
Lange hatte Orla Hayes (Fionnuala Gygax) mit ihrem Leben zu kämpfen, gerade ihre Alkoholsucht machte ihr zu schaffen. Doch es sah so aus, als habe sie das jetzt im Griff. Die junge Frau blickte optimistisch in ihre Zukunft. Umso größer ist der Schock bei der Polizeipsychologin Cathrin Blake (Désirée Nosbusch), die ihre Mentorin war und sich ihr eng verbunden fühlte, als sie von Orlas Tod hört. Umso mehr, da sie jemand brutal zusammengeschlagen hat und sie diesen Verletzungen erlegen ist. Superintendent Sean Kelly (Declan Conlon) und sein Team konzentrieren sich bei ihren Ermittlungen auf Patrick Farrell (Emmet Byrne), den ehemaligen Lebensgefährten der Toten, da dieser labil ist und damit für eine solche Tat in Frage kommen würde. Doch Cathrin zweifelt an dieser Theorie und beginnt, sich selbst auf die Suche nach dem Täter zu machen …
Mörderische Männlichkeit
Seit 2019 wird die ARD-Krimireihe Der Irland-Krimi inzwischen ausgestrahlt, auf dem Donnerstagabend-Programmplatz, der zahlreiche Auslandkrimis enthält. Und die hat dabei eine treue Fangemeinde gefunden, meistens sind es fünf bis sechs Millionen Menschen, die bei den Einsätzen der Polizeipsychologin mitschauen. Kein Wunder also, dass regelmäßig an neuen Teilen gearbeitet wird. Wobei es diesmal länger gedauert hat als üblich. So wurden mehrere Jahre lang die neuen Fälle pünktlich im Herbst gezeigt, zuletzt erzählte Zerrissene Seelen im September 2024 von einem gewalttätigen Neffen und einem brutalen Mord. Seither war Warten angesagt. Nun ist diese Wartezeit vorbei, mit Die Tote am Fluss gibt es zum ersten Mal seit anderthalb Jahren wieder etwas Neues. Fans erhalten sogar doppelten Nachschub, da wie in den Jahren zuvor immer zwei neue Filme im wöchentlichen Abstand gezeigt werden.
Nun wäre es schön gewesen, wenn die längere Pause dazu genutzt worden wäre, die diversen Mankos mal anzugehen, welche die Reihe schon seit Längerem plagen. Aber offensichtlich sieht man dazu keine Notwendigkeit. Tatsächlich ist der 11. Teil noch einmal schwächer geworden als die meist ohnehin schon mäßigen Vorgänger. Streckenweise ist der Film sogar eine einzige Katastrophe. Dabei war die Absicht dahinter sicher gut. Die Geschichte von Der Irland-Krimi: Die Tote am Fluss ist auch durchaus aktuell, wie ein Blick in die Nachrichten demonstriert. Früh wird klar, dass es hier um das Themengebiet toxische Männlichkeit und Gewalt an Frauen geht. Der Film lässt keinen Zweifel daran, dass der Täter ein Mann ist und sie in Folge von Wut getötet wurde. Die Frage ist nur, welcher Mann es war und was genau ihn dazu veranlasst hat.
Schlechter Krimi, kein Tiefgang
Ein Problem von Der Irland-Krimi: Die Tote am Fluss ist dabei, dass man als Zuschauer und Zuschauerin praktisch von Anfang an weiß, wer es gewesen ist. Allenfalls das Motiv gibt Rätsel auf. Ein Rätsel, das allerdings auch gar nicht wirklich gelöst wird: Man begnügt sich damit, dass es verletzte Eitelkeit ist. Als Krimi ist das hier daher maximal unbefriedigend. Hinzu kommt, dass auch die Ermittlungen nicht überzeugen, man hier nicht das Gefühl hat, dass das Finale wirklich erarbeitet wurde. Es passiert einfach. Das ist recht billig. Und eben langweilig, die anderthalb Stunden, die der Film für sich in Anspruch nimmt, ziehen sich wirklich ewig. Nun hätte der Film auch als schlechter Krimi noch passabel werden können, wenn denn der Rest stimmen würde. Das tut er aber ebenso wenig.
Schlimm genug, dass sich Der Irland-Krimi: Die Tote am Fluss gar nicht wirklich näher mit dem Thema auseinandersetzen möchte und es bei Plattitüden belässt – wohlgemerkt bei einer Reihe, die mit einer Psychologin als Hauptfigur arbeitet und so tut, als würde es in die Tiefe gehen. Die Dialoge sind teilweise fürchterlich und zu allem Überfluss auch noch mies umgesetzt. Désirée Nosbusch überzeugt schauspielerisch gar nicht. Bei den meisten anderen kommt die Synchronisation hinzu. Auf der einen Seite ist es zwar löblich, wenn mit einem englischsprachigen Ensemble gearbeitet wird, anstatt lauter Deutsche so tun zu lassen, als seien sie Spanier, Franzosen oder Kroaten. Bei der Eindeutschung wurde aber nicht einmal versucht, das lippensynchron zu machen, was einen ständig rausreißt. Da können die gewohnt stimmungsvollen Aufnahmen auch nichts mehr rausreißen. Nächstes Mal geht es in Du gehörst mir um eine Entführung und Geiselnahme.
OT: „Der Irland-Krimi: Die Tote am Fluss“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Matthias Tiefenbacher
Drehbuch: Markus Busch
Musik: Warner Poland, Wolfgang Glum
Kamera: Hanno Lentz
Besetzung: Désirée Nosbusch, Declan Conlon, Róisín O’Donovan, Rafael Gareisen, Fionnuala Gygax, Emmet Byrne, Harry Jarvis, Áine Keaveney, Lesley Conroy, Jo Dow
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