Mein Freund Barry
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Mein Freund Barry

Mein Freund Barry
„Mein Freund Barry“ // Deutschland-Start: 19. März 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Der zwölfjährige Georg (Paco von Wyss) erkrankt auf der Flucht vor den anrückenden napoleonischen Truppen auf dem Weg nach Italien und findet Zuflucht in einem Hospiz am Großen St. Bernhard-Pass in den Schweizer Alpen. Dort wird er in die strenge klösterliche Gemeinschaft aufgenommen und freundet sich mit Resi (Alma Büdenbacher), der Tochter des Lawinenhundführers Julien (Yousef Sweid), an. Während einige der Novizen ihm misstrauisch begegnen – allen voran der ältere Célestin (Mael Gallati) –, entdeckt man Georgs besonderes Gespür für Tiere. Als er einen schwachen Bernhardinerwelpen vor dem Tod rettet und heimlich aufzieht, gerät er zunächst in Schwierigkeiten. Doch schließlich überzeugt er den Prior (Ulrich Tukur) davon, dass sein Handeln im christlichen Sinne war. Der Welpe, den Georg und Resi Barry nennen, darf bleiben und wird zu einem Lawinenhund ausgebildet – sehr zum Missfallen des neidischen Célestin.

Typischer Familenfilmstoff

Den Bernhardiner Barry gab es tatsächlich. Er lebte zwischen 1800 und 1814 in einem Hospiz in den Alpen und unterstützte Bergführer bei der Suche nach Verschütteten. Um ihn ranken sich mehrere Mythen, allen voran die Geschichte vom Schnapsfässchen um den Hals, die auch im Film aufgegriffen wird. Später avancierte Barry zum Schweizer Nationalhund – eine Legende also, die für sich genommen bereits reichlich filmisches Potenzial birgt. Für Mein Freund Barry ergänzen Autor Jan Poldervaart und Regisseur Markus Welter diese Überlieferung jedoch um eine klassische Coming-of-Age-Geschichte eines Waisenjungen. Ganz neu ist diese Idee nicht: Schon der Disney-Realfilm Barry, der Bernhardiner von 1977 griff den Stoff auf und erzählte von einem jungen Novizen, der sich des Hundes annimmt.

Dramaturgisch ist das für einen Film, der sich vor allem an Kinder und Familien richtet, zunächst ein durchaus naheliegender Kniff. Ein Kind, das sich als Außenseiter behaupten muss und in einem Hund seinen treuesten Verbündeten findet – dieses Rezept hat im Familienkino seit jeher Konjunktur, Lassie lässt grüßen. Dazu kommen die majestätischen Schweizer Alpen als Postkartenkulisse und eine traditionsreiche Legende. Eigentlich also Zutaten, mit denen kaum etwas schiefgehen sollte. Regisseur Markus Welter, bislang vor allem für schweizerische Fernsehproduktionen bekannt, setzt das Ganze auch mit sichtbarer Routine um. Das Ensemble trägt seinen Teil dazu bei: Paco von Wyss als Georg und Mael Gallatti als sein Widersacher Célestin spielen ihre Rollen glaubwürdig aus. Den prominentesten Namen im Cast stellt allerdings Ulrich Tukur.

Vorhersehbar und wenig spannend

Allerdings gelingt es auch ihnen nicht, die grundlegenden Schwächen des Drehbuchs vergessen zu machen. Weil Mein Freund Barry strikt dem vertrauten Bauplan des Familienfilms folgt – Außenseiterkind hier, boshafter Rivale dort –, wirkt vieles vorhersehbar, und zwar nicht nur für erwachsene Zuschauer. Zwischentöne oder Grauschattierungen sucht man vergeblich. Georg ist durch und durch herzensgut, während Célestin als eindimensionaler Antagonist auftritt, der seinem Gegenüber unverblümt ins Gesicht sagt, er sei ein kleiner Bauerntölpel. Kombiniert man das mit den unvermeidlich niedlichen Bernhardinerwelpen, gerät der Film streckenweise gefährlich nah an die Grenze zum Kitsch. Dinge, über die junge Kinogänger vermutlich hinwegsehen – während ihre Eltern zumindest innerlich die Augen verdrehen.

Dabei könnten ausgerechnet die Kinder das größte Problem mit dem Film haben: Spannung will sich nur bedingt einstellen. Vor allem im Mittelteil passiert erstaunlich wenig, was ein junges Publikum wirklich bei der Stange halten könnte. Und auch im Finale, wenn sich die Ereignisse eigentlich zuspitzen sollten, gelingt es Welter nicht, daraus eine Szene zu formen, bei der man gebannt vor der Leinwand sitzt und sich fragt, was als Nächstes passiert – nicht nur, weil die dramaturgischen Weichen längst gestellt sind. So bleiben am Ende vor allem die eindrucksvollen Bilder, die Kameramann Marco Barberi von der alpinen Landschaft eingefangen hat, sowie eine gut gemeinte Botschaft: dass Mut sich auszahlt und dass man Tiere mit Respekt behandeln sollte.

Credits

OT: „Mein Freund Barry“
Land: Deutschland, Schweiz
Jahr: 2026
Regie: Markus Welter
Buch: Jan Poldervaart
Musik: Fabian Römer
Kamera: Marco Barberi
Besetzung: Paco von Wyss, Alma Büchenbacher, Mael Gallati, Yousef Sweid, Crlos Leal, Gianni Fantoni, Max Hubacher, Ulrich Tukur

Bilder

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Mein Freund Barry
fazit
“Mein Freund Barry” ist ein solide gemachter, visuell ansprechender Familienfilm, der von der alpinen Kulisse und der sympathischen Mensch-Tier-Geschichte lebt. Dramaturgisch bleibt er jedoch sehr vorhersehbar und gelegentlich kitschig – ein Film, der Kinder eher erreicht als ihre erwachsenen Begleiter.
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