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So haben wir dich nicht erzogen

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„So haben wir dich nicht erzogen“ // Deutschland-Start: 18. März 2026 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Eigentlich ist Balbina (Brigitte Hobmeier) gerade schwer beschäftigt, arbeitet sie doch an einer feministischen und gendergerechten Ausgabe der Bibel. Da trifft sie die Nachricht wie ein Schlag, dass ihre Tochter Hedwig (Alina Schaller) nicht nur einen Freund hat. Sie will Andreas (Julian Pichler) sogar heiraten. Dabei haben Balbina und ihre langjährige Partnerin Balbina (Gerti Drassl) ihr Leben lang gegen Konventionen und traditionelle Familienbilder angekämpft und fühlen sich nun von ihrer Tochter verraten. Als dann auch noch Andreas‘ Eltern Petra (Carmen Gratl) und Dietmar (Roland Silbernagl) aus Tirol anreisen und Weltsichten aufeinanderprallen, bricht endgültig das Chaos aus …

Eine Welt voller Unterschiede

Filme, insbesondere Komödien, leben oft von den Kontrasten zwischen den Figuren. Je unterschiedlicher diese sind, umso größer ist der Spaß – so die Idee. Ob es nun Liebeskomödien sind oder Buddy Movies, das Konzept wird an vielen Stellen eingesetzt. Mit der österreichischen TV-Produktion So haben wir dich nicht erzogen wird nun ein solches Beispiel bei uns gezeigt. Wobei die Unterschiede hier eben nicht zwischen dem designierten Liebespaar auftreten, sondern in deren Umfeld. Die Eltern können mit der Entscheidung der Tochter nicht viel anfangen, da sie damit gegen ihre Prinzipien verstößt. Außerdem sind die beiden Elternpaare unterschiedlich angelegt. Da ist also genügend Raum für Konfrontationen und Streitigkeiten, mit denen das Publikum erheitert werden soll.

Wobei es eine Weile dauert, bis wir an dem Punkt ankommen. Zunächst sollen die Zuschauer und Zuschauerinnen wohl an dem grotesken Projekt von Balbina ihren Spaß haben. Als Gedankenspiel ist das sicherlich nicht uninteressant: Lässt sich die Bibel, entstanden in einem zutiefst patriarchalen System, feministisch modernisieren? Dass sich die Heilige Schrift beliebig interpretieren lässt, ist kein Geheimnis. Das zeigt ein Blick auf die Evangelikalen in den USA, die für ihre Weltsicht sehr selektiv auswählen. An einer ernsthaften Diskussion hat man bei So haben wir dich nicht erzogen aber kein Interesse. Stattdessen macht man sich über die Protagonistin lustig, gibt ihr Anliegen der Lächerlichkeit preis. Das darf man natürlich machen. Wenn das Ergebnis aber so plump ist wie hier, bringt das nicht so viel.

Harmlos und nichtssagend

Außerdem ist es nicht so, als würde der Film viel mit den Kontrasten anzufangen wissen. Eigentlich hätte man ja meinen können, dass die anderen Eltern so unterschiedlich sind, dass es hier zu wirklichen Auseinandersetzungen kommt. Und eben das passiert nicht. Auch bei der Tochter zeigt sich So haben wir dich nicht erzogen seltsam zurückhaltend. Wenn der größte Konfliktpunkt der ist, dass sie heiraten will, ist das ziemlich dünn. Stattdessen werden dann irgendwelche anderen Familiengeschichten ausgepackt, geht es um Affären und die Frage, wer eigentlich wessen Kind ist. Mit den verkauften Themen hat das dann nichts mehr zu tun. Und es ist ebenso wenig unterhaltsam. Die Diskussion, wer da mit wem Sex hatte, ist letztendlich Zeitverschwendung.

Und das gilt dann insgesamt auch für den Film. Zwar ist das Ensemble schon engagiert und versucht, aus dieser Geschichte etwas herauszuholen. Aber es gelingt diesen nicht, die Figuren wirklich interessant zu machen. Diese sind zum Teil überzogen oder zu sehr an Klischees aufgezogen. Überwiegend sind sie aber erschreckend nichtssagend und geben einem keinen nachvollziehbaren Grund, warum man sich mit deren Schicksal befassen sollte. So haben wir dich nicht erzogen ist dabei noch nicht einmal eine Komödie, über die man sich groß aufregen kann. Für eine Satire ist das schlicht zu harmlos, die anfangs angedeutete Provokation bleibt aus. Nennenswerte Erkenntnisse gibt es sowieso nicht, weshalb am Ende vor allem gediegene Langeweile zurückbleibt.

Credits

OT: „So haben wir dich nicht erzogen“
Land: Österreich
Jahr: 2025
Regie: Michael Kreihsl
Drehbuch: Uli Brée
Musik: Andreas Radovan
Kamera: Carsten Thiele
Besetzung: Brigitte Hobmeier, Gerti Drassl, Alina Schaller, Julian Pichler, Carmen Gratl, Roland Silbernagl, Thomas Mraz

Bilder

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So haben wir dich nicht erzogen
fazit
In „So haben wir dich nicht erzogen“ stellt ein lesbisches Paar fest, dass ihre Tochter ganz traditionell einen Mann heiraten will. Die Komödie beginnt plump und wird anschließend immer langweiliger, wenn der Kontrast zwischen den Figuren nichts ergibt. Denn dafür sind sie zu nichtssagend. Nennenswerte Erkenntnisse gibt es sowieso nicht.
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