(„Tokyo Godfathers“ directed by Satoshi Kon, 2003)

Nach langer Zeit konnte ich wieder mal in den Genuss der japanischen Zeichentrick-Kunst kommen. Der Film von Satoshi Kon bietet wieder mal Animation vom feinsten, so wie man es auf dem fernöstlichen Land gewohnt ist. Das Anime erzählt die Geschichte von drei Obdachlosen die ausgerechnet an Heiligabend ein ausgesetztes Baby im Müll finden. Hana, ein homosexueller Penner, sieht das kleine Mädchen als ein Geschenk Gottes und will von nun an die Mutter des Neugeborenen sein. Seine zwei Freunde, der Säufer Gin und die noch minderjährige Miyuki sind anfangs strikt dagegen, sprechen doch die Umstände dagegen ein Kind in Armut und dazu noch auf der Straße zu erziehen. Sie wollen den Säugling der Polizei übergeben, beschließen schlussendlich aber, dass Hana das Kind für wenigstens eine Nacht behalten „darf“. Am nächsten Morgen entscheidet sich das Trio dafür das Kind nicht der Polizei zu übergeben, sondern anhand der Fotos die dem Kind beigelegt waren, die leiblichen Eltern zu finden. Diese Suche wird sich als seltsame Reise durch diverse Milieus Tokyos führen. Begleitet von Verzweiflung, Angst, Hunger und Kälte scheint die Suche ein Ende gefunden zu haben, doch die Eltern des mittlerweile Kiyoko getauften Kleinkindes, verbergen anscheinend etwas…
In ca. 90 Minuten Laufzeit sieht man Tokyo von seiner weniger schönen Seite, nämlich die der extremen Armut der Weltmetropole. Geschickt greift der Mangaka und Regisseur soziale Themen auf und kombiniert sie mit einer netten Story. Die drei Hauptcharaktere sind gut ausgearbeitet und vor allem Hana sorgt für einen auflockernden Humor-Faktor wie er in der japanischen Manga- bzw. Anime-Kunst üblich ist. Nichts desto trotz ist der Film ernst zu nehmen und erzählt auf sehr tragische Art und Weise wie Menschen an den Rand des Abgrunds getrieben und von der Gesellschaft ausgeschlossen werden.

Tokyo Godfathers
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