
Eigentlich war Alexander Forsman (Nicolai Cleve Broch) gerade damit beschäftigt, einen Verlobungsring für die Staatsanwältin Nora Linde (Alexandra Rapaport) auszusuchen, als ihn ein Notruf erreicht. Die Kleinkriminellen Leon (Oscar Töringe) und Milton (Peter Viitanen) wollten gerade einen Supermarkt ausrauben, stellen sich dabei aber sehr ungeschickt an. Also bleibt ihnen nichts anderes übrig, als ein Boot zu stehlen und mit diesem zu fliehen. Dummerweise merken sie dabei nicht, dass sich an Bord auch die achtjährige Amanda (Alva Peedu Järmén) befindet. Was als einfacher Raubüberfall geplant war, wird so zu einer Entführung. Gemeinsam mit Welpe (Julius Fleischanderl) und Emma (Camila Bejarano Wahlgren) muss Alexander alles dafür tun, das Mädchen wieder heil nach Hause zu holen …
Wie, heiraten?
Und schon ist es wieder vorbei mit der aktuellen Staffel der im ZDF ausgestrahlten Krimireihe Mord im Mittsommer. Drei Folgen umfasst diese wie gewohnt. Zum Auftakt handelte Linnea davon, wie ein Unternehmer heimtückisch mit Gift ermordet wurde. Noch schockierender wurde es anschließend in Rakel, wenn die gleichnamige Polizeichefin auf skandalöse Weise ihren Sohn schützt, nachdem der jemanden ermordet hat. Nun geht mit Amanda die Staffel zu Ende. Ganz so empörend wie in der völlig überzogenen Episode zuvor wird es dabei nicht. Aber es gibt schon die eine oder andere Stelle, an der man sich an den Kopf greift, wenn da wieder irgendein Blödsinn verzapft wird.
Die erste Irritation lässt nicht lange auf sich warten. Als Alexander und Nora zu Beginn der Staffel auf einmal auseinander warten, war das schon etwas plötzlich. Am Ende des zweiten Films finden sie wieder zusammen, sehr spontan, nachdem sie sich kurz vorher wieder gestritten haben. Und jetzt wollen sie gleich heiraten? Wenn an einer Stelle die Frage aufkommt, ob das eine so kluge Entscheidung ist, würde man gern antworte: natürlich nicht. Ein bisschen Zeit sollte man in die Entwicklung dann schon investieren, damit das glaubwürdiger ist. Andererseits ist Mord im Mittsommer: Amanda sowieso kein Film, bei dem man in der Hinsicht Ansprüche haben sollte. Dass beispielsweise Nora wieder „zufällig“ Teil des Geschehens wird, ist ziemlich konstruiert. Zum Ende hin kommt es auch noch zu einem Vorfall, den man kaum nachvollziehen können muss. Das ist dann mal wieder recht willkürlich geworden.
Tragische Entführer
Und doch ist das Ergebnis gar nicht so schlecht, wie sich das oben angehört haben mag. Das ist ausgerechnet dem Entführerduo zu verdanken. Wie die beiden sich mit kleinen Delikten über Wasser halten und durch eine Mischung aus Inkompetenz und Pech zu Schwerstkriminellen werden, das ist schon irgendwie erbärmlich. Aber eben auch tragisch, zumal sich die beiden nicht einig sind, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Sie sind da in eine Sache hineingerutscht, die für sie einfach zu groß ist und aus der sie allein nicht wieder herausfinden. Schauspielerisch ist das bei Mord im Mittsommer: Amanda ganz gut gelöst, man nimmt dem Ensemble fast ab, was da im Drehbuch so verzapft wurde.
Das mit der Spannung ist aber so eine Sache. Theoretisch sollte die hoch sein, wenn es um die Entführung eines Kindes geht. Praktisch weiß man hier jedoch die ganze Zeit, wie das ausgehen wird. Oder glaubt ernsthaft jemand, dass in dieser Reihe jemand ein Kind erschießt? Oder dass dieses nicht doch noch an die dringend benötigte Medizin kommt? Tatsächliche Überraschungen sind hier insgesamt nicht angesagt, man weiß eigentlich immer, was da als nächstes geschehen wird. Zu rätseln gibt es sowieso nichts, da man von Anfang an dabei ist. Mord im Mittsommer: Amanda geht daher stärker in Richtung Thriller, wie schon so manche Folge zuvor. Nur eben einer, der nicht so wirklich nervenaufreibend ist. Das muss einen nicht stören, bei diesen Filmen kann man das nicht realistisch erwarten. Fans wird das reichen. Mehr als Mittelmaß ist aber mal wieder nicht drin.
OT: „Morden i Sandhamn: Amanda“
Land: Schweden, Deutschland
Jahr: 2025
Regie: Mattias Ohlsson, John Sundvall
Drehbuch: Sara Heldt, Jonas Widerberg
Vorlage: Viveca Sten
Musik: Fredrik Emilson
Kamera: Trolle Davidson
Besetzung: Alexandra Rapaport, Nicolai Cleve Broch, Oscar Töringe, Peter Viitanen, Jonas Malmsjö, Alexandra Nordberg, Julius Fleischanderl, Alexander Stocks, Alva Peedu Järmén, Camila Bejarano Wahlgren
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