
Reef Hawk (Keanu Reeves) hat es geschafft: Der Schauspieler hat in zahlreichen Filmen mitgespielt, zwei Oscars erhalten und wird von allen geliebt. Zumindest glaubt er das. Doch dann informiert ihn sein Anwalt Ira Slitz (Jonah Hill), dass jemand ein Video von ihm hat, das belastendes Material beinhalten soll und ihn seinen guten Ruf kosten könnte. Perfekt für eine Erpressung also. Was dieses Material genau sein könnte, ist dabei ebenso unklar wie die Identität des Erpressers oder der Erpresserin. Klar ist aber, dass eine Veröffentlichung um jeden Preis verhindert werden muss. Gemeinsam mit Kyle (Cameron Diaz) und Xander (Matt Bomer), mit denen er seit Kindheitstagen befreundet ist, begibt er sich auf eine mentale Zeitreise, um herauszufinden, wen er derart verletzt haben könnte …
Blick hinter die Kulissen der Traumfabrik
Als Schauspieler hat Jonah Hill natürlich jede Menge erreicht, vor allem seine Auftritte in zahlreichen Komödien haben ihn zum Star gemacht. Wie so viele seiner Kollegen und Kolleginnen fühlt er sich aber zu mehr berufen und führt deshalb gelegentlich Regie. Einen wirklichen roten Faden findet man darin bislang aber nicht. So gab er 2018 sein Debüt mit dem von eigenen Erfahrungen inspirierten Coming-of-Age-Drama Mid90s über einen Jugendlichen, der sich mit einer Skateboard-Clique anfreundet. 2022 folgte der Dokumentarfilm Stutz, gewidmet Hills Therapeuten US- Phil Stutz. Nun kommt mit dem Apple TV Beitrag Outcome sein dritter Langfilm. Und erneut schlägt er eine ganz andere Richtung ein, wenn er wieder zum Komödienfach wechselt.
Wobei Hill, der gemeinsam mit Ezra Woods das Drehbuch geschrieben hat, sicherlich an der einen oder anderen Stelle persönliche Erfahrungen hat einfließen lassen. So ist sein Film durchaus eine spöttische Auseinandersetzung mit der Filmindustrie und den Menschen, die dort unterwegs sind. Für sich selbst hat er die Rolle des Anwalts auf den Leib geschrieben, der irgendwie dem Protagonisten aus dieser unangenehmen Situation helfen muss. Bei der Besetzung desselben hat Outcome sicherlich einen echten Coup gelandet. Schließlich genießt Keanu Reeves (Good Fortune – Ein ganz spezieller Schutzengel) den Ruf, ein Mensch zu sein, der zu allen freundlich ist, selbst ganz Unbekannten, und von allen geliebt wird. Wenn seine Figur, von der das ebenfalls gesagt wird, erkennen muss, dass es anders ist, ist das sicherlich auch ein Seitenhieb auf das Heiligenimage des Darstellers.
Nett, aber zu ziellos
Die Demontage von Idolen und die Auseinandersetzung mit einem falschen Schein ist natürlich wie gemacht für eine Satire, die in der Traumfabrik spielt. So richtig viel wird daraus aber nicht gemacht. Wenn Reef versucht, seine jahrelange Berufspause als Selbstfindungsphase zu verkaufen, während er in Wahrheit nur Drogen genommen hat, ist das zwar schon amüsant. Outcome wird aber nie so bissig, wie man sich das vielleicht gewünscht hat. Der Film bringt auch keine nennenswerten Erkenntnisse mit sich. Vermutlich wollte er das ohnehin nicht. Zumindest hat man zwischendurch das Gefühl, dass die Komödie eher eine Ideensammlung ist, wenn die Reise in die Vergangenheit eine stark episodenhafte Erzählstruktur hat.
Das heißt nicht, dass der Film schlecht ist. So finden sich schon immer mal wieder nette Momente, wenn der Protagonist nach und nach erkennt, wer er ist – und wer er nicht ist. Außerdem sind da unzählige Stars, die vorbeischauen, wenn ihr Kollege sie ruft. Und doch ist Outcome am Ende eher etwas enttäuschend, da beide Elemente – die Satire und das Besinnliche – unter den Möglichkeiten bleiben. Im Hinblick auf die Zeitreise ist beispielsweise die deutsche Serie Chabos, wo ebenfalls der Protagonist herausfinden muss, wer aus seiner Vergangenheit ihm schaden will, die deutlich bessere Version. Während dort die Mischung aus komödiantischem Chaos und Nachdenklichkeit wirklich fesselte in Verbindung mit dem leichten Mystery-Teil, geht einem das hier nicht so wirklich nahe.
OT: „Outcome“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Jonah Hill
Drehbuch: Jonah Hill, Ezra Woods
Musik: Jon Brion
Kamera: Benoît Debie
Besetzung: Keanu Reeves, Jonah Hill, Matt Bomer, Cameron Diaz
Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.
(Anzeige)









