.

Keine der rund 102 Minuten war mir zu viel oder zu langweilig. Die Geschichte nimmt ihren unaufhaltbaren, chaotischen Lauf, beleuchtet vor allem Cherie Currie von privater und beruflicher Seite. Es gelingt der Regisseurin, Floria Sigismondi auf eine unterhaltsame Art und Weise das Geschehen so aneinander zu reihen, dass man zumindest den Eindruck hat alles Nötige gesehen zu haben und nichts zu vermissen.

Ein großer Pluspunkt geht an die Musik, die auch mich als alten Hardrockfan größtenteils zufrieden stellen konnte. Wenigstens bleibt man hier von irgendwelchen Balladen oder sanftmütigen Klängen verschont und bekommt nur das präsentiert, was die Mädels auch vermitteln wollen: Kompromisslosen, wilden Rock! Das hierbei die Drogen nicht fehlen dürfen ist klar, doch bekommt der Zuschauer selbstverständlich auch das Ergebnis von deren Konsum auf dem Silbertablett präsentiert. Doch nicht nur die Drogentiefpunkte werden von den jungen Frauen überzeugend gespielt, auch die rockigen, zickigen Gören, sowie die einfühlsamen, jungen Mädchen werden gekonnt zum Ausdruck gebracht.

Neben dem Hauptfilm bietet die DVD eine kleine Auswahl an Extras, wie zum Beispiel einem „Making Of“ oder einer „Featurette“. Beide Unterpunkte sind empfehlens- und sehenswert. In der Featurette berichtet die echte Cherie Currie, an deren Biografie sich der Film entlanghangelt, über ihre persönlichen Ansichten bezogen auf The Runaways. Beim „Making Of“ und der „Featurette“ geben selbstverständlich auch die Darsteller ihre Statements ab.

Fazit: Ein gelungener Film, der es schafft gut zu unterhalten und den man sich ruhig noch ein weiteres Mal ansehen kann. Musik, Schauspieler und Handlungsstrang, alles echt, alles überzeugend. Die Geschichte von minderjährigen Mädchen die quasi über Nacht zu gefeierten Rockstars werden, ohne, die mich bei anderen Filmen dieser Art, zu Tode ermüdende Langatmigkeit und Verzettelungen in Belanglosigkeiten. Da ich mir den Film mit keinerlei Erwartungen ansehen konnte, bin ich nun umso mehr überrascht und zufrieden, ihn gesichtet zu haben.

The Runaways erscheint am 22. Oktober auf Blu Ray und DVD



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3 Responses

  1. Candide

    Hab ihn nun auch gesehen und fand ich genauso wie Du sehr unterhaltsam. Im Gegensatz zu thematisch ähnlichen Biopics wie Control oder Walk The Line geht The Runaways weniger detailliert auf die einzelnen Persönlichkeiten ein, sondern schlägt vielmehr den Weg wie damals Oliver Stones The Doors ein.

    Größter Pluspunkt für mich sind eindeutig die Leistungen der Darsteller. Während Dakota Fanning eindrucksvoll beweist, dass sie mehr kann als in irgendwelchen Vampir-Filmen schön auszusehen, bestätigt sich das Talent von Kristen Stewart, die mir schon in Into The Wild sehr gut gefiel.
    Michael Shannon scheinen hingegen die durchgeknallten Figuren zu liegen – ich denke z.B. gerade an My Son, My Son What Have Ye Done – auch er macht seinen Job sehr gut.

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