
Auf den ersten Blick haben die Beamtin Petra Schiller und die Ingenieurin Geraldine Herrenberg nicht viel miteinander gemeinsam. Und doch vermuten Chiara Locatelli (Maria Wördemann) und Doro Beitinger (Franziska Weisz), dass es einen Zusammenhang geben könnte. Denn beide wurden sie erschlagen, die eine am Seeufer, die andere daheim. Und tatsächlich gibt es eine Gemeinsamkeit, beide besuchten dasselbe Yogastudio. Könnte Yogalehrer Till Gröschner (Nicola Mastroberardino) etwas mit den Morden zu tun haben? Oder ist das nur Zufall? Bei den jeweiligen Arbeitsstellen kann man ihnen zumindest nicht weiterhelfen, obwohl es durchaus Motive gegeben hätte …
Zwei Leichen, ein Fall?
Aktuell versucht das ZDF, am Freitagabend eine weitere Krimiserie zu etablieren, also auf dem Programmplatz, wo so beliebte Produktionen wie Jenseits der Spree oder Ein Fall für zwei laufen. Zwei Folgen hat der Sender bereits ausgestrahlt. Beim Auftakt Brennen soll sie musste das neu zusammengestellte Team den rätselhaften Brandmord an einer Schönheitschirurgin aufklären. Anschließend wurde in Kurzes Glück am Boden des Bodensees in einem Fass die Leiche eines Lottogewinners gefunden. Mit Die große Gier kommt nun die dritte von insgesamt vier Folgen der ersten Staffel. Und leider zeigt auch diese, dass die Serie nicht unbedingt eine Bereicherung für die hiesige Krimilandschaft darstellt.
So beginnt die Episode mit einer Enttäuschung. Gab es bei den ersten beiden jeweils einen recht originellen Einstieg – eine Leiche wurde angezündet, die andere im Bodensee versenkt –, da fehlt hier etwas Vergleichbares. Erschlagen zu werden, ist bei Krimis nun einmal keine Seltenheit. Auch bei den Settings ist nichts Ungewöhnliches zu finden, man hält sich da an das Bewährte. Grundsätzlich ist das nicht verkehrt. Die Zielgruppe erwartet bei diesem Genre ja nicht, dass da alles auf den Kopf gestellt wird. Manchen reicht es, wenn nach typischer Whodunit-Art am Anfang eine Leiche gefunden wird und danach ermittelt werden muss, wer den Mord begangen hat. Mordufer: Die große Gier bietet sogar zwei Leichen, verbunden mit der Frage, ob die zwei Morde zusammenhängen. Das macht den Fall etwas komplexer.
Wieder langweilig
Es macht ihn aber nicht interessanter. Über weite Strecken ist die Folge richtig langweilig geworden, bietet weder im Hinblick auf die Figuren noch die Geschichte etwas, wofür es sich einzuschalten lohnt. Und das gilt dann auch für die Auflösung, wenn bekannt wird, wer und warum da getötet hat. Mordufer: Die große Gier greift zwar ein aktuelles Thema auf, spannend ist das aber nicht, was die Serie zu erzählen hat. Der kurze Ausflug ins Private der Kommissarin ist auch nicht unbedingt prickelnd geworden, selbst wenn er nicht stört. Überhaupt ist da wenig, das direkt stört, weniger, als es noch zu Beginn der Fall war. Schauspielerisch passt das. Trotzdem, das reicht so nicht aus. Nächstes Mal geht es in Wein und Wahrheit um einen Mord in einem Weingut.
OT: „Mordufer: Die große Gier“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Christoph Ischinger
Drehbuch: Boris Dennulat
Musik: Jens Langbein, Robert Schulte Hemming
Kamera: Constantin Campean
Besetzung: Franziska Weisz, Maria Wördemann, Lucas Prisor, Paul Ahrens, Ronald Kukulies, Anna Gesa-Raija Lappe, Ralf Bauer, Nicola Mastroberardino, Gabriel Raab, Johanna Bittenbinder, Vincent Glander, Philippe Graber
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