
Im Leben von Helen Dorn (Anna Loos) ist gerade wieder der Teufel los. So erfährt sie, dass ihre Halbschwester Luisa Vizzante (Liane Forestieri), von der sie lange nichts wusste, im Gefängnis Ziel eines Anschlags geworden ist. Schnell wird vermutet, dass dahinter ein rivalisierender Mafiaclan stecken könnte, der noch eine Rechnung mit ihr offen hat. Während noch überlegt wird, wie auf diese Situation reagiert werden soll, taucht auf dem Hof der Dorns die Jugendliche Tamara (Maya Lauterbach) auf. Weyer (Tristan Seith) und Helens Vater Richard (Ernst Stötzner) beschließen, die fremde Herumtreiberin bei sich aufzunehmen, sehr zum Missfallen der Polizistin. Dabei ahnt sie noch nicht, dass die Teenagerin bald eine große Rolle in ihrem Leben spielen wird …
Zurück in die Vergangenheit
Im Hinblick auf die Quantität ist Helen Dorn sicherlich eine der verlässlichsten Krimireihen im deutschen Fernsehen. Seitdem diese 2014 an den Start gegangen ist, gab es fast in jedem Jahr zwei neue Filme. Offensichtlich will man das aber noch weiter erhöhen, letztes Jahr gab es erstmals drei neue Fälle für die Kommissarin. Und auch dieses Jahr scheint man mehr bringen zu wollen. So gab es Anfang 2026 mit Adrenalin einen ersten Film, damals musste die Titelfigur undercover in einer Motorrad-Clique ermitteln. Mit Verdammte Familie kommt keine drei Monate später bereits der nächste Film, es ist der 25. der Reihe. Weitere Teile sind bereits in Arbeit und angekündigt. An Nachschub wird es in Zukunft also wohl nicht mangeln.
Dabei wird hier erst einmal auf die Vergangenheit geblickt. Genauer knüpft Helen Dorn: Verdammte Familie an die Folge Der deutsche Sizilianer an, die vor anderthalb Jahren ausgestrahlt wurde und die Figur der Halbschwester aus dem Hut zog. Anschließend verschwand diese wieder in der Versenkung, was einen etwas irritieren durfte, da dies eigentlich sehr viel in dem Leben der Kommissarin änderte. Offensichtlich interessierte das aber niemand. Jetzt wird diese Geschichte doch noch fortgeführt, auf eine etwas unerwartete Weise. So wird die Familie noch etwas größer, wenn eine weitere Figur aus dem Hut gezaubert wird. Das war schon beim letzten Mal ziemlich billig. Das noch ein zweites Mal so zu machen, ist schon dreist. Immerhin: Die neue Figur soll wohl stärker integriert werden.
Viel Drama und Streit
Damit einher geht – wenig überraschend – wieder ganz viel Drama. Kaum eine deutsche Krimireihe setzt derart auf Konflikte, gerade auch zwischen den Hauptfiguren. Streckenweise ist das immer mal wieder unerträglich, vor allem, wenn die zwischenmenschlichen Defizite von Dorn selbst wieder betont werden. Helen Dorn: Verdammte Familie ist da nicht ganz so schlimm, wie es bei manchen anderen Folgen war. Aber es ist doch genug, dass der Film hin und wieder etwas nervt. Tatsächlich ist hier praktisch niemand dabei, mit dem man tatsächlich gern Zeit verbringt, egal auf welcher Seite des Gesetzes sie stehen.
Wenn wenigstens der Fall interessant geworden wäre. Doch dort ist dann gar nichts zu holen. Zwar geht es immer mal wieder brenzlig zu, es ist also nicht so, dass nichts geschieht. Die Geschichte um brutale Mafia-Clane ist aber mal wieder maximal einfallslos. Friedemann Fromm, der seit einigen Jahren die Reihe als Regisseur und Drehbuchautor zu verantworten hat, versucht nicht einmal, einen eigenen Stoff daraus zu machen. Trotz allgegenwärtiger Gefahren ist Helen Dorn: Verdammte Familie dadurch recht langweilig geworden. Fans, und von denen gibt es einige Millionen, müssen sich daran nicht stören. Schließlich sind diese Filme inhaltlich meistens nicht erwähnenswert. Nachdem der letzte aber zumindest Durchschnitt war, ist das hier wieder schwächer geworden.
OT: „Helen Dorn: Verdammte Familie“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Friedemann Fromm
Drehbuch: Friedemann Fromm
Musik: Meredi Arakelian
Kamera: Heinz Wehsling
Besetzung: Anna Loos, Ernst Stötzner, Tristan Seith, Stipe Erceg, Nagmeh Alaei, Liane Forestieri, Maya Lauterbach, Steven Scharf, Ines Lutz
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