
Emily (Madison Iseman) hat eine schwierige Zeit beim Entzug hinter sich und sucht noch nach einem Weg zurück ins Leben. Dabei helfen soll ein Restaurant, das sie mit ihrem Freund Christian (Aaron Dominguez) in New Orleans eröffnen möchte. Als sie beim Pilzsammeln im Wald ein seltsam verziertes Brett findet, nimmt sie sie es spontan mit. Vielleicht könnte es ja als Deko in dem Restaurant dienen? Doch bei dem Fundstück handelt es sich um ein altes Hexenbrett, welches kurz zuvor aus einem Museum gestohlen wurde und über ungeahnte magische Kräfte verfügt. Immer wieder versucht Emily, dieses zu nutzen, wird geradezu besessen von dem okkulten Objekt – ohne zu ahnen, was sie mit ihren Taten heraufbeschwören wird, Denn das Brett geht auf die Hexe Naga Soth (Antonia Desplat) zurück, die im 17. Jahrhundert verfolgt wurde …
Neuauflage eines alten Horror-Franchises
Kein Genre bietet sich wohl vergleichbar für Fortsetzungen oder Remakes an wie Horror. Zumindest ist es auffällig, wie oft hier zum Teil jahrzehntealte Titel wiederkommen. So gab es im Laufe des letzten Jahres unter anderem Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast, The Toxic Avenger und Final Destination 6: Bloodlines, die an vergangene Erfolge anknüpfen wollten. Mit Witchboard findet nun eine weitere Neuauflage ihren Weg zu uns. Vorlage hierfür lieferte Witchboard – Die Hexenfalle aus dem Jahr 1986. Der ganz große Hit war der Film seinerzeit nicht, fand aber genug Zuspruch, um im Anschluss zwei weitere Teile zu rechtfertigen. Der letzte erschien 1995, danach ruhte die Reihe für rund dreißig Jahre.
Warum man unbedingt diese alte Trilogie wiederbeleben musste, ist nicht ganz klar, zumal man sich bei dem Remake nur sehr lose am Original orientiert. Ein großer Unterschied ist, dass man hier den Titel wörtlicher nimmt. So ging es beim 80er-Jahre Genrebeitrag überhaupt nicht um Hexen, sondern um bösartige Geister. Witchboard hingegen verbindet die Ereignisse in der Gegenwart mit einer tatsächlichen Hexengeschichte. Genauer erzählt der Film parallel von den aktuellen Ereignissen rund um Emily und deren Freundkreis und dem Schicksal von Naga Soth. Dabei kann sich Regisseur und Co-Autor Chuck Russell (Der Blob, Rage – Tage der Vergeltung) nicht ganz entscheiden, ob die historische Figur nun Opfer oder Täterin sein soll. Wurden die Hexen zurecht aufgrund ihrer bösartigen Machenschaften verfolgt oder aus einer puren Frauenfeindlichkeit heraus?
Solide, aber zu lang
Ähnlich verhält es sich bei anderen Figuren wie dem herbeigerufenen okkulten Experten Alexander Babtiste (Jamie Campbell Bower), der beim Kampf gegen das Böse helfen soll. Prinzipiell ist es natürlich zu begrüßen, wenn Figuren ambivalent sind, Situationen mit vielen Grautönen gezeichnet werden. Bei Witchboard hat man hingegen das Gefühl, dass man einfach nicht wirklich wusste, was man genau erzählen wollte. Das Ergebnis ist ein Mischmasch aus Themen und Figuren, welcher mal besser, mal schlechter ausfällt. Wobei es nicht nur die schwankende Qualität ist, die man hier kritisieren darf, sondern auch die Laufzeit. Mit über 110 Minuten ist der Horrorstreifen schlicht zu lang geworden.
Dennoch, schlecht ist der Film nicht. Obwohl er nicht das allergrößte Budget hatte, kann er sich visuell durchaus sehen lassen. Schauspielerisch passt das überwiegend, gerade Bower gefällt in der Rolle des charismatischen und zugleich undurchsichtigen Spirituellen. Und auch wenn sich Witchboard ein bisschen in der Geschichte verrennt und da noch etwas Feinschliff ganz gut getan hätte, ist doch genügend drin, um sich damit die Zeit zu vertreiben. Hätte es diese Neuauflage unbedingt gebraucht? Das eher nicht, mehr als Mittelmaß ist das alles nicht. Aber es gibt im Bereich des okkulten Horrors deutlich Schlechteres.
OT: „Witchboard“
Land: USA
Jahr: 2024
Regie: Chuck Russell
Drehbuch: Greg McKay, Chuck Russell
Musik: Sam Ewing
Kamera: Yaron Levy
Besetzung: Madison Iseman, Jamie Campbell Bower, Aaron Dominguez, Mel Jarnson, Charlie Tahan, Antonia Desplat, David La Haye
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